Nur noch die Abrissbirne im Kopf”

Leserbrief zu: Bernecktal: Ruinenreste werden abgeräumt

Wer kennt ihn - den Blick zur Ruine Berneck? Foto: him

Die Geschich­te alter Mau­ern ist für heu­ti­ge Ent­schei­dungs­trä­ger nichts mehr wert. Das Ber­neck­tal wur­de um 1900 gut besuch­tes Wan­der­ziel war wegen sei­ner Fel­sen und roman­ti­schen Bur­gen beliebt und eine Rei­se wert. Eine Res­sour­ce wel­che vor allem wir Ein­hei­mi­sche schein­bar weit­ge­hend igno­rie­ren oder ver­ges­sen haben.                                                                                                                                        Der Schwarz­wald mit sei­nem Schluch­ten und Tälern ist jedoch nicht nur bei älte­ren Natur­lieb­ha­bern, son­dern auch bei jun­gen Wan­de­rern wie­der beliebt, ein wenig Geschich­te und Aben­teu­er­lust, (eine Burg kommt dem ent­ge­gen ) darf dabei ger­ne sein.

Den Trend soll­te man aber nicht ver­pas­sen. Die tou­ris­ti­sche Ent­wick­lung ver­läuft bei uns hin­ge­gen gelin­de gesagt  sehr behä­big und stief­müt­ter­lich.  Der Bedarf steigt merk­lich.

Hän­de­rin­gend wird nach neu­er Iden­ti­tät auf dem Papier gesucht und lässt sich‚s auch was kos­ten, aber die vor­han­de­nen Beson­der­hei­ten gehen außen vor. Mit dem Abriss der Res­te auf dem Fels­sporn, Burg Ber­neck  (etwa 1230 erbaut und namens­ge­bend für das Ber­neck­tal) wird ein wei­te­rer geschichts­träch­ti­ger Ort zer­stört, statt restau­riert und erhal­ten.

Dabei könn­te gera­de die Mitt­le­re des Ensem­bles der drei Bur­gen im Ber­neck­tal, Dreh und Angel­punkt des geplan­ten Premium–Wanderwegs sein. Hier kreu­zen sich die Wege und fast jede Tour berührt die­se Burg. Geschicht­lich mar­kiert sie außer­dem die engs­te Stel­le bei der Teu­fels­kü­che.

Die Fel­sen und Bur­gen in unse­rem Tal sind als Gan­zes ein erhal­tens­wer­ter Schatz, wel­cher schon lan­ge die nöti­ge Sen­si­bi­li­tät und Auf­merk­sam­keit ver­die­nen und nicht nach Kas­sen­la­ge gewollt ober neu­er­dings eben wie­der nicht gewollt wird. Mit dem Draht­ver­hau um die Teu­fels­kü­che her­um und die pro­vi­so­ri­sche Seil­si­che­rung der Mau­ern, war die Hoff­nung auf Sanie­rung der Burg ver­bun­den.

Ansons­ten könn­te man noch auf die Idee kom­men, dass man sich das mit dem Abriss der Burg auch hät­te vor­her über­le­gen kön­nen, lan­ge genug hat die Sper­rung des Ber­neck­tals ja gedau­ert, damit wären dann die über­di­men­sio­nier­ten Siche­rungs­maß­nah­men im Bereich der Teu­fels­kü­che  sicher­lich wesent­lich  bil­li­ger aus­ge­fal­len.

Es ist ein Unding, dass ein „Technik–Ausschuss“ hier „nach Kas­sen­la­ge“ der Emp­feh­lung Abriss folgt.  Es ist ein Unding, dass das Denk­mal­amt abwinkt und damit zum Mit­wir­ken­den wird, wenn das Gesamt­bild des Ber­neck­tals wei­ter ram­po­niert wird.

Hät­te Arthur Jung­hans vor 120 Jah­ren auch so gedacht, wäre die Burg Fal­ken­stein längst vom Fel­sen ver­schwun­den, was für die meis­ten Schram­ber­ger heu­te wohl eben­so undenk­bar wäre, wie die jetzt gefäll­te Ent­schei­dung der Stadt­obe­ren. Man den­ke in die­sem Zusam­men­hang auch an den „Inka­kopf“ beim Eis­werk, wel­cher in den 60er Jah­ren unbe­dingt dem Stra­ßen­bau zum Opfer fal­len muss­te.

Mein Wunsch an alle  Ent­schei­dungs­trä­ger: För­dert das tou­ris­ti­sche Ziel wan­der­ba­res (wun­der­ba­res) Ber­neck­tal, macht die Burg­rui­ne Ber­neck zum Mit­tel­punkt gebt ihr ein fai­re Chan­ce.

Fritz Wöhr­le, Ten­nen­bronn