Leserbrief zum verkaufsoffenen Sonntag am 21. Mai

Durch einen Beschluss des Gemeinderates vor einigen Jahren gibt es in Rottweil keine öffentliche Debatte mehr zu verkaufsoffene Sonntage. Aus diesem Grunde möchte ich einige Punkte in Erinnerung rufen.

Im Grundgesetz, Artikel 140 lesen wir: “Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt“. Auch das Bundesverfassungsgericht hat diese Einschätzung schon vor Jahren öffentlich kundgetan.

Der Sonntag ist gerade heute als Tag der Ruhe, der Gemeinschaft, der Befreiung von Sachzwängen, Fremdbestimmung und Zeitdruck unverzichtbar.
Die beiden großen Kirchen setzen sich regelmäßig in ihren Verlautbarungen für den Erhalt des Sonntags ein.

Die Evangelische Kirche Deutschlands betont u.a. dass der Sonntag Kraft für die neue Woche gibt. Ob Gottesdienst, Wanderung, Spielenachmittag oder Zeit für Lektüre und Gespräch – der Sonntag gibt Raum, um für die Woche aufzutanken. Der Sonntag ist eine lebensnotwendige Atempause für die Menschen.

Auch Bischof Gebhard Fürst hat bereits vor zehn Jahren in seinem Hirtenwort darauf hingewiesen, dass Christen Hüter des Sonntags sind und „da das Kostbare leicht zerbricht, bedarf es unseres Schutzes. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass diese Freiräume, die einen Geschmack für das Unbezahlbare geben, erhalten und gepflegt werden…..“

Michael Leibrecht,
Gemeindereferent, Rottweil-Hausen