Wo bleibt die regionale Schulentwicklungsplanung?

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Wohin steu­ern unse­re Schu­len in der Regi­on? Wel­ches ist die bes­te Schu­le im Land? Was unter­neh­men die Ver­ant­wort­li­chen, um die im Umbruch befind­li­che Schul­land­schaft auch in unse­rem abge­schie­de­nen Teil des Land­krei­ses Rott­weil für Eltern, Schü­ler und Gemein­den attrak­tiv  zu erhal­ten?

Das Fol­gen­de soll die momen­ta­ne Ist-Situa­ti­on – bewusst auch pro­vo­ka­tiv – auf­zei­gen:

Man­gelt es an Ide­en und Moti­va­ti­on? Ist es Kon­kur­renz­den­ken und Angst vor der bevor­ste­hen­den Umstruk­tu­rie­rung und der damit ein­her­ge­hen­den zusätz­li­chen Arbeit? Oder ist es die Plan­lo­sig­keit der Ver­ant­wort­li­chen?  Sind die Gemein­den am Ran­de des mitt­le­ren Schwarz­wal­des etwa auf dem bes­ten Wege ihre einst­mals erfolg­rei­chen Schu­len an die Wand zu fah­ren?

Nach Alt­kanz­ler Kohls Devi­se „Pro­ble­me zu lösen, indem man sie aus­sitzt“ wird zur­zeit in unse­rer Regi­on ver­fah­ren. Der Schul­ver­ban­d/-ver­bund in Schiltach/Schenkenzell/Alpirsbach tritt auf der Stel­le und macht mit­samt Bür­ger­meis­ter Ull­rich eher einen Schritt zurück. Schu­len und Stadt bestechen durch Plan­lo­sig­keit.

Die Stadt Schram­berg eifert in ihrem Ver­hal­ten genau die­sem Tun nach. Man leis­tet sich (immer­hin?) einen Schulver­bund, der sich noch 5 Jah­re gön­nen muss, bis dann viel­leicht end­lich etwas (gezwun­ge­ner­ma­ßen) Rich­tungs­wei­sen­des ange­packt wird. Gleich­zei­tig dege­ne­riert die einst größ­te Schu­le im ehe­ma­li­gen Staat­li­chen Schul­amt Rott­weil in Sul­gen zur rei­nen Grund­schu­le.

Typisch? Für die Tal­stadt hat man ja irgend­et­was hin­be­kom­men – und wo bleibt die Berg­vor­stadt  Sul­gen?

Da bleibt dann noch die GWRS in Aich­hal­den mit zahl­rei­chen Schü­lern aus Flu­orn-Win­zeln. Ein­sam in des Krei­ses hin­ters­ter Ecke wird gekämpft und um jedes Kind gebuhlt. Noch erfolg­reich, aber man­gels rich­tungs­wei­sen­der Koope­ra­tio­nen auf  ver­lo­re­nem Pos­ten? Muss das alles sein?

Wo bleibt da die regio­na­le Schul­ent­wick­lungs­pla­nung? Wann setzt man sich end­lich an einen Tisch und löst die „beschei­de­ne“ Schul­si­tua­ti­on?

Dabei wären die Vor­aus­set­zun­gen sicher­lich gege­ben: Zum einen tum­meln sich auf der Höhen­schie­ne von Röten­berg bis Hardt inklu­si­ve Wald­mös­sin­gen min­des­tens 150 Kin­der in jedem Jahr­gang. Zum ande­ren exis­tiert in Sul­gen eine voll­aus­ge­bau­te Berufs­schu­le mit gym­na­sia­lem Zug.

Per­fekt soll­te man den­ken. Wenn aber die Werk­re­al­schu­len, die poten­ti­el­len Lie­fe­ran­ten für die beruf­li­chen Schu­len nicht mehr exis­tie­ren, dann wer­den auch die­se Schu­len ster­ben. Soll­te es da nicht mög­lich sein, zeit­nah ein für alle Kin­der, Eltern, Leh­rer und Gemein­den  akzep­ta­bles und zukunft­wei­sen­des Kon­zept zu ent­wi­ckeln? Ein Kon­zept, das vor allem auch den Eltern eine rich­ti­ge Alter­na­ti­ve zu Gym­na­si­en und umlie­gen­den erfolg­rei­chen (?) Schul­kon­zep­ten (Dun­nin­gen) bie­tet.

Wo bleibt die Initia­ti­ve? Wo ist ein deut­li­ches Signal von Ober­bür­ger­meis­ter Her­zog zu hören? Es ist an der Zeit  für alle Betei­lig­ten ein Signal und Start­zei­chen zu geben und  sich offen­siv an die Arbeit zu machen.

Aus­sit­zen“ geht auch, aber mit der Kon­se­quenz, dass unse­re Regi­on wei­ter aus­blu­tet und ande­re Schul­or­te sich ins Fäust­chen lachen, ob der „Ent­schei­dungs­freu­de“  der ört­li­chen Gre­mi­en.

Ste­fan Wied­mann, Aich­hal­den-Röten­berg

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