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Donnerstag, 12. Dezember 2019
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Leserbrief: ”Ein ungerechter Schlag in die Magengrube”

Leser­brief zum Zuschuss für die Sze­ne 64


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Die im Gemein­de­rat Schram­berg getrof­fe­ne Zuschuss­ent­schei­dung für die „Sze­ne 64“ ist für kei­nen von uns nach­voll­zieh­bar!

Sicher­lich zäh­le ich nicht zu den stän­di­gen Leser­brief­schrei­bern, doch die unlängst getrof­fe­ne Zuschuss­ge­neh­mi­gung von noch­mals 200.000 Euro für den Ver­ein der Sze­ne 64 ver­ste­hen sicher­lich die wenigs­ten Men­schen!

Seit 1980 bin ich als Bür­ger die­ser Stadt ehren­amt­lich enga­giert. Über die meis­ten in die­sem Zeit­raum getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen des Gemein­de­rats bin ich im Bil­de. Als Initia­tor und jah­re­lan­ger ehren­amt­li­cher Geschäfts­füh­rer des 1983 gegrün­de­ten Selbst­hil­fe­werks für jun­ge Arbeits­lo­se, ein Modell wel­ches von 22 Städ­ten in Baden-Wür­t­­te­m­berg kopiert wur­de, und 2001 Mit­grün­der des Betreu­ungs­ver­eins im Land­kreis Rott­weil, mit heu­te 144 ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern, und Vor­sit­zen­der des VdK-Orts­­ver­­­bands Schram­berg mit der­zeit 674 Mit­glie­dern sowie Vor­sit­zen­der des 2007 gegrün­de­ten Ver­eins der Bibel­er­leb­nis­welt in Schön­bronn, mit jähr­lich über 2.000 Besu­chern, möch­te ich mir ein Urteil über die sozia­le Unge­rech­tig­keit die­ser Ent­schei­dung des Stadt­rats von Schram­berg erlau­ben!

So wur­de zum Bei­spiel der Ver­ein der Bibel­er­leb­nis­welt auch mit dem Hin­ter­grund zum Erhalt der denk­mal­ge­schütz­ten Kir­che in Schön­bronn gegrün­det. Über zwölf Jah­re hat es nun der Ver­ein mit Ein­tritts­gel­dern und Ver­an­stal­tun­gen geschafft, die gesteck­ten Zie­le mit viel Mühe und ohne Zuschuss­an­trä­ge bei der Stadt Schram­berg zu errei­chen. Aller­dings fiel es uns auch sehr schwer, die uner­war­tet auf­tre­ten­den Son­der­repa­ra­tu­ren von Tre­p­­pen-schwamm, Orgel­sa­nie­rung und vie­les mehr zusam­men mit der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge-mein­­de Locher­hof mit­tra­gen zu hel­fen. Dabei wäre sicher­lich ein Zuschuss­an­trag bei bei­spiels­wei­se der­zei­ti­gen Kir­chen-Innen­­te­m­pe­ra­­tu­­ren von vier bis fünf Grad Cel­si­us für eine bes­se­re Iso­lie­rung und Hei­zungs­sys­tem auch ange­bracht.

All die auf­ge­zähl­ten – stets ehren­amt­li­chen – Tätig­kei­ten die­nen nicht der Selbst­be­weih­räu­che­rung, zumal auch schon mal die Ver­lei­hung des Bun­des­ver­dienst­kreu­zes abge­lehnt wur­de, son­dern ledig­lich dazu, die Bli­cke auf eine unver­hält­nis­mä­ßi­ge Zuschuss­ent­schei­dung zu len­ken.

Selbst bei den Mit­glie­dern des Stadt­ver­bands Sozia­les hat in der kürz­lich statt­ge­fun­de­nen Haupt­ver­samm­lung der neu­er­li­che Zuschuss von über 200.000 Euro für die Sez­ne 64 Kopf­schüt­teln aus­ge­löst. Die­se Ent­schei­dung ist für alle seit Jah­ren kul­tu­rell und sozi­al enga­gier­ten und ehren­amt­lich täti­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Stadt Schram­berg ein beschä­men­der, belei­di­gen­der und zugleich unge­rech­ter Schlag in die Magen­gru­be.

Auch spricht die Tat­sa­che, dass eine offi­zi­el­le Anfra­ge zu Fried­hofs­fra­gen aus Schön­bronn an das Bür­ger­meis­ter­amt und die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den im Stadt­rat ledig­lich von einer Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den beant­wor­tet wur­de, nicht gera­de für Bür­ger­nä­he! Da klingt doch so man­ches jeweils vor den Kom­mu­nal­wah­len etwas anders! Hier­durch wer­den sicher­lich auch soge­nann­te Wut­bür­ger pro­du­ziert?

Die­ter Van­se­low, Schram­berg-Schön­bronn

 

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