Seit über 60 Jah­ren bin ich Anwoh­ner an der Bären­kreu­zung in Sul­gen und kann des­halb mit der Ver­kehrs­be­las­tung an viel­be­fah­re­nen Stra­ßen umge­hen. Mit Erleich­te­rung wur­de sei­ner­zeit die Inbe­trieb­nah­me der Orts­um­ge­hung Sul­gen begrüsst, brach­te die­se doch den größ­ten Teil des Schwer­ver­kehrs her­aus aus dem Innen­be­reich.

Was sich seit gerau­mer Zeit jedoch ins­be­son­de­re in der Sul­gau­er-/Hei­li­gen­bron­ner-/und Schram­ber­ger Stra­ße abspielt, ist so nicht mehr tole­rier­bar. Die­se Stra­ßen sind zur Spiel­wie­se einer Grup­pe von Indi­vi­dua­lis­ten ver­kom­men, die mit ihren Fahr­zeu­gen (Motor­rä­der, getun­te Autos ung Quads) die an den genann­ten Stra­ßen gele­ge­nen  Wohn­ge­bie­te mit Lärm über­zie­hen, der bei­spiel­los ist. Von der Beschal­lung aus Auto­ra­di­os wäh­rend der Ampel­rot­pha­sen will man schon gar­nicht mehr reden. Daß an viel­be­fah­re­nen Stra­ßen auch noch Men­schen woh­nen, inter­es­siert die­se über­wie­gend jün­ge­ren Zeit­ge­nos­sen anschei­nend nicht im Gerings­ten.

Daß Lärm krank macht, hat sich in die­sen Krei­sen auch noch nicht her­um­ge­spro­chen.  Der Lärm­ter­ror beginnt bereits vor 6 Uhr mor­gens, wenn die ers­ten Motor­rad­fah­rer auf dem Weg zur Arbeit gan­ze Stadt­tei­le mit Moto­ren­lärm trak­tie­ren,  der weit über der zuläs­si­gen Dezi­bel­gren­ze liegt.

Und er fin­det sei­nen Höhe­punkt an Wochen­en­den, an denen ein Auf­ent­halt im Gar­ten schon lan­ge kei­nen ech­ten Erho­lungs­wert mehr bie­tet. Ich for­de­re des­halb Geschwin­dig­keits-u. Lärm­kon­trol­len auch aus­ser­halb der übli­chen Tages­zei­ten, denn was nüt­zen Vor­schrif­ten,  wenn Ver­stö­ße dage­gen nicht geahn­det wer­den. Die Ver­ur­sa­cher wis­sen doch genau, daß

nie­mand dage­gen ein­schrei­tet und wer­den des­halb immer dreis­ter. Dar­über hin­aus haben die viel zu gerin­gen Buß­gel­der kei­ner­lei abschre­cken­de Wir­kung. Das haben die Schwei­zer gleich rich­tig gemacht.

Gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me scheint ins­be­son­de­re im Stra­ßen­ver­kehr heut­zu­ta­ge völ­lig aus der Mode gekom­men zu sein.

Franz Rapp, Sei­ler­weg 2, Schram­berg-Sul­gen