Na, da schau her, kaum hat das neue Jahr begon­nen, schon tritt die Schram­ber­ger CDU auf, als ob sie vor etli­chen Jah­ren ste­hen geblie­ben wäre. Gemau­le über die Stadt­ver­wal­tung, tum­be All­ge­mein­plät­ze gegen ande­re poli­ti­sche Par­tei­en, weil man nicht erträgt, dass die­se ganz erfolg­reich arbei­ten und gear­bei­tet haben. Naja, alles irgend­wie beim Alten, um nicht zu sagen, beim Uralten.

Gin­ge es wenigs­tens um kon­struk­ti­ve Kri­tik, in dem die Män­gel benannt und Lösun­gen vor­ge­schla­gen wer­den, wäre das ein wert­vol­ler Bei­trag, aber weit und breit nichts davon. Statt­des­sen gra­vie­ren­de Wis­sens­lü­cken. So lässt sich CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Cle­mens Mau­rer in der ers­ten online ver­öf­fent­lich­ten – und erst spä­ter nach einem Hin­weis durch einen Pres­se­ver­tre­ter kor­ri­gier­ten – Fas­sung der CDU-Pres­se­mit­tei­lung wie folgt zitie­ren: „So weiß kaum jemand, dass inner­halb der Gemein­schafts­schu­le noch eine eigen­stän­di­ge Real­schu­le besteht.“

Das kann wirk­lich kei­ner wis­sen, nicht ein­mal die Schul­lei­tung der Erhard-Jung­hans-Schu­le dürf­te davon wis­sen. War­um? Ganz ein­fach: Die­ses Kon­strukt exis­tiert nicht. Was wir in Schram­berg haben, ist eine Ver­bund­schu­le aus Gemein­schafts- und Real­schu­le. Also zwei Züge inner­halb einer Schu­le. Und da beschwert sich Cle­mens Mau­rer, dass ande­re in der Bil­dungs­po­li­tik Cha­os anrich­ten. Da hat wohl jemand sein Spie­gel­bild mit dem poli­ti­schen Wett­be­wer­ber ver­wech­selt. So ein Cha­os aber auch.

Und dann das übli­che Gemä­kel an der Stadt­ver­wal­tung. Natür­lich läuft nicht alles rund. Aber wie soll es auch, wenn über­all das Per­so­nal fehlt? Die ver­blie­be­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ver­su­chen dann zu ret­ten, was zu ret­ten ist. Natür­lich pas­sie­ren da in der Hek­tik schnell mal Fehler.

Aber anstatt den Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­tern dafür zu dan­ken, dass sie aus der Situa­ti­on noch das Bes­te machen und durch ihr Enga­ge­ment die Stadt vor noch grö­ße­rem Scha­den bewah­ren, haut man nach Kräf­ten auf die enga­gier­ten Leu­te ein. Wie soll da noch jemand in der Ver­wal­tung moti­viert arbei­ten, wenn es ohne­hin eine auf die Müt­ze gibt, egal wie man sich für die Stadt und ihre Bür­ger engagiert.

Wäre es da nicht sinn­vol­ler, nach der Ver­ant­wor­tung des Gemein­de­rats zu fra­gen? Die­ses Gre­mi­um ent­schei­det über den Haus­halt und damit auch über den Stel­len­plan. Und was die­ses Gre­mi­um nicht geneh­migt, fehlt dann eben auch. Und wenn es in den Jah­ren 2016 und 2017 zusam­men min­des­tens eine hal­be Mil­lio­nen Euro Gewer­be­steu­ern sind – wahr­schein­lich bei genau­em Nach­rech­nen noch deut­lich mehr – die durch man­geln­den Über­blick der CDU der Stadt ver­lo­ren gehen.

Rech­net man dann noch unnö­ti­ge Gut­ach­ten oben drauf, die die Stadt immer wie­der zeit­lich zurück­wer­fen und jede Men­ge Geld kos­ten, packt dann noch ein paar kras­se Fehl­ent­schei­dun­gen dazu, dann sieht man, was die nach eige­nem Bekun­den „prä­gen­de poli­ti­sche Kraft“ in die­ser Stadt Jahr für Jahr nicht nur an finan­zi­el­lem Scha­den anrichtet.

Und dann noch die Legen­den­bil­dung in Sachen Tal­um­fah­rung: Einer allei­ne soll es nun gewe­sen sein, der alles in die rich­ti­ge Rich­tung gebracht hat. Es gehört schon ein rekord­ver­däch­ti­ger Tun­nel­blick dazu, um eine sol­che Erkennt­nis zu haben.

Es wird höchs­te Zeit, dass die im Moment noch stärks­te Frak­ti­on im Gemein­de­rat bei der nächs­ten Wahl die Quit­tung bekommt. Schram­berg wür­de es guttun.

Soll­te die CDU ihren Polit­kla­mauk been­den und zu einer seriö­sen Arbeit fin­den, ist die Schram­ber­ger SPD hier ger­ne ein ver­läss­li­cher Part­ner. Bis es so weit ist, haben wir einen Vor­teil, als Schram­ber­ger müs­sen wir fürs Polit-Kaba­rett kei­nen Ein­tritt bezahlen.

Mir­ko Wit­kow­ski, Vor­sit­zen­der SPD Schramberg