WALDMÖSSINGEN/SCHRAMBERG (red/wit) — In der Wald­mössinger Ortschaft­sratssitzung hat­te sich jüngst ein Bürg­er empört: “Im Tal wird Wein und in Wald­mössin­gen Wass­er getrunk­en.” Hin­ter­grund des Wutaus­bruchs: Der Ver­wal­tungsauss­chuss des Gemein­der­ats hat­te dem Ortschaft­srat aufer­legt, sich noch ein­mal mit den umstrit­te­nen Schlachthaus­ge­bühren zu befassen. Die sind bekan­ntlich bei weit­em nicht kos­ten­deck­end, wur­den let­zt­mals vor zehn Jahren erhöht und sollen als Beitrag zur all­ge­meinen Haushalt­skon­so­li­dierung ange­hoben wer­den. Grund für Gemein­der­at Mirko Witkows­ki in ein­er Glosse Kon­tra zu geben:

Die Ent­täuschung war groß, als sich die Mit­glieder des Ver­wal­tungsauss­chuss­es des Schram­berg­er Gemein­der­ats am Don­ner­stag im großen Sitzungssaal trafen. Neben den üblichen But­ter­brezeln, Min­er­al­wass­er und Apfel­saft herrschte beim Getränkeange­bot eine große Lücke. Hat­ten die Räte doch bei der mor­gendlichen Zeitungslek­türe erfahren, dass man im Wald­mössinger Ortschaft­srat ganz genau weiß, dass in Wald­mössin­gen Wass­er und im Tal Wein getrunk­en wird. Doch nach welch­er Wein­sorte Udo Neudeck im Rathaus auch suchte: Fehlanzeige! Kein Rotwein, kein Weißwein! Kein Bur­gun­der, kein Bor­deaux!

Ver­nom­men hat­te man im Tal auch, dass die Abwe­sen­heit der Mit­glieder des Ver­wal­tungsauss­chuss­es bei den Sitzun­gen des Ortschaft­srats dort heftig kri­tisiert wurde. Doch beim Blick auf die Zuschauer­plätze im großen Sitzungssaal kam Sorge auf, wo waren nur die Wald­mössinger Räte, fragte nicht nur ein sichtlich besorgter Ratskol­lege. Zwar waren eine ganze Rei­he von Ver­wal­tungsmi­tar­beit­ern da, auch Wald­mössin­gens Ortsvorste­herin saß wie üblich mit am Tisch, doch wo waren nur die Ortschaft­sräte aus Wald­mössin­gen abge­blieben.

Als es bei der ver­gan­genen Sitzung um ein speziell Wald­mössinger The­ma  ging, hat­ten sie den Weg ins Tal doch auch gefun­den. Doch dies­mal Fehlanzeige. Manch­er fragte sich besorgt, ob die Wald­mössinger Ortschaft­sräte sich auf dem Weg ins Tal etwa kräftig ver­ga­lop­piert hat­ten. Die gesamt­städtis­chen Gemein­deräte nah­men es gelassen, schmun­zel­ten und wandten sich den But­ter­brezeln und dem Min­er­al­wass­er zu.