Die Stel­lung­nah­me der Pres­se­spre­che­rin der Schwei­zer Elec­tro­nic ist ange­sichts der inter­nen
Aus­ein­an­der­set­zun­gen um „Pro oder Con­tra Tarif­ver­trag“ bemer­kens­wert. Die IG Metall leis­te kei­nen Bei­trag zum Erhalt des Unter­neh­mens und zur Siche­rung des Stand­orts.

Hier stellt sich die Fra­ge, ob die Pres­se­spre­che­rin Frau Bla­ke mit den Vor­stän­den, vor die­ser Ver­laut­ba­rung, über­haupt gespro­chen hat. Der Vor­stand hat in den ver­gan­gen Wochen betriebs­öf­fent­lich erklärt, in den letz­ten Jah­ren mit einem Teil der Beleg­schaft wohl nicht gut umge­gan­gen zu sein, sogar vom Ein­ge­ständ­nis der Unge­rech­tig­kei­ten war die Rede. Die Ein­sicht und die For­de­run­gen der Beschäf­tig­ten nach tarif­li­cher Absi­che­rung haben den Vor­stand zu der Bot­schaft „Wir haben ver­stan­den“ an die eige­ne Beleg­schaft ver­an­lasst.

Der Vor­stand hat ver­stan­den was die Beschäf­tig­ten for­dern, unbe­fris­te­te Über­nah­me der
Aus­zu­bil­den, Beschäf­ti­gungs­si­che­rung im Kri­sen­fall, ver­bind­li­cher Anspruch für alle auf
Qua­li­fi­zie­rung, ver­bind­li­cher Anspruch auf Alters­teil­zeit und Ver­bind­lich­keit für fai­re
Ent­gelt­er­hö­hun­gen und Ent­loh­nung. Die Beschäf­tig­ten for­dern ein­heit­li­che und fai­re
Arbeits­be­din­gun­gen – alles Bei­trä­ge zur Stand­ort­si­che­rung.

Der Vor­stand der Fir­ma Schwei­zer hat ver­stan­den und dem Betriebs­rat umge­hend, zu den
berech­tig­ten For­de­run­gen der Beschäf­tig­ten, Gesprä­che und unver­bind­li­che
Betriebs­ver­ein­ba­run­gen ange­bo­ten. Aller­dings gibt es in Deutsch­land Geset­ze, die auch für Vor­stän­de bei Schwei­zer gel­ten – den Tarif­vor­be­halt (Ver­trags­be­stim­mun­gen die aus­schließ­lich über Tarif­ver­trä­ge zu ver­ein­ba­ren sind). Tarif­ver­trä­ge und das damit ver­bun­de­ne Streik­recht erspa­ren Beleg­schaf­ten Bet­tel­gän­ge gegen­über dem eige­nen Arbeit­ge­ber, so die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­rich­tes.

Frau Dr. Maren Schwei­zer, Herr Nico­las Schwei­zer, Herr Marc Bunz – haben Sie wirk­lich
ver­stan­den?

Die IG Metall kann heu­te nicht abse­hen wie die Aus­ein­an­der­set­zung um „tarif­li­che
Ver­bind­lich­keit“ bei der Schwei­zer Elec­tro­nic aus­ge­hen wird, die IG Metall kann jedoch eines
sicher sagen: Die Vor­stän­de bei Schwei­zer soll­ten im eige­nen betrieb­li­chen Inter­es­se damit begin­nen Grä­ben, die im Betrieb auf­ge­ris­sen wur­den, wie­der zuzu­schüt­ten und den Beschäf­tig­ten mit Respekt begeg­nen, die mit viel Mut ihr Recht in die eige­nen Hän­de genom­men haben.

Die IG Metall Freu­den­stadt steht für ver­ant­wort­li­ches Han­deln für alle Beschäf­tig­ten bei Schwei­zer, auch dann, wenn dies die vor­über­ge­hen­de Aus­set­zung von Streik­maß­nah­men, im Sin­ne von ver­ant­wort­li­chem Han­deln, bedeu­ten könn­te.
Doro­thee Diehm, 1. Bevoll­mäch­tig­te IG Metall, Freu­den­stadt