Rottweil: Imposant und prächtig

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Der Frost kroch in die Knochen, aber das Herz wurde von einem när­rischen Höhep­unkt gewärmt, wie man ihn nur alle paar Jahre erleben kann: Tausende Schaulustige haben am Sam­stagabend trotz bit­terkalter Wit­terung den Stern­lauf der Viererbund-Zün­fte mit Schut­tigfeuer in der Rot­tweil­er Innen­stadt erlebt.

Beitrag mit Foto­strecke: Das Team Ralf Graner Pho­tode­sign war für uns mit den Kam­eras dabei.

Vor­freude sei die schön­ste Freude, heißt es. Recht aus­giebig testen kon­nten diese These die Zuschauer, die die Obere Haupt­straße in mehreren Rei­hen dicht säumten. Sie mussten bis 19.39 Uhr aushar­ren, ehe sich für sie auf der när­rischen Bühne etwas tat. Als das erste Ben­ner Rössle über­schwänglich durch das Schwarze Tor galop­pierte, wurde es denn auch begeis­tert begrüßt.

Am meis­ten bekam zu sehen, wer einen Platz in Sichtweite der Haup­tkreuzung ergat­tert hat­te. Von dort aus ließen sich alle beteiligten Zün­fte beobacht­en – bis hin zum beson­deren Finale mit Schut­tigfeuer auf der Haup­tkreuzung. Den Auf­takt macht­en die Obern­dor­fer. Von der Hochbrücke her kom­mend zogen ihre fre­undlichen Hansel, Nar­ro und Schan­tle zum Hotel „Zum Ster­nen“ und macht­en dabei eine ele­gante Fig­ur. Dann zogen von der Predi­gerkirche kom­mend die quir­lin­gen Über­linger Hänse­le nach.

Die anschließend durch das gar nicht mehr so schwarze Tor strö­menden Rot­tweil­er Nar­ren genossen den Auftritt sichtlich und gaben wie immer ein prächtiges Bild ab. Sog­ar Schier­maiers Guller, der noch am Vor­trag wie ein Geld­trans­port von Land­knecht­en bewacht im Dominikan­er­mu­se­um stand, zog gut­ge­launt seine Run­den.

Dass die Gast­ge­ber let­ztlich aber genau so viel Zeit beansprucht­en wie die bei­den Zün­fte davor zusam­men, wirk­te dann doch etwas üppig, zumal man eher auf die Elzach­er Nacht­nar­ren wartete, als die Rot­tweil­er Klei­dle im Halb­dunkel bestaunen zu wollen. Endlich flack­erten dann Lichter im Schwarzen Tor auf, Köpfe wur­den gereckt und schließlich eroberten die stür­mis­chen Schud­dig die Obere Haupt­straße. Es war ein imposan­ter, ganz beson­der­er Anblick, der auch für das lange Warten mehr als entschädigte.

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