Getroffene Hunde bellen”

Ralf Ulbrich sparte beim Neujahrsempfang nicht mit deutlichen Worten. Und bekam dafür viel Applaus. Nur nicht von AfD-Mann Emil Sänze und seiner Frau. Foto: Moni Marcel

Deißlingens Bürgermeister Ralf Ulbrich ist bekannt für sei­ne kla­ren Worte. Und für sei­nen unge­brems­ten Tatendrang auch in sei­ner zwei­ten Amtszeit. Der Erfolg bleibt nicht aus: Deißlingen ent­wi­ckelt sich mehr und mehr zu einer Vorzeigegemeinde, die Wirtschaft brummt, Millionen wer­den in Bildung, Kinderbetreuung, Klimaschutz, Wirtschaft und Ortsentwicklung inves­tiert, der Gemeinde geht es bes­tens.

Da wun­dert es nicht, dass man sich in Rottweil wünsch­te, Ulbrich hät­te gegen Amtsinhaber Ralf Broß kan­di­diert, und nun kom­men schon Anfragen aus Villingen-Schwenningen, ob er nicht Interesse habe, gegen OB Kubon anzu­tre­ten. Bei so viel Erfolg kann man sich nur über das Verhalten von AfD-Landtagskandidat Emil Sänze wun­dern. Der hat­te sein Kommen schon beim Neujahrsempfang 2017 ange­kün­digt, war dann aber nicht gekom­men. Ein Autounfall habe ihn abge­hal­ten, sag­te er auf Nachfrage. Damals wur­de gemun­kelt, er habe mög­li­cher­wei­se einen Rückzieher gemacht ange­sichts der kri­ti­schen Worte, die er in Deißlingen zu hören bekom­men könn­te.

Doch nun war er da, und hob als ein­zi­ger – neben sei­ner Gattin – die Hände nicht, um zu applau­die­ren. Dabei erwähn­te Ulbrich die AfD mit kei­nem Wort. Er kri­ti­sier­te die Bruddler, denen nichts gut genug ist, die aber die Hände in den Schoß legen, statt anzu­pa­cken und das Land wei­ter vor­an­zu­brin­gen. Ob Sänze sich selbst und sei­ne Anhänger ange­spro­chen fühl­te? „Getroffene Hunde bel­len” kom­men­tier­te das man­cher am Freitagabend. Wobei Sänze nicht bell­te, son­dern schwieg. Beredt schwieg. Was auf das­sel­be  hin­aus­läuft. Man darf nun gespannt sein, ob Sänze beim Neujahrsempfang 2019 dabei sein wird.