Rottweil: Imposant und prächtig

1 2 ... 147»

Der Frost kroch in die Kno­chen, aber das Herz wur­de von einem när­ri­schen Höhe­punkt gewärmt, wie man ihn nur alle paar Jah­re erle­ben kann: Tau­sen­de Schau­lus­ti­ge haben am Sams­tag­abend trotz bit­ter­kal­ter Wit­te­rung den Stern­lauf der Vie­rer­bund-Zünf­te mit Schuttig­feu­er in der Rott­wei­ler Innen­stadt erlebt.

Bei­trag mit Foto­stre­cke: Das Team Ralf Gra­ner Pho­to­de­sign war für uns mit den Kame­ras dabei.

Vor­freu­de sei die schöns­te Freu­de, heißt es. Recht aus­gie­big tes­ten konn­ten die­se The­se die Zuschau­er, die die Obe­re Haupt­stra­ße in meh­re­ren Rei­hen dicht säum­ten. Sie muss­ten bis 19.39 Uhr aus­har­ren, ehe sich für sie auf der när­ri­schen Büh­ne etwas tat. Als das ers­te Ben­ner Röss­le über­schwäng­lich durch das Schwar­ze Tor galop­pier­te, wur­de es denn auch begeis­tert begrüßt.

Am meis­ten bekam zu sehen, wer einen Platz in Sicht­wei­te der Haupt­kreu­zung ergat­tert hat­te. Von dort aus lie­ßen sich alle betei­lig­ten Zünf­te beob­ach­ten – bis hin zum beson­de­ren Fina­le mit Schuttig­feu­er auf der Haupt­kreu­zung. Den Auf­takt mach­ten die Obern­dor­fer. Von der Hoch­brü­cke her kom­mend zogen ihre freund­li­chen Han­sel, Nar­ro und Schant­le zum Hotel „Zum Ster­nen“ und mach­ten dabei eine ele­gan­te Figur. Dann zogen von der Pre­di­ger­kir­che kom­mend die quir­lin­gen Über­lin­ger Hän­se­le nach.

Die anschlie­ßend durch das gar nicht mehr so schwar­ze Tor strö­men­den Rott­wei­ler Nar­ren genos­sen den Auf­tritt sicht­lich und gaben wie immer ein präch­ti­ges Bild ab. Sogar Schier­mai­ers Gul­ler, der noch am Vor­trag wie ein Geld­trans­port von Land­knech­ten bewacht im Domi­ni­ka­ner­mu­se­um stand, zog gut­ge­launt sei­ne Run­den.

Dass die Gast­ge­ber letzt­lich aber genau so viel Zeit bean­spruch­ten wie die bei­den Zünf­te davor zusam­men, wirk­te dann doch etwas üppig, zumal man eher auf die Elza­cher Nacht­nar­ren war­te­te, als die Rott­wei­ler Kleid­le im Halb­dun­kel bestau­nen zu wol­len. End­lich fla­cker­ten dann Lich­ter im Schwar­zen Tor auf, Köp­fe wur­den gereckt und schließ­lich erober­ten die stür­mi­schen Schud­dig die Obe­re Haupt­stra­ße. Es war ein impo­san­ter, ganz beson­de­rer Anblick, der auch für das lan­ge War­ten mehr als ent­schä­dig­te.

Fotostrecke

1 2 ... 147»