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Landkreis Rottweil
Montag, 24. Februar 2020

Trumpf-Wachstum – für die Anwohner wenig erfreulich

Leserbrief zu "Trumpf investiert erneut am Standort Schramberg" vom 1. August 2018

„Dieses neue, repräsentative Gebäude ist die Antwort auf das erfreuliche Wachstum…“ , so das Zitat aus der Pressemeldung vom 1. August 2018. Als angrenzender Anwohner „Im Gehrn“, habe ich eine völlig andere Antwort auf die ständigen Bautätigkeiten bei Trumpf.

Das Wachstum welches die Anwohner zu spüren bekommen, ist das Wachstum der permanenten Lärmbelästigung kombiniert mit Staub und künstlichem Licht. Teilweise klirren die Gläser im Schrank, man bekommt den Eindruck, dass die Erde bebt. Das Ganze Nachts dann noch bei grell blendendem „Flutlicht“ der Bauscheinwerfer, die von den Kränen aus nicht nur die Baustelle hell beleuchten, sondern auch unser Schlafzimmer.

Als Anwohner ertragen wir das natürlich alles 12 Stunden lang täglich sehr geduldig, irgendwann wird der neue „Firmencampus“ ja dann mal fertig sein und es wird schon ruhiger werden…. ? Die ruhige Wohnlage am Ortsrand „Im Gehrn“ hat sich mit der zunehmenden Ausdehnung der Firma Trumpf wohl endgültig erledigt. Tagsüber rasen laut donnernde LKWs über die neue Anlieferstraße, welche direkt hinter den Gärten der Gehrn-Anwohner gebaut wurde. Eine Schallschutzmaßnahme ist hier offensichtlich nicht vorgesehen?

Weiterhin kommt es ständig vor, dass die LKWs die Anlieferstraße von Trumpf wohl nicht finden können und stattdessen „Im Gehrn“ landen. Bereits öfters war es der Fall, dass „verirrte Lastwagen“ das Gehrn blockieren. Kürzlich stand sogar ein ganzer Sattelzug vor unserem Haus, der sein Gefährt dann wieder mühsam rückwärts aus unserer kleinen Straße hinaus rangieren musste.

Abends, wenn die donnernden Lastwagen dann nicht mehr fahren, kehrt aber keinesfalls Ruhe „Im Gehrn“ ein. Am ehemaligen „Ganter Gebäude“ befinden sich Lüfteranlagen, die direkt in Richtung Gehrn gerichtet sind. Die Anwohner müssen dann das ständige monotone, laute Surren dieser Lüfteranlagen ertragen. Nachts ist es nicht mehr möglich bei offenem Fenster zu schlafen, weil man nur das permanente laute Surren dieser Industrieanlagen, schon fast tinitusartig, im Ohr hat. Auch hier scheint das Thema Schallschutz, bzw. Rücksichtnahme auf Anwohner keine Bedeutung zu haben?

Schauen wir bei einkehrender Dunkelheit dann Abends aus dem Fenster, so haben wir keinen Schwarzwaldblick (mehr), sondern blicken auf einen grauen mit grellem Neonlicht durchfluteten Zweckbau. Der „Schwarzwaldblick“ ist wohl nur noch für die Trumpf-Mitarbeiter, die im neu entstehenden Betriebsrestaurant speisen, vorgesehen?

Weiterhin scheint ganz offensichtlich eine Parkplatzknappheit zu bestehen? Möchte man vom Gehrn aus mit dem Auto in Richtung Aichhalder Straße abbiegen, so ist dort die Sicht versperrt und die Fahrbahn verengt durch in der Aichhalder Straße parkende Autos, welche eindeutig der Firma Trumpf zugeordnet werden können.

Man darf gespannt sein, was noch alles kommt, bis der neue repräsentative Firmencampus fertig ist. Das dreistöckige Holz-Glas-Konstruktions-Gebäude erlaubt dann den Trumpf Mitarbeitern sicherlich nicht nur einen atemberaubenden Schwarzwaldblick, sondern auch einen schönen Ausblick auf die Gärten der Gehrn-Anwohner? Privatsphäre ade? Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich die Firma Trumpf auch einmal um die Befindlichkeit der angrenzenden Anwohner kümmern würde.

Martin Kern, Im Gehrn 7, Sulgen

 

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