Kimmich war kein NSDAP-Mitglied

Zu: Vor 80 Jahren: Treibjagd auf den Bischof Sproll

Dank­bar bin ich für den Bericht am Jah­res­tag. Die­se will­kür­li­chen Machen­schaf­ten der Nazis dür­fen beson­ders als War­nung für die Zukunft nicht in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Damals stan­den trotz der Schi­ka­nen die Katho­li­ken tap­fer zu ihrem Bischof. Am 24. März 1935 kamen aus 30 km Umkreis oft zu Fuß etwa 9000 Jugend­li­che zum Bischofs­tag nach Schram­berg. Kopi­en von der dama­li­gen Pre­digt des Bischofs und von der Rede bei der Nach­mit­tags­kund­ge­bung kön­nen bei mir ange­for­dert wer­den.

Ein klei­ner Feh­ler hat sich in dem Arti­kel ein­ge­schli­chen. Lud­wig Kim­mich war – wie er mir per­sön­lich schil­der­te – nicht Mit­glied der NSDAP, son­dern aus Lie­be zum Sport enga­giert aktiv in der NSKK, der dama­li­gen Sport­grup­pe der Par­tei. Eine ande­re Mög­lich­keit für gemein­sa­me sport­li­che Akti­vi­tä­ten gab es nicht, denn die frü­he­ren Sport­ver­ei­ne wur­den zwangs­wei­se auf­ge­löst.

Als Herr Kim­mich dann 1946 aus der Gefan­gen­schaft heim­kehr­te, wur­de ihm signa­li­siert, dass er für sei­ne frü­he­ren Ver­bin­dun­gen zu den Nazis jetzt büßen müs­se. Da es in der Besat­zungs­zeit nach dem Krieg bei einer Anzei­ge auch kei­nen Schutz gab, bekam er Angst, fuhr mit dem Fahr­rad nach Rot­ten­burg und wur­de vom Bischof emp­fan­gen, obwohl die­ser krank im Bett lag. Zunächst bekam er eine vom Bischof hand­schrift­lich im Bett geschrie­be­ne Schutz­be­schei­ni­gung, dann wur­de ihm der im Arti­kel genann­te amt­li­che Brief zu sei­nem Schutz zuge­sandt.

Hubert Haas Schram­berg