Ich habe einen Traum

Ich habe einen Traum

Nicht, dass ein neues Gefängnis nicht notwendig wäre. Das wäre, leider, Illusion.Aber ich sehe, dass die schöne Stadt, in der ich leben darf, seit Jahrhunderten liebevoll gepflegt und erhalten wird – und ich habe einen Traum: Dass wir mit dem Umland unserer Stadt ebenso liebevoll umgehen.

Ich sehe die Schönheit der Landschaft um Neckarburg und Esch – und ich habe einen Traum: Dass die Entscheidungsträger in Stadt und Land erkennen, wie schon der Gemeinderat vor Jahren, dass sie nicht durch einen Zweckbau verstellt werden darf.

Ich sehe, wie groß die Versuchung ist, Landschaft als Baugrund zu verwerten – und habe einen Traum: Dass uns wenigstens die schönsten Landschaftspartien erhalten bleiben.

Ich sehe: Wir leben in einer höchst reizvollen Region, aber Neckarburg und Esch zählen zu den ganz großen Glanzpunkten in Rottweils Umgebung – und ich habe einen Traum: Dass Rottweil die drohende traurige Berühmtheit erspart bleibt, dieses besondere Gut aufgegeben zu haben.

Ich sehe, es gibt Dinge, die wir nicht vervielfältigen können, und habe einen Traum: Dass wir Einmaliges erhalten.

Ich sehe, dass Rottweil bis heute umsichtig verwaltet wird – und ich habe einen Traum: Dass es auch ohne ein Gefängnis eine wirtschaftliche Zukunft hat, wenn es den richtigen Standort nicht hat oder nicht finden kann.

Ich sehe, wie schwer die Standortsuche ist – und ich habe einen Traum: Dass der geeignete Bauplatz für das Gefängnis noch gefunden wird.

Die Zeit für das Esch ist reif – dafür, dass wir es schützen.

Pius Löcher, Rottweil

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 3. Juni 2015 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/meinung/leserbriefe/ich-habe-einen-traum/90342