Erhaltenswerte Überreste” bewahren

Leserbrief zu "Bernecktal: Ruinenreste werden abgeräumt"

Ruine Berneck- wer findet sie? Foto: him

Das darf ein­fach nicht wahr sein. Kaum ist die Rui­ne Ber­neck aus ihrem Dorn­rös­chen­schlaf im Wald erwacht, sol­len ihre zuge­ge­be­ner­ma­ßen weni­gen aber erhal­tens­wer­ten Über­res­te aus Kos­ten­grün­den wegen Stein­schlag­ge­fahr ent­fernt wer­den. Jah­re­lang hat man sie im Wald nur mit Mühe gefun­den, nun  wur­de mit  viel Mühe und Enga­ge­ment ein alter wun­der­schö­ner Weg, das soge­nann­te “Heu­weg­le” dar­an angren­zend wie­der aus­ge­bes­sert und teil­wei­se neu ange­legt, der das Zeug dazu hat zu einem Pre­mi­um­weg gekürt zu wer­den.

Das Ber­neck­tal ist eines der schöns­ten Schwarz­wald­tä­ler, dank der auf­wän­di­gen und sicher­lich extrem teu­ren Ent­fer­nung der den Hang sichern­den Bäu­me – zum Teil sogar per Heli­ko­pter – kom­men nun immer­hin auch die Fel­sen wie­der rich­tig zur Gel­tung. Das Beson­de­re und unse­res Erach­tens Aller­schöns­te an Schram­berg sind unse­re Bur­gen und Rui­nen – ande­re Gemein­den wür­den sich glück­lich schät­zen, auch nur eine ein­zi­ge Rui­ne ihr eigen nen­nen zu dür­fen.

Und nun will man vor­schnell für 58.000 Euro, also einem Drit­tel der zu erwar­ten­den Kos­ten geschichts­träch­ti­ge Mau­ern ent­sor­gen las­sen, statt mit einer klas­si­schen Sanie­rung für 161.000 Euro wie­der einen wei­te­ren Höhe­punkt im Ber­neck­tal zur Gel­tung zu brin­gen?

Könn­te man nicht wenigs­tens erst mal ver­su­chen, ört­li­che Gön­ner zu fin­den, die im Gegen­zug für eine Erwäh­nung auf einer Schau­ta­fel mit einer Spen­de zur Restau­rie­rung bei­tra­gen wür­den? Schon jetzt sind wir uns sicher, dass bei einem Abriss in nur weni­gen Jah­ren so manch einer sich ver­ständ­nis­los fragt, wie man das zulas­sen konn­te! Die Kos­ten dürf­ten einen Bruch­teil des­sen betra­gen, was die Heli­ko­pter­ak­ti­on & Co. gekos­tet hat…

Als Laie stellt man sich ohne­hin die Fra­ge, ob durch die Ent­fer­nung aller Bäu­me nicht erst recht zukünf­ti­ge Pro­ble­me geschaf­fen wur­den, die in weni­gen Jah­ren fort­wäh­rend immense Siche­rungs­kos­ten ver­ur­sa­chen wer­den.

Sabi­ne und Ste­fan Rapp, Schram­berg-Sul­gen