Leser­brief zum Arti­kel „Drück­jagd am Tier­stein”

Mit Bestür­zung las ich den Arti­kel in Ihrer Zei­tung zum The­ma „Drück­jagd”. Die Grün­rö­cke auch Jäger genannt, wol­len auf Schram­ber­ger Gemar­kung mög­lichst vie­le Rehe, Füch­se und Wild­schwei­ne erle­gen. Der Deut­sche Jagd­ver­band schreibt, dass die Tie­re tier­schutz­ge­recht erlegt wer­den kön­nen.

Tier­schutz­ge­recht erlegt werden.……mir blieb das Früh­stück im Hals ste­cken, als ich das gele­sen habe. Längst ist erwie­sen, dass es in Natur­schutz­ge­bie­te ohne Jagd nicht zu einer sprung­haf­ten Explo­si­on der Tier­be­stän­de kommt. Der Auf­bau sich selbst regu­lie­ren­der mög­lichst natur­be­las­se­ner Gebie­te muss vor­ran­gi­ges Ziel sein. Der Mensch muss ler­nen, mit den Tie­ren zusam­men­zu­le­ben.

Ob nun die Drück­jagd oder die Fal­len­jagd, die die Tie­re oft stun­den­lang unter Schmer­zen auf Erlö­sung war­ten.
Das blu­ti­ge „Frei­zeit­ver­gnü­gen” kann durch nichts gerecht­fer­tigt werden.Jagd ist weder sport­lich noch roman­tisch und hat rein gar nichts mit Tier­schutz oder Hege und Pfle­ge zu tun.

Ich for­de­re ein Ver­bot sämt­li­cher Jagd­me­tho­den die erheb­lich Schmerz und Leid zufü­gen. Ein Ver­bot des Abschie­ßens von Hun­den und Kat­zen! Laut Schät­zung der Jagd­ver­bän­de wer­den jähr­lich bis zu 30 000 Hun­de und 300 000 Kat­zen getö­tet. Beim Töten von schät­zungs­wei­se jähr­lich 330.000 Haus­tie­ren geht es den Jägern nicht um Arten- oder Tier­schutz, son­dern ledig­lich um Beu­ten­eid. Für die Tie­re im Wald sind die Jäger selbst die größ­te Gefahr.

Die Schä­den die das Wild im Wald ver­ur­sacht, sind jagd­lich bedingt. Laut der Tier­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung für Tier­schutz e.V. ster­ben, vor allem bei der Drück­jagd, bis zu 70 Pro­zent der Wild­tie­re nicht sofort. Nicht ohne Grund gibt es den Begriff der „Nach­su­che“ für ver­letz­te Tie­re. Mit zer­schos­se­nen Kno­chen und her­aus­hän­gen­den Inne­rei­en flüch­ten die Tie­re, lei­den oft­mals tage­lang uner­träg­li­che Schmer­zen und ster­ben einen qual­vol­len Tod.

Harald Becker, Spai­chin­gen
Stellv. Lan­des­vor­sit­zen­der
Alli­anz für Men­schen­rech­te, Tier- und Natur­schutz (Tier­schutz­al­li­anz)