Klei­ne­re Bles­su­ren und Pan­nen haben Chris­toph Bech­told, Georg Hau­ser, Frank Huber und Ste­fan Roth am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de mit Fas­sung ertra­gen oder ein­fach sto­isch hin­ge­nom­men. Dass der neue, eigens für den Narra­dag ange­fer­tig­te Man­tel des Nar­ren­meis­ters den Saublo­de­re zum Opfer fiel, bei­spiels­wei­se, und nun fast nicht mehr zu ret­ten ist – geschenkt. Dass Frank Huber in der Eile Bekannt­schaft mit einem Tür­rah­men im Gast­haus Apfel gemacht hat. Kann pas­sie­ren und tut schon nicht mehr weh. Dass Hau­sers Knie­pro­ble­me nach vie­len Stun­den in der Eises­käl­te nicht bes­ser gewor­den sind – ein zwei­ter Nar­ren­meis­ter kennt kei­nen Schmerz und kle­pft schon wie­der flei­ßig. Und dass die Über­lin­ger erst ein­mal ohne das Kom­man­do von Ste­fan Roth beim Stern­lauf los­mar­schiert sind – Zuschau­er wie Teil­neh­mer haben von die­ser klei­nen Pan­ne nicht wirk­lich etwas mit­be­kom­men.

Kom­men, zu recht, nach einem gran­dio­sen Narra­dag aus dem Grin­sen kaum mehr her­aus: die Her­ren von der Rott­wei­ler Nar­ren­zunft. Von links: Prof. Frank Huber, Georg „Schorsch“ Hau­ser, Chris­toph Bech­told und Ste­fan Roth. Foto: pm

An die­sem Diens­tag­abend nach dem „Narra­dag” doch haben sich die vier Vor­stän­de der Nar­ren­zunft bereits wie­der im Haus eins ver­ab­re­det. Noch ein­mal wol­len sie Bilanz zie­hen: Das Grin­sen zieht sich bei allen aus­nahms­los von Ohr zu Ohr.

Müde sind sie. Zuge­ge­ben. Und im Haus eins ist schon lan­ge auf­ge­stuhlt, der Boden frisch geputzt. Nur noch die unzäh­li­gen lee­ren Geträn­ke­kis­ten, die sich über­all sta­peln, zeu­gen vom Tru­bel des 19. Narra­dags. Aber die Mühen der ver­gan­ge­nen Mona­te, ja Jah­re haben sich mehr als gelohnt. „Bes­ser hät­te es nicht lau­fen kön­nen“, sagt Chris­toph Bech­told. Die ande­ren drei nicken. Und schon macht sich wie­der die­ses Grin­sen breit. „So viel Lob von allen Sei­ten“, ergänzt Huber. „Irre. Ein­fach irre.“

Nicht ein­mal die Finan­zen, die Ste­fan Roth um so manch Nacht­ru­he gebracht haben, berei­ten ihm jetzt noch Bauch­schmer­zen. „Da geht es mir wie den vie­len Besen­wir­ten“, erklärt er. „Die sind alle ins Risi­ko gegan­gen, ohne mit der Wim­per zu zucken. Das for­dert mir den größ­ten Respekt ab.“

Allein der Ansturm an Men­schen, den die Besen­wir­te wie Rott­wei­ler Wirts­leu­te hät­ten bewäl­ti­gen müs­sen, sei unglaub­lich, betont auch Georg Hau­ser: „Da haben so vie­le Men­schen hin­ter der The­ke, aber auch hin­ter den Kulis­sen mit­ge­hol­fen, dass man echt den Hut zie­hen muss.“

Frank Huber fasst sich an die Beu­le, die dank eines kal­ten Schor­les nicht wirk­lich dra­ma­tisch ange­wach­sen ist, und sagt: „Wir wer­den gera­de von so vie­len Men­schen ange­spro­chen, die uns dan­ken wol­len für drei unglaub­lich schö­ne, ein­fach unver­gess­li­che Tage. Dabei sind wir es, die die­ses Lob an so vie­le wei­ter­ge­ben müs­sen.“

Da ist zum Bei­spiel das Bus­un­ter­neh­men Hau­ser. Mehr als 6500 Per­so­nen haben die Fah­rer fast rund um die Uhr in die Stadt hin­ein und wie­der hin­aus­ge­bracht. Selbst der Seni­or­chef hat sich dafür hin­ter ein Steu­er geklemmt: „Kein ein­zi­ges Fahr­zeug des Unter­neh­mens ist mehr auf dem Hof gestan­den“, erzählt Bech­told. Und Geschäfts­füh­rer Hans Kel­ler sei immer noch völ­lig begeis­tert, wie dis­zi­pli­niert und freund­lich sich die Fahr­gäs­te ver­hal­ten hät­ten. Es habe nicht einen ein­zi­gen nega­ti­ven Zwi­schen­fall gege­ben. „Die Bus­li­ni­en­schil­der will Hans Kel­ler nun als Andenken behal­ten.“ „Aber auch die Poli­zei und das Ord­nungs­amt haben maß­geb­lich dazu bei­getra­gen, dass alles so rei­bungs­los und fried­lich abge­lau­fen ist“, ergänzt Hau­ser. „Hut ab.“ Und die vie­len Musik­ka­pel­len aus allen vier Städ­ten, die rund um die Uhr im Ein­satz waren und auch fern­ab des eigent­li­chen Enga­ge­ments für gute Stim­mung in allen Loka­li­tä­ten gesorgt haben, müs­sen erwähnt wer­den. „Dass alle einen Schlaf­platz gefun­den haben, ver­dan­ken wir auch der Tat­sa­che, dass bei­spiels­wei­se die Dop­pel­sport­hal­le zum Mas­sen­quar­tier umfunk­tio­niert wur­de“, so Roth. „Hier haben die Stadt und die Schu­len wirk­lich ganz unkom­pli­ziert gehol­fen.“

Und ein Name müss­te eigent­lich in den Nar­ren­baum ein­gra­viert wer­den“, sagt Chris­toph Bech­told. „Chris­toph Wiest hat nicht nur Tag und Nacht dafür gesorgt, dass Strom und Was­ser kein Pro­blem waren, son­dern er hat neben­bei auch noch uner­müd­lich in unse­rem Stamm­lo­kal den Geträn­ke­aus­schank gema­nagt.“ „Das muss erst ein­mal einer nach­ma­chen“, stimmt Frank Huber zu und betont. „Wir könn­ten jetzt noch unzäh­li­ge wei­te­re Geschich­ten erzäh­len, von all den Pri­vat­per­so­nen, Zunft­mit­glie­dern, Ver­ei­nen und Unter­neh­men, die ihren Anteil am Gelin­gen des Nar­ren­tags hat­ten“, ergänzt er und zuckt mit den Ach­seln. „Wir wür­den heu­te gar nicht mehr fer­tig wer­den.“ Ein­stim­mi­ges Nicken. Und dann ist es plötz­lich wie­der da, das Grin­sen, das die vier Vor­stän­de wohl so schnell nicht mehr los­wer­den.