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Sonntag, 23. Februar 2020

Alter neu denken – Zukunft gewinnen

Seniorenhearing am Freitagnachmittag

SCHRAMBERG (him) – Gut besucht war das Seniorenhearing, zu dem das Schramberger Seniorenforum am Freitagnachmittag eingeladen hatte. In der Mensa des Gymnasiums berieten Mitglieder der älteren Generation mit einzelnen Gemeinderäten und Vertretern der Stadtverwaltung, wie sie sich für die Stadt einsetzen wollen.
Oberbürgermeister Thomas Herzog hatte in seiner Begrüßung zunächst dem seit etwa zwei Jahren bestehenden Seniorenforum für seine Vorarbeit gedankt. Er erinnerte an die Fragebogenaktion und den daraus hervorgegangenen Plan, in Schramberg einen Bürgerbus einzurichten.

Der Austausch mit den Senioren sei ihm, dem Gemeinderat und der Verwaltung wichtig: „Wir alle wollen, dass Schramberg attraktiv ist für alle Lebensphasen.“ Deshalb wolle er gern erfahren, weiche Ideen die Älteren haben, um die Stadt voran zu bringen. „Mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Erfahrungsschatz können Ältere das Stadtleben bereichern und mitgestalten“, so Herzog.
Moderiert von Udo Wenzl beschäftigten sich die etwa 50 Besucher mit Zukunftsfragen der Stadt. Dazu arbeiteten mehrere Arbeitsgruppen und überlegten, welche Ideen sie für Schrambergs Zukunft hätten. Dabei kamen als Ideen beispielsweise den Platz vor dem Rathaus mit Bäumen zu bepflanzen, auf dem Platz hinter dem Rathaus Jahrmärkte zu veranstalten und an unübersichtlichen Stellen mit Hilfe von Zebrastreifen für mehr Sicherheit für die Fußgänger zu sorgen.

Zuvor hatten zehn unterschiedliche Projekte ihre Angebote vorgestellt. Das reichte vom Senior-Expert Service über die Naturfreunde, den Schwarzwald Verein, dem St. Georgener Reparaturcafé über die Musikschule bis hin zum Ökumenischen Seniorenkreis 60+.
Zum Auftakt hatte Pfarrer im Ruhestand Gerhard Ruoff in einem Impulsvortrag „Alter neu denken Zukunft gewinnen die Chancen des Älterwerdens bewusst gemacht. Er warnte davor, das negative Bild vom Alter – Krankheit, Vergesslichkeit, Gebrechlichkeit – als Bedrohung zu sehen. „Wir können das Altern nicht aufhalten, aber wir können es durch unsere Einstellung dazu beeinflussen.“

Gerhard Ruoff bei seinem Vortrag. Foto: him
Gerhard Ruoff bei seinem Vortrag. Foto: him

Psychologische Studien hätten ergeben, dass wer glaube, er könne nur noch langsam gehen, tatsächlich nur noch langsam geht. Mit einer anderen Einstellung verliere man auch die Angst vor zukünftigen Geburtstagen, so Ruoff.

Er riet, sich eine positive Einstellung zum Alter zuzulegen, neue Interessen zu entwickeln, sich ehrenamtlich einzusetzen und Freundschaften zu pflegen. „Ein Abend mit Freunden verlängert das Leben um ein Jahr“, zitierte Ruoff ein italienisches Sprichwort.

 

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