Leserbrief: „Ein ungerechter Schlag in die Magengrube“

Leserbrief zum Zuschuss für die Szene 64

Die im Gemeinderat Schramberg getroffene Zuschussentscheidung für die „Szene 64“ ist für keinen von uns nachvollziehbar!

Sicherlich zähle ich nicht zu den ständigen Leserbriefschreibern, doch die unlängst getroffene Zuschussgenehmigung von nochmals 200.000 Euro für den Verein der Szene 64 verstehen sicherlich die wenigsten Menschen!

Seit 1980 bin ich als Bürger dieser Stadt ehrenamtlich engagiert. Über die meisten in diesem Zeitraum getroffenen Entscheidungen des Gemeinderats bin ich im Bilde. Als Initiator und jahrelanger ehrenamtlicher Geschäftsführer des 1983 gegründeten Selbsthilfewerks für junge Arbeitslose, ein Modell welches von 22 Städten in Baden-Württemberg kopiert wurde, und 2001 Mitgründer des Betreuungsvereins im Landkreis Rottweil, mit heute 144 ehrenamtlichen Mitarbeitern, und Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Schramberg mit derzeit 674 Mitgliedern sowie Vorsitzender des 2007 gegründeten Vereins der Bibelerlebniswelt in Schönbronn, mit jährlich über 2.000 Besuchern, möchte ich mir ein Urteil über die soziale Ungerechtigkeit dieser Entscheidung des Stadtrats von Schramberg erlauben!

So wurde zum Beispiel der Verein der Bibelerlebniswelt auch mit dem Hintergrund zum Erhalt der denkmalgeschützten Kirche in Schönbronn gegründet. Über zwölf Jahre hat es nun der Verein mit Eintrittsgeldern und Veranstaltungen geschafft, die gesteckten Ziele mit viel Mühe und ohne Zuschussanträge bei der Stadt Schramberg zu erreichen. Allerdings fiel es uns auch sehr schwer, die unerwartet auftretenden Sonderreparaturen von Treppen-schwamm, Orgelsanierung und vieles mehr zusammen mit der evangelischen Kirchenge-meinde Locherhof mittragen zu helfen. Dabei wäre sicherlich ein Zuschussantrag bei beispielsweise derzeitigen Kirchen-Innentemperaturen von vier bis fünf Grad Celsius für eine bessere Isolierung und Heizungssystem auch angebracht.

All die aufgezählten – stets ehrenamtlichen – Tätigkeiten dienen nicht der Selbstbeweihräucherung, zumal auch schon mal die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes abgelehnt wurde, sondern lediglich dazu, die Blicke auf eine unverhältnismäßige Zuschussentscheidung zu lenken.

Selbst bei den Mitgliedern des Stadtverbands Soziales hat in der kürzlich stattgefundenen Hauptversammlung der neuerliche Zuschuss von über 200.000 Euro für die Sezne 64 Kopfschütteln ausgelöst. Diese Entscheidung ist für alle seit Jahren kulturell und sozial engagierten und ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schramberg ein beschämender, beleidigender und zugleich ungerechter Schlag in die Magengrube.

Auch spricht die Tatsache, dass eine offizielle Anfrage zu Friedhofsfragen aus Schönbronn an das Bürgermeisteramt und die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat lediglich von einer Fraktionsvorsitzenden beantwortet wurde, nicht gerade für Bürgernähe! Da klingt doch so manches jeweils vor den Kommunalwahlen etwas anders! Hierdurch werden sicherlich auch sogenannte Wutbürger produziert?

Dieter Vanselow, Schramberg-Schönbronn

 

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