(Mei­nung). Die loka­le Alter­na­ti­ve für Deutsch­land, der AfD-Kreis­ver­band Rottweil/Tuttlingen ist wie­der online. Nach dem Hass­bei­trag - der aller­dings kei­ne straf­recht­li­chen Fol­gen hat­te – und nach dem Raus­wurf des dama­li­gen Sei­ten-Admi­nis­tra­tors geht es seit eini­gen Tagen froh­ge­mut wei­ter. Und wie­der sind die Zie­le Mer­kel und Mos­lems, die Flücht­lings­po­li­tik und der poli­ti­sche Geg­ner. Jetzt aber, und das ist anders als frü­her, läuft das ohne Kom­men­tar, ohne Bei­trag der loka­len AfD.

Die Het­ze geht wei­ter, aber sie fin­det nicht mehr in eige­nen Wor­ten statt. Der neue Sei­ten­be­trei­ber – inhalt­lich ver­ant­wort­lich ist der AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Emil Sän­ze – teilt nur Bei­trä­ge Drit­ter, schreibt selbst fast nie etwas dazu – außer viel­leicht so kur­ze Anrei­ßer wie „Zur Info”, gefolgt von drei Pünkt­chen. Manch­mal brüllt er auch ein „LESENSWERT” hin­ter­her. Will wohl viel sagen, darf aber nicht.

So füt­tert die hie­si­ge Face­book­sei­te der AfD wie­der täg­lich mehr­fach ihre gut 2000 Fans. Mit klei­nen Hap­pen rech­ter Kost. Allein heu­te sind acht Posts erschie­nen, und der Tag ist noch nicht rum.

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Brand­stif­ten­de Wir­kung: Die Kunst der Reduk­ti­on.

Damit sind die AfD-Leu­te hier natür­lich brand­ak­tu­ell. Etwa in Sachen „Flücht­lin­ge, die Urlaub in Kri­sen­ge­bie­ten machen”, eine Mel­dung, die erst weni­ge Tage alt ist, bei der aber die AfD schon wie­der vor­gibt, den vol­len Durch­blick zu haben. Und bei der sie die Kunst der Reduk­ti­on ansetzt, wie wir sie bei Uhren­her­stel­ler Jung­hans und sei­ner Meis­ter- oder der Max-Bill-Serie lie­ben, wie wir sie bei Poli­ti­kern im All­ge­mei­nen und Popu­lis­ten jeder Cou­leur im beson­de­ren has­sen, weil sie brand­stif­tend wirkt.

Stewardess Merkel. Foto: Facebook
Ste­war­dess Mer­kel. Foto: Face­book

Die Mit­tei­lun­gen erfol­gen durch das schlich­te Tei­len mit einer Bei­läu­fig­keit, als wür­den sie kurz mit dem Smart­pho­ne gepos­tet. Mit dem rech­ten Dau­men, in der lin­ken Hand eine Kip­pe oder eine Fla­sche Bier. Ger­ne dabei: Mer­kel als mies drein­bli­cken­de Ste­war­dess (die angeb­lich Flücht­lin­ge für lau ein­fliegt), Mer­kel als mies drein­bli­cken­des Umfra­ge­op­fer, Mer­kel als rat­lo­se Bun­des­kanz­le­rin.

Und, was als Feind­bild auch immer gut läuft: die Bur­ka. Wie das fol­gen­de Bild­chen, eine Bas­tel­ar­beit, die wie­der­um nicht die loka­le AfD vor­ge­nom­men hat, son­dern die sie nur ver­brei­tet (und bei der sich die Fra­ge stellt, wie die paar Bur­katrä­ge­rin­nen, die es bei uns gibt, Deutsch­land der­art mas­siv umkrem­peln sol­len, dass es am Ende Syri­en oder Afgha­ni­stan ähnelt).

Feindbild Burka.
Feind­bild Bur­ka.

Da ist sie wie­der, die alte Het­ze, die schon für einen Auf­schrei und das Ver­schwin­den der genann­ten AfD-Face­book­sei­te gesorgt hat­te. Neu ist: Sie wird inhalt­lich nicht mehr von der AfD beglei­tet. Nur geteilt. So ist man natür­lich fei­ner raus, als wenn man for­dert, dass Flücht­lin­ge ersau­fen mögen.

Eine eige­ne Mei­nung, eige­ne poli­ti­sche Ide­en gar – das hat die Rottweil/Tuttlinger AfD ganz offen­bar nicht mehr.