Der Antrag der Frak­ti­on SPD/Buntspecht weist in die rich­ti­ge Rich­tung, aber die Stadt­ver­wal­tung will die Pro­ble­ma­tik offen­sicht­lich nicht wahr­ha­ben. Seit der Ein­ge­mein­dung Ten­nen­bronn am 27. Janu­ar 2006 hat die Stadt Schram­berg bis heu­te etwa 2000 Ein­woh­ner ver­lo­ren. Bei einer Haus­halts­grö­ße von 2 Per­so­nen sind somit 1000 Woh­nun­gen leer gewor­den. Es ist kein Wun­der, dass sich des­halb die Immo­bi­li­en­prei­se in Schram­berg im frei­en Fall befin­den.

Auf­grund der Über­al­te­rung der Bevöl­ke­rung wird sich die­se Ten­denz noch beschleu­ni­gen, wenn nicht etwas Ent­schei­den­des pas­siert. Die Tal­stadt Schram­berg hat bereits weni­ger Ein­woh­ner als im Jahr 1900. Die Bau­lü­cken­po­li­tik der Stadt­ver­wal­tung bringt uns nicht wei­ter, da die Bau­lü­cken nicht im städ­ti­schen Eigen­tum sind und die Eigen­tü­mer in Zei­ten des Geld­ver­fal­les nicht dar­an den­ken, Immo­bi­li­en­be­sitz auf­zu­ge­ben. Die Dra­ma­tik kommt auch dar­in zum Aus­druck, dass die Stadt für jeden Ein­woh­ner etwa 1000 Euro Zuwei­sung vom Land erhält. Somit sind die Zuwei­sun­gen um jähr­lich zwei Mil­lio­nen zurück­ge­gan­gen, obwohl natür­lich die Unter­hal­tungs­kos­ten für die öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen wie Stra­ßen, Schu­len, Kana­li­sa­ti­on etc. gleich blei­ben, aber immer weni­ger in Anspruch genom­men wer­den. Dar­aus ergibt sich natür­lich eine Gebüh­ren­spi­ra­le nach oben. Kauf­kraft und Steu­er­ein­nah­men sin­ken eben­falls.

Gleich­zei­tig sind täg­lich 6000 bis 7000 Ein­pend­ler aus den umlie­gen­den Ort­schaf­ten zu beob­ach­ten, die sicher ger­ne in Schram­berg gebaut hät­ten oder hier ihren Wohn­sitz genom­men hät­ten. Der Bedarf wur­de offen­sicht­lich nicht erkannt oder nicht in aus­rei­chen­der Qua­li­tät befrie­digt. Die von der Stadt­ver­wal­tung immer wie­der als Bau­ver­hin­de­rungs­grund genann­te Hang­la­ge kann nicht alles ent­schul­di­gen. Es gibt Bei­spie­le in Nach­bar­ge­mein­den mit ähn­li­cher Topo­gra­phie, in denen mun­ter am Hang gebaut wird und auch die Ein­woh­ner­zahl zunimmt. Aus den Nach­bar­ge­mein­den hört man auch immer wie­der die Kri­tik, dass es bei der Stadt­ver­wal­tung mit der Bear­bei­tung des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes hapert. Offen­sicht­lich geht auch die Bear­bei­tung von Bau­ge­su­chen in den Nach­bar­ge­mein­den, die der Bau­auf­sicht des Land­rats­am­tes unter­ste­hen, zügi­ger als bei der Stadt, die selbst Bau­ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ist. Hier ist mei­ner Mei­nung nach der Chef der Ver­wal­tung gefor­dert.

Eber­hard Pietsch, Schram­berg