Die ers­ten Nach­rich­ten des Tages ser­viert mir stets mein Radio­we­cker, da kann es schon mal vor­kom­men, dass die Mel­dun­gen zwar in mein Ohr, nicht aber voll­stän­dig in die tiefs­te Bewusst­seins­ebe­ne vor­drin­gen, son­dern irgend­wo in den äuße­ren Hirn­rin­den­schich­ten her­um­düm­peln.

Da fra­ge ich mich dann wäh­rend des Zäh­ne­put­zens, ob ich womög­lich geträumt habe, dass Herr Putin fin­det, er und wir sei­en doch immer bes­te Freun­de gewe­sen, oder Frau von der Ley­en regel­mä­ßi­ge Mut­ter-Kind-Kuren für Bun­des­wehr­an­ge­hö­ri­ge bean­tragt. Ganz ohne Fra­ge ins Reich der Träu­me gehör­te des­halb für mich kürz­lich die Mel­dung aus der Schweiz.

Unse­re lie­ben Nach­barn waren laut Mel­dung an ihren Brü­cken nach Deutsch­land zugan­ge. Nicht um sie zu sanie­ren, wie man ver­mu­ten könn­te, nein – um die Spreng­sät­ze dar­aus zu ent­fer­nen. Ver­blüfft beschloss ich erst mal die Nach­rich­ten zur nächs­ten hal­ben Stun­de abzu­war­ten, bis dahin wäre mein Hirn in einen auf­nah­me­be­rei­te­ren Betriebs­mo­dus getre­ten und fähig, Hirn­ris­si­ges von tat­säch­li­chen Nach­rich­ten zu unter­schei­den.

Völ­lig wach war ich dann bei den Sie­ben-Uhr-Nach­rich­ten, als der Spre­cher allen Erns­tes berich­te­te, dass Schwei­zer Brü­cken, wel­che die Alpen­re­pu­blik mit dem benach­bar­ten Deutsch­land ver­bin­den, bis vor Kur­zem unkon­ven­tio­nel­le Fül­lun­gen ent­hiel­ten. Bis zu meh­re­ren hun­dert Kilo TNT auf jeweils zwei Pfei­lern verteilt.Jetzt wur­de angeb­lich die letz­te Brü­cke „des­ar­miert“.

Das macht Sinn, den­ke ich mir. Der rich­ti­ge Zeit­punkt zur Spren­gung könn­te ja auch kaum mehr gefun­den wer­den heut­zu­ta­ge: Soll man spren­gen, bevor der letz­te Düüt­sche sei­ne Neben­ein­künf­te sicher hin­über gebracht hat? Soll man spren­gen, wäh­rend noch so vie­le Ger­ma­nen den schwei­ze­ri­schen Arbeits­markt bevöl­kern und her­nach das Land womög­lich nicht mehr ver­las­sen könn­ten? Und – soll man etwa spren­gen, wäh­rend noch so vie­le Eid­ge­nos­sen mit über zwei­hun­dert Sachen auf deut­schen Auto­bah­nen unter­wegs sind und ihnen so die Rück­kehr in die Hei­mat ver­weh­ren? Das gäbe womög­lich Diplo­ma­ti­sche Ver­spren­gun­gen – äh – Ver­wick­lun­gen!