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Donnerstag, 27. Februar 2020

Tiere warten oft stundenlang unter Schmerzen auf Erlösung

Leserbrief zum Artikel „Drückjagd am Tierstein“

Mit Bestürzung las ich den Artikel in Ihrer Zeitung zum Thema „Drückjagd“. Die Grünröcke auch Jäger genannt, wollen auf Schramberger Gemarkung möglichst viele Rehe, Füchse und Wildschweine erlegen. Der Deutsche Jagdverband schreibt, dass die Tiere tierschutzgerecht erlegt werden können.

Tierschutzgerecht erlegt werden…….mir blieb das Frühstück im Hals stecken, als ich das gelesen habe. Längst ist erwiesen, dass es in Naturschutzgebiete ohne Jagd nicht zu einer sprunghaften Explosion der Tierbestände kommt. Der Aufbau sich selbst regulierender möglichst naturbelassener Gebiete muss vorrangiges Ziel sein. Der Mensch muss lernen, mit den Tieren zusammenzuleben.

Ob nun die Drückjagd oder die Fallenjagd, die die Tiere oft stundenlang unter Schmerzen auf Erlösung warten.
Das blutige „Freizeitvergnügen“ kann durch nichts gerechtfertigt werden.Jagd ist weder sportlich noch romantisch und hat rein gar nichts mit Tierschutz oder Hege und Pflege zu tun.

Ich fordere ein Verbot sämtlicher Jagdmethoden die erheblich Schmerz und Leid zufügen. Ein Verbot des Abschießens von Hunden und Katzen! Laut Schätzung der Jagdverbände werden jährlich bis zu 30 000 Hunde und 300 000 Katzen getötet. Beim Töten von schätzungsweise jährlich 330.000 Haustieren geht es den Jägern nicht um Arten- oder Tierschutz, sondern lediglich um Beuteneid. Für die Tiere im Wald sind die Jäger selbst die größte Gefahr.

Die Schäden die das Wild im Wald verursacht, sind jagdlich bedingt. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. sterben, vor allem bei der Drückjagd, bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort. Nicht ohne Grund gibt es den Begriff der „Nachsuche“ für verletzte Tiere. Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die Tiere, leiden oftmals tagelang unerträgliche Schmerzen und sterben einen qualvollen Tod.

Harald Becker, Spaichingen
Stellv. Landesvorsitzender
Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (Tierschutzallianz)

 

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