(Leser­mei­nung). Zu unse­rer Bericht­erstat­tung über einen men­schen­ver­ach­ten­den Bei­trag auf der Face­book­sei­te des AfD-Kreis­ver­bands Rottweil/Tuttlingen hat uns ein Leser­brief des SPD-Kreis­ver­bands erreicht. Sei­ne Mit­glie­der erklä­ren dar­in: „Der AfD-Kreis­ver­band ist eine Schan­de für die Land­krei­se Rott­weil und Tutt­lin­gen.” Hier der Leser­brief im Wort­laut:

Wie kann jemand nur so kalt, so men­schen­ver­ach­tend sein? Fas­sungs­lo­sig­keit beschreibt es wohl am bes­ten, wenn es um die eige­ne Gefühls­la­ge und die Gefühls­la­ge der weit­aus über­wie­gen­den Zahl der Mit­men­schen geht, die lesen müs­sen, was die AfD aktu­ell wie­der ein­mal ver­brei­tet hat. Fron­tex sol­le been­det wer­den, damit noch mehr Men­schen auf dem Weg übers Meer ums Leben kom­men, um so am Ende die Zahl der Flücht­lin­ge zu redu­zie­ren. Dies ist also das men­schen­ver­ach­ten­de Rezept der AfD, wie es auf der Face­book-Sei­te des AfD-Kreis­ver­bands Rottweil/Tuttlingen zu lesen war. Auf der AfD-Sei­te war dies schär­fer for­mu­liert. Allei­ne es sträubt sich in uns alles, die dor­ti­ge For­mu­lie­rung zu zitie­ren.

Wann kapiert die AfD end­lich, dass es um die Bekämp­fung der Flucht­ur­sa­chen und nicht um die Bekämp­fung der betrof­fe­nen Men­schen geht, die zur Flucht gezwun­gen sind. Jeder von uns wür­de doch eben­falls sei­ne Fami­lie und sich sel­ber in Sicher­heit brin­gen, wenn Mör­der­ban­den nur weni­ge Kilo­me­ter von der eige­nen Gemein­de ent­fernt oder gar schon weni­ge Stra­ßen wei­ter ihr Unwe­sen trei­ben.

Nach­dem es öffent­li­che Pro­tes­te gegen die Äuße­run­gen auf der AfD-Sei­te gege­ben hat, will es nun mal wie­der nie­mand gewe­sen sein. Gar mani­pu­liert wor­den sein soll die Sei­te und natür­lich ist der für die Sei­te Ver­ant­wort­li­che gera­de im Urlaub. Das glaubt doch kein Mensch. Was hier abge­lau­fen ist, näm­lich erst pro­vo­zie­ren, dann die öffent­li­che Wir­kung abwar­ten und am Ende von nichts wis­sen wol­len, ist die übli­che Stra­te­gie der AfD.

Dazu passt auch, dass der Spre­cher des AfD-Kreis­ver­bands Rottweil/Tuttlingen, Emil Sän­ze, erst mal für die Pres­se nicht erreich­bar war. Auch das hat Metho­de. Man erin­ne­re sich nur dar­an, als es um die Fra­ge der Spal­tung der AfD-Frak­ti­on im Land­tag von Baden-Würt­tem­berg ging. Am Ende kam her­aus, dass Emil Sän­ze genau dem Teil der einst gemein­sa­men Frak­ti­on die Treue hält, der die noch extre­me­ren Posi­tio­nen gegen­über zur Flucht gezwun­ge­nen Men­schen ver­tritt.

Auch wur­de bis­her nicht bekannt, was Emil Sän­ze im Land­tag eigent­lich leis­tet und wie er sich für sei­nen Wahl­kreis Rott­weil ein­setzt. Das erweckt alles den Anschein, als ob die Abge­ord­ne­ten­diä­ten zwar ger­ne kas­siert wer­den, es mit der ehr­li­chen Arbeit aber nicht so weit her ist. Die­se mit viel Enga­ge­ment ver­bun­de­ne Arbeit über­lässt man dann doch lie­ber den Ver­tre­tern der ande­ren Par­tei­en.

Wie unglaub­wür­dig die Distan­zie­rungs­ver­su­che von Emil Sän­ze und Co sind, belegt der Pres­se­spre­cher der Stadt Tutt­lin­gen, Arno Specht, der dan­kens­wer­ter­wei­se in eine direk­te Kon­fron­ta­ti­on gegan­gen ist und den Hetz-Bei­trag der AfD kom­men­tiert hat. Er und ande­re wur­den, wie Specht schreibt, vom AfD-Kreis­ver­band als „Fein­de des Grund­ge­setz“ beschimpft. Dies ende­te dann damit, dass Arno Specht, nach­dem es ein paar­mal hin und her gegan­gen war, wie die Medi­en berich­ten, auf der AfD-Face­book­sei­te gesperrt und sei­ne Kom­men­ta­re gelöscht wur­den.

Da macht sich der AfD-Kreis­ver­band Rottweil/Tuttlingen kom­plett unglaub­wür­dig. Der AfD-Kreis­ver­band ist eine Schan­de für die Land­krei­se Rott­weil und Tutt­lin­gen. Bleibt nur zu hof­fen, dass die AfD und ihre Ver­tre­ter von den Bür­gern bei den nächs­ten Wah­len die Quit­tung dafür erhal­ten. Da es bis dahin noch dau­ert, bleibt nur zu hof­fen, dass die Jus­tiz Ansatz­punk­te fin­det, um dem men­schen­ver­ach­ten­den Trei­ben ein Ende zu setz­ten.

Für den SPD-Kreis­ver­band Rott­weil: Tors­ten Stumpf, Deiß­lin­gen; Elke Ringl-Klank, Schram­berg; Mir­ko Wit­kow­ski, Schram­berg