Pestizidfreie Städte sind möglich

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Der Ein­satz des Pflan­zen­ver­nich­tungs­mit­tels „Roun­dup“ von Mon­s­an­to zur kom­mu­na­len Grün­flä­chen­pfle­ge mag sich öko­no­misch rech­nen. Öko­lo­gisch ist dies aber nicht zu akzep­tie­ren.

Roun­dup ist ein gly­pho­sat­hal­ti­ges Her­bi­zid, wel­ches über­all dort ein­ge­setzt wird, wo jeg­li­ches pflanz­li­che Leben ver­nich­tet wer­den soll. Zahl­rei­che Stu­di­en lie­fern inzwi­schen Indi­zi­en dafür, dass Gly­pho­sat bei Mensch und Tier das Erb­gut schä­digt und Krank­hei­ten

wie Krebs aus­lö­sen kann. Für Amphi­bi­en ist das Mit­tel erwie­se­ner­ma­ßen töd­lich.

Auch wenn die Stadt Schram­berg „Roun­dup“ nur im Stra­ßen­be­reich ein­setzt, so kann es doch durch Abdrift bei der Aus­brin­gung ver­brei­tet wer­den oder durch abflie­ßen­des Ober­flä­chen­was­ser ins Grund­was­ser gelan­gen.

Rück­stän­de von Gly­pho­sat fin­den sich inzwi­schen über­all in der Umwelt und auch im mensch­li­chen Urin kann der Stoff nach­ge­wie­sen wer­den. Vor allem ver­ur­sacht durch den mas­si­ven Ein­satz in der Land­wirt­schaft, aber eben auch durch den ver­meid­ba­ren Ein­satz in Städ­ten und Gemein­den.

Die Stadt Schram­berg hat 2010 die Dekla­ra­ti­on zur Bio­lo­gi­schen Viel­falt in Kom­mu­nen unter­zeich­net. Die Dekla­ra­ti­on soll­te Kom­mu­nen dazu moti­vie­ren, den Schutz von Tier- und Pflan­zen­ar­ten bei kom­mu­na­len Ent­schei­dun­gen zu berück­sich­ti­gen. Der Ein­satz die­ses

Pflan­zen­ver­nich­tungs­mit­tels kratzt hier doch sehr an der Glaub­wür­dig­keit.

Apro­pos Glaub­wür­dig­keit: Aktu­ell fin­den in Schram­berg die Eine-Welt-Wochen statt. Hier geht es um den Zusam­men­hang der glo­ba­len Aus­wir­kung des eige­nen Han­delns. Litt­le Glo­cal City Schram­berg setzt mit Roun­dup ein Mit­tel des Che­mie­kon­zerns Mon­s­an­to ein.

Der Kon­zern ist größ­ter Saat­gut­her­stel­ler der Welt. Mit Gen­tech­nik und Patent­schutz – auch auf kon­ven­tio­nell gezüch­te­te Pflan­zen und Tie­re – gelingt es dem Kon­zern, Land­wir­te vor allem in ärme­ren Gebie­ten in eine Abhän­gig­keit zu brin­gen und die Kon­trol­le über die gesam­te Ket­te der Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on zu erhal­ten. Mit die­ser Metho­de ist Mon­s­an­to inzwi­schen sehr erfolg­reich.

Pes­ti­zid­freie Städ­te sind mög­lich. Tübin­gen, Saar­brü­cken, Müns­ter machen es vor. Schram­berg soll­te sich ein Bei­spiel neh­men.

Sil­ke Petri

Natur­Freun­de Schram­berg

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