Leserbrief: Verantwortungsvoll für Rottweils Entwicklung entscheiden

Im Vor­feld zum Bür­ger­ent­scheid über die geplan­te Hän­ge­brü­cke in Rott­weil habe ich sowohl die Hän­ge­brü­cke in Reut­te in Tirol als auch die Hän­ge­brü­cke in Mörs­dorf im Huns­rück besucht. Bei bei­den Brü­cken kam mir spon­tan der Gedan­ke: „Wenn Rott­weil eine sol­che Hän­ge­brü­cke im Rah­men des Bür­ger­ent­scheids ablehnt, dann ist der Stadt nicht mehr zu hel­fen“.

Bei der Ein­woh­ner­ver­samm­lung zur Hän­ge­brü­cke am 9. März 2017 wur­den mei­ner Mei­nung nach sehr gute Infor­ma­tio­nen gege­ben, und jeder Bür­ger kann sich ein Bild davon machen wie die neue Brü­cke aus­se­hen soll und im wel­chem Kor­ri­dor sie erstellt wer­den kann. Die Vor­aus­set­zun­gen für einen Bür­ger­ent­scheid für oder wider die Brü­cke wur­den aus­führ­lich dar­ge­stellt und sowohl die posi­ti­ven als auch die nega­ti­ven Sei­ten aus­rei­chend beleuch­tet.

Bei Gesprä­chen mit Bür­gern der 600-See­len-Gemein­de Mörs­dorf wur­de deut­lich, dass dort die Brü­cke ohne die erfor­der­li­chen Infra­struk­tu­ren gebaut wur­de, und im Nach­hin­ein gro­ße Pro­ble­me hin­sicht­lich Park­mög­lich­kei­ten, Toi­let­ten, Infor­ma­ti­ons­stän­de und Gas­tro­no­mie ent­stan­den und erst nach dem Bau der Brü­cke besei­tigt wur­den.

Durch ein intel­li­gen­tes Park­leit­sys­tem, bei dem die Besu­cher aus den ent­fern­te­ren Regio­nen auto­ma­tisch aus der Innen­stadt her­aus­ge­hal­ten wer­den kön­nen, lie­ße sich das Park­pro­blem ohne Schwie­rig­kei­ten lösen. In Mörs­dorf und in Reut­te müs­sen die Leu­te bis zu 2 km bis zur Brü­cke wan­dern, das Inter­es­se an der Brü­cke ist trotz der ent­fernt lie­gen­den Park­plät­ze unver­min­dert hoch.

In Rott­weil lie­ße sich zum Bei­spiel durch ein Kom­bi­na­ti­ons-Ticket, wel­ches einer­seits den Weg über die Brü­cke und ande­rer­seits die Rück­fahrt mit dem Bus ein­schließt, ele­gant lösen. Die von der Stadt kal­ku­lier­ten 17 Pro­zent mehr Besu­cher pro Jahr kann die Stadt jeden­falls gut ver­kraf­ten und gebrau­chen. Selbst in Geschäfts­zei­ten wirkt die Obe­re Haupt­stra­ße öd und leer, und oft kann man die Besu­cher an zwei Hän­den abzäh­len.

Nur mit den Römern, der Fast­nacht und den Rott­wei­ler Hun­den wird die Stadt nicht zu neu­em Leben erweckt. Inter­es­sant ist, dass auch der Gewer­be­ver­ein Rott­weil im Hin­blick auf eine höhe­re Besu­cher­zahl in der Stadt sowohl die Geschäfts­zei­ten anpas­sen als auch das Waren­kon­tin­gent aus­wei­ten will. Aber genau das benö­tigt die Stadt um wei­ter­hin attrak­tiv zu blei­ben.

Ich habe in den letz­ten Wochen mehr­mals den Bocks­hof besucht und konn­te fest­stel­len, dass die­ser sehr ver­las­sen wirkt und lei­der, wie auch von den Geg­nern der Hän­ge­brü­cke bei der Ein­woh­ner Ver­samm­lung bemän­gelt wur­de, teil­wei­se sehr unge­pflegt und ver­müllt aus­ge­se­hen hat. Es bleibt zu hof­fen, dass mit mehr Tou­ris­ten auch eine bes­se­re Pfle­ge des Bocks­hofs ein­tre­ten wird. Dar­über hin­aus soll­te aber auch in der Umge­bung Rott­weils für sau­be­re Wan­der­we­ge, für eine bes­se­re Beschil­de­rung, für aus­rei­chend Ruhe­plät­ze mit Bän­ken und Tischen und für ent­spre­chen­des Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al gesorgt wer­den.

Tages­gäs­te, die den Turm, die neue Hän­ge­brü­cke und die Innen­stadt besu­chen, könn­ten so auch für einen Kurz­ur­laub in Rott­weil begeis­tert wer­den. Und zum Schluss: Ich wäre stolz, wenn ich als Bewoh­ner Rott­weils bei Freun­den und Bekann­ten über den Turm und die Hän­ge­brü­cke berich­ten könn­te und wür­de mit Sicher­heit sie zu einem sol­chen Rund­gang ein­la­den.

Ich bin unein­ge­schränkt für den Bau einer Hän­ge­brü­cke und hof­fe, dass am 19. März mög­lichst vie­le Rott­wei­ler die Gele­gen­heit zur Wahl wahr­neh­men und sich ver­ant­wor­tungs­voll für die Ent­wick­lung ent­schei­den wer­den.

U. Fischer, Rott­weil,