Die von der Stadt Rott­weil vor­ge­stell­te Hän­ge­brü­cke soll inner­halb der Stadt­mau­er beim Domi­ni­ka­ner-Muse­um (Tau­ben­haus) begin­nen und zu einem nicht genau defi­nier­ten Platz auf dem Ber­ner Feld füh­ren. Es ist die Vari­an­te 15, die der Inves­tor, Herr Eber­hardt, hat pla­nen las­sen.
 
Ein Bau­vor­ha­ben die­ser Grö­ßen­ord­nung lässt ein erheb­li­ches Ver­kehrs­auf­kom­men erwar­ten und erfor­dert grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen zur wei­te­ren Stadt­ent­wick­lung. Wie kön­nen die Besu­cher­strö­me sinn­voll und für die Ein­woh­ner ver­träg­lich kana­li­siert wer­den? Die Hän­ge­brü­cke hängt bis­her buch­stäb­lich in der Luft, weil das Rat­haus es ver­säumt hat, kon­kre­te Vor­ga­ben über die Anknüp­fungs­punk­te in der Stadt und auf dem Ber­ner Feld zu defi­nie­ren.
 
Die Anknüp­fungs­punk­te soll­ten jeweils zen­tra­le Ver­kehrs­kno­ten­punk­te für Schie­ne, Bus, Stra­ße, Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger sein. Hier möch­te ich den Fokus auf den Kriegs­damm legen. Es wur­de schon viel über einen zen­tra­len Stadt­bus­bahn­hof dis­ku­tiert. Der Kriegs­damm ist hier­für geeig­net.
 
Die Bahn ist etwas wei­ter ent­fernt (etwa 200 Meter), könn­te aber durch eine neue Ring­zug­sta­ti­on am Näge­les­gra­ben (Rott­weil Mit­te) über einen Schräg­auf­zug ver­knüpft wer­den.
Über eine wei­te­re Ver­kehrs­be­ru­hi­gung in der Innen­stadt müss­te nach­ge­dacht wer­den, das heißt am Kriegs­damm wäre End­sta­ti­on für den Durch­gangs­ver­kehr.
 
Der Zugang zur Hän­ge­brü­cke soll­te außer­halb der Stadt­mau­er ange­legt wer­den, um die Anwoh­ner im Koro­ko zu ent­las­ten. Auf oder unter der Dreh­schei­be Kriegs­damm kann wei­te­rer Park­raum geschaf­fen wer­den.
 
Auf dem Ber­ner Feld gilt es, eben­falls einen sol­chen zen­tra­len Platz zu fin­den, die bis­he­ri­gen Vor­stel­lun­gen hier­zu sind sehr schwam­mig. Man kann eine Hän­ge­brü­cke nicht so ein­fach in die Land­schaft stel­len und abwar­ten, was dann pas­siert und wie die Betrof­fe­nen damit klar­kom­men. Wenn hier grö­ße­re Klar­heit herrscht, kann Herr Eber­hardt einen 16. Ent­wurf zur Hän­ge­brü­cke star­ten.
 
Noch eine Anmer­kung zu Herrn Enges­ers Leser­brief: Er mokiert sich über die zu erwar­ten­den ‚Strö­me‘, die zu ver­kraf­ten sind. Ich möch­te hier­zu nur auf die im Okto­ber 2015 gebau­te, ver­gleichs­wei­se klei­ne Hän­ge­brü­cke ‚Gei­er­lay‘ im tiefs­ten Huns­rück ver­wei­sen, die inner­halb acht Mona­ten bereits 180.000 Besu­cher hat­te. Dort gibt es kei­nen Test­turm, son­dern nur Land­schaft pur.“
 
Wer­ner Stoll, Rott­weil