Schokoladenseite

Die Visi­ten­kar­te einer Stadt hat vie­le Facet­ten. Dabei zählt – das weiß jeder – der ers­te Ein­druck. Wie gut daher, dass die Zufahr­ten in die Stadt ins Visier der Stadt­pla­ner gera­ten sind. Zu lan­ge wur­den dort Schat­ten­be­rei­che tole­riert, die im kras­sen Gegen­satz zur sonst ganz schmuck gera­te­nen Innen­stadt ste­hen.

Reden wir jetzt über die Scho­ko­la­den­sei­te der Stadt. Und die gibt es! Fährt man vom Sul­gen nach Schram­berg auf der vier­spu­ri­gen Bun­des­stra­ße, dann sieht man des öfte­ren Tou­ris­ten – halt die­je­ni­gen, die es geschafft haben, ihren Wagen mit Voll­brem­sung in die kur­ze Hal­te­bucht zu manö­vrie­ren -, die begeis­tert sind vom Pan­ora­ma-Blick über die Stadt, über das Jung­hans Monu­ment, hin­über zur Burg Hohen­schram­berg und zu den Höhen­zü­gen des Schwarz­walds. Fotos wer­den gemacht und die Fahrt dann fort­ge­setzt.

War­um holen wir die Tou­ris­ten nicht dort ab, wo Sie den bes­ten Ein­druck von unse­rer Stadt haben? War­um soll der inter­es­sier­te Tou­rist erst in die Stadt fah­ren, dort zen­trums­fern par­ken, nach der Tou­rist-Info suchen und die­se dann auf­su­chen müs­sen? War­um bie­ten wir den Schram­berg-pas­sie­ren­den-Auto­fah­rern – eigent­lich ja viel zu vie­le, wie wir wis­sen – nicht einen Pan­ora­ma­park­platz auf Halb­hö­he an? Man könn­te doch die Hal­te­bucht auf meh­re­re hun­dert Meter aus­bau­en, dazu die vier­te Spur tal­wärts als Zu- und Abfahrt nut­zen und dann noch eine Tou­rist-Info genau dort auf­stel­len.

Der Ver­lust einer vier­ten Fahr­spur tal­wärts auf den letz­ten Metern wäre zwar ein Ver­lust, aber welch einen Gewinn hät­te Schram­berg auf der ande­ren Sei­te zu erwar­ten? Die Besu­cher­zah­len für unse­re Muse­en, für unse­re Innen­stadt und auch die Anzahl Über­nach­tungs­gäs­te könn­ten erheb­lich stei­gen. Und wir wis­sen doch – der Schwarz­wald liegt im Trend. Pro­fi­tie­ren wir davon!

Joa­chim Huber, Schram­berg