Das Tennenbronner Freibad vor der Sanierung. Archiv-Foto: him

Der Stadt­rat hat über die Zukunft der Kin­der beschlos­sen: Das Frei­bad bleibt nächs­tes Jahr, über­nächs­tes Jahr und mög­li­cher­wei­se noch län­ger geschlos­sen. Schon die Vor­stel­lung, dass es nicht mög­lich ist, ein Schwimm­bad wäh­rend der mehr als halb­jähr­li­chen Zeit, in der es sowie­so geschlos­sen ist, zu reno­vie­ren, lässt jedem nor­mal den­ken­den Men­schen die Haa­re zu Ber­ge ste­hen.

Es ist wohl auch bis nach Schram­berg durch­ge­drun­gen, dass nahe­zu 60 Pro­zent der heu­ti­gen Kin­der nicht  schwim­men kön­nen. Nur zum Ver­gleich: Ägyp­ten schafft es in zwei Jah­ren, den Suez­ka­nal aus­zu­bau­en – der immer­hin etwas grö­ßer ist als unser Schwimm­bad.
Ande­rer­seits wis­sen wir ja wie gut unse­re Pla­nun­gen sind: Bereits der ers­te Vor­schlag beinhal­te­te – grob ver­ein­facht –, drei Bade­wan­nen auf­zu­stel­len und ein Well­ness­bad zu errich­ten.

Ein ande­res Bei­spiel ist die Mach­bar­keits­stu­die für die  Lan­des­gar­ten­schau, von der kaum jemand weiß, was sie gekos­tet hat. Wenn man lesen kann und die Bedin­gun­gen für die Zutei­lung der Lan­des­gar­ten­schau betrach­tet, hat sich die Mach­bar­keits­stu­die auf eine Stun­de Arbeit redu­ziert. Also sagen wir groß­zü­gig: Man schreibt „geht nicht“ und erstellt eine Rech­nung von rund 200 Euro plus Umsatz­steu­er. Die Spa­zier­gän­ge zur Gar­ten­schau  kann man ja trotz­dem durch­füh­ren, sie kos­ten ja nichts und sie fül­len eine hal­be Sei­te in der Zei­tung.

Den Bür­gern und vor allem den Kin­dern steht kein Frei­bad zur Ver­fü­gung, die Gewer­be­steu­er wird erhöht und viel­leicht soll­te auch die Frem­den­ver­kehrs­ab­ga­be erhöht wer­den. Die Tou­ris­mus­be­trie­be, die sich haupt­säch­lich in Ten­nen­bronn fin­den, freu­en sich bestimmt. Schließ­lich soll das reno­vier­te Bad für Auf­schwung sor­gen. Und es besteht wei­ter die Hoff­nung auf gute Ide­en – wie bei­spiels­wei­se den Wohn­mo­bil­ab­stell­platz an dem mit Abstand däm­lichs­ten Ort der Stadt unter­zu­brin­gen.

Hans­mi­cha­el Marx, Schram­berg-Sul­gen