Trumpf-Wachstum – für die Anwohner wenig erfreulich

Leserbrief zu "Trumpf investiert erneut am Standort Schramberg" vom 1. August 2018

Trumpf-Laser Sulgen: Die Dauerbaustelle nervt die Anwohner. Foto: him

Die­ses neue, reprä­sen­ta­ti­ve Gebäu­de ist die Ant­wort auf das erfreu­li­che Wachs­tum…“ , so das Zitat aus der Pres­se­mel­dung vom 1. August 2018. Als angren­zen­der Anwoh­ner „Im Gehrn“, habe ich eine völ­lig ande­re Ant­wort auf die stän­di­gen Bau­tä­tig­kei­ten bei Trumpf.

Das Wachs­tum wel­ches die Anwoh­ner zu spü­ren bekom­men, ist das Wachs­tum der per­ma­nen­ten Lärm­be­läs­ti­gung kom­bi­niert mit Staub und künst­li­chem Licht. Teil­wei­se klir­ren die Glä­ser im Schrank, man bekommt den Ein­druck, dass die Erde bebt. Das Gan­ze Nachts dann noch bei grell blen­den­dem „Flut­licht“ der Bau­schein­wer­fer, die von den Krä­nen aus nicht nur die Bau­stel­le hell beleuch­ten, son­dern auch unser Schlaf­zim­mer.

Als Anwoh­ner ertra­gen wir das natür­lich alles 12 Stun­den lang täg­lich sehr gedul­dig, irgend­wann wird der neue „Fir­men­cam­pus“ ja dann mal fer­tig sein und es wird schon ruhi­ger wer­den…. ? Die ruhi­ge Wohn­la­ge am Orts­rand „Im Gehrn“ hat sich mit der zuneh­men­den Aus­deh­nung der Fir­ma Trumpf wohl end­gül­tig erle­digt. Tags­über rasen laut don­nern­de LKWs über die neue Anlie­fer­stra­ße, wel­che direkt hin­ter den Gär­ten der Gehrn-Anwoh­ner gebaut wur­de. Eine Schall­schutz­maß­nah­me ist hier offen­sicht­lich nicht vor­ge­se­hen?

Wei­ter­hin kommt es stän­dig vor, dass die LKWs die Anlie­fer­stra­ße von Trumpf wohl nicht fin­den kön­nen und statt­des­sen „Im Gehrn“ lan­den. Bereits öfters war es der Fall, dass „ver­irr­te Last­wa­gen“ das Gehrn blo­ckie­ren. Kürz­lich stand sogar ein gan­zer Sat­tel­zug vor unse­rem Haus, der sein Gefährt dann wie­der müh­sam rück­wärts aus unse­rer klei­nen Stra­ße hin­aus ran­gie­ren muss­te.

Abends, wenn die don­nern­den Last­wa­gen dann nicht mehr fah­ren, kehrt aber kei­nes­falls Ruhe „Im Gehrn“ ein. Am ehe­ma­li­gen „Gan­ter Gebäu­de“ befin­den sich Lüf­ter­an­la­gen, die direkt in Rich­tung Gehrn gerich­tet sind. Die Anwoh­ner müs­sen dann das stän­di­ge mono­to­ne, lau­te Sur­ren die­ser Lüf­ter­an­la­gen ertra­gen. Nachts ist es nicht mehr mög­lich bei offe­nem Fens­ter zu schla­fen, weil man nur das per­ma­nen­te lau­te Sur­ren die­ser Indus­trie­an­la­gen, schon fast tin­i­tus­ar­tig, im Ohr hat. Auch hier scheint das The­ma Schall­schutz, bzw. Rück­sicht­nah­me auf Anwoh­ner kei­ne Bedeu­tung zu haben?

Schau­en wir bei ein­keh­ren­der Dun­kel­heit dann Abends aus dem Fens­ter, so haben wir kei­nen Schwarz­wald­blick (mehr), son­dern bli­cken auf einen grau­en mit grel­lem Neon­licht durch­flu­te­ten Zweck­bau. Der „Schwarz­wald­blick“ ist wohl nur noch für die Trumpf-Mit­ar­bei­ter, die im neu ent­ste­hen­den Betriebs­re­stau­rant spei­sen, vor­ge­se­hen?

Wei­ter­hin scheint ganz offen­sicht­lich eine Park­platz­knapp­heit zu bestehen? Möch­te man vom Gehrn aus mit dem Auto in Rich­tung Aich­hal­der Stra­ße abbie­gen, so ist dort die Sicht ver­sperrt und die Fahr­bahn ver­engt durch in der Aich­hal­der Stra­ße par­ken­de Autos, wel­che ein­deu­tig der Fir­ma Trumpf zuge­ord­net wer­den kön­nen.

Man darf gespannt sein, was noch alles kommt, bis der neue reprä­sen­ta­ti­ve Fir­men­cam­pus fer­tig ist. Das drei­stö­cki­ge Holz-Glas-Kon­struk­ti­ons-Gebäu­de erlaubt dann den Trumpf Mit­ar­bei­tern sicher­lich nicht nur einen atem­be­rau­ben­den Schwarz­wald­blick, son­dern auch einen schö­nen Aus­blick auf die Gär­ten der Gehrn-Anwoh­ner? Pri­vat­sphä­re ade? Es wäre sehr wün­schens­wert, wenn sich die Fir­ma Trumpf auch ein­mal um die Befind­lich­keit der angren­zen­den Anwoh­ner küm­mern wür­de.

Mar­tin Kern, Im Gehrn 7, Sul­gen