Gerhard Rudolphy berichtete über die Hospizgruppe. Foto: pm

SCHRAMBERG (pm) – ”Die Wür­de  eines jeden Men­schen ist unan­tast­bar. Des­halb sind wir in den viel­fäl­ti­gen Bezie­hun­gen zu ande­ren Men­schen wäh­rend unse­res gan­zen Lebens dar­auf ange­wie­sen, dass die­se Wür­de geach­tet wird.” Dass dies auch  und gera­de in der schwie­rigs­ten Zeit am Ende des Lebens gewahrt bleibt, ist das Anlie­gen von Hos­piz­grup­pen.

Im Rah­men des Senio­ren­Treffs (SeFo) hat­te sich Ger­hard Rudol­phy bereit erklärt, die­se Tätig­keit der Schram­ber­ger Hos­piz­grup­pe, der er fast 10 Jah­ren ange­hört, vor­zu­stel­len. 12 ehren­amt­li­che Hel­fe­rin­nen und 2 Hel­fer gehö­ren der Grup­pe an. Sie sind ambu­lant in Schram­berg tätig, bei Pati­en­ten zu Hau­se, im Pfle­ge­heim und unter Umstän­den mit dem Kran­ken­haus Obern­dorf. Für drei Krei­se RW /TUT/ VS  gibt es in Spai­chin­gen ein sta­tio­nä­res Hos­piz-Haus mit 7 Bet­ten. Für Schram­berg zustän­di­ge Pal­lia­tiv­sta­tio­nen (Brü­cken­pfle­ge) ist das Kli­ni­kum Schwarz­wald-Baar in  Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen mit 24 Stun­den­ser­vice.

Pal­lia­tiv­me­di­zin ist eine beson­de­re Form der Medi­zin, die vie­le Mög­lich­kei­ten nutzt, um Men­schen auch am Ende ihres Lebens das Dasein so erträg­lich wie mög­lich zu machen, wenn es kei­ne Hei­lung mehr gibt. Ergän­zend und beglei­tend zu der Medi­zin ste­hen  die ehren­amt­li­chen Hos­piz­hel­fer den Pati­en­ten zur Sei­te. Sie  bie­ten kei­ne Behand­lung und leis­ten auch kei­ne Ster­be­hil­fe, wur­de dabei immer wie­der unter­stri­chen. Durch Zuhö­ren und Reden, Wei­nen und Lachen, je nach Bedürf­nis­sen der betreu­ten Per­son durch  Sin­gen  und Beten und schließ­lich durch Hal­ten und Los­las­sen ste­hen sie Ster­ben­den zur Sei­te und unter­stüt­zen sie, in ganz per­sön­li­cher Wei­se und Wür­de ihr Leben abschlie­ßen zu kön­nen. Auch die Ange­hö­ri­gen kön­nen in die­ser schwe­ren Zeit von der Hos­piz­grup­pe  beglei­tet wer­den.

Ger­hard Rudol­phy sprach von sei­nen eige­nen ers­ten Erfah­run­gen in die­ser beglei­ten­den Auf­ga­be, von den schmerz­li­chen, aber auch teil­wei­se wie­der beglü­cken­den Momen­ten, wenn man einem Men­schen den letz­ten  Gang hat erleich­tern kön­nen. Dabei wur­de auch ihm selbst immer wie­der klar, wie wich­tig es ist, gera­de im Alter einen Freun­des­kreis zu haben, der im Not­fall gleich hel­fen kön­ne, zumal in der heu­ti­gen Zeit oft­mals die nächs­ten Ange­hö­ri­gen nicht am Ort woh­nen. Doch letzt­end­lich stirbt jeder für sich, jeder stirbt anders.

Die­se Auf­ga­be  erfor­dert von den Hel­fe­rin­nen und Hel­fern sehr viel Ein­füh­lungs­ver­mö­gen, Kraft und Auf­ge­schlos­sen­heit. Daher ist es auch nötig, dass sich die Mit­glie­der der Hos­piz­grup­pe in regel­mä­ßi­gen Abstän­den tref­fen, sich über ihre Pro­ble­me und Fra­gen aus­tau­schen, um damit das Erleb­te für sich ver­ar­bei­ten zu kön­nen. Wäh­rend  der Auf­ent­halt in einem der Hos­pi­ze  von der Kran­ken­kas­se über­nom­men wer­den,  wird der Dienst der Hos­piz­grup­pe ehren­amt­lich erbracht, ledig­lich Kilo­me­ter­geld gibt es nach der jet­zi­gen Geset­zes­la­ge. Spen­den sind daher stets will­kom­men.

Die Arbeit der Hos­piz­grup­pe Schram­berg wird von den katho­li­schen Kir­chen­ge­mein­den Hei­lig Geist und St. Maria und von der evan­ge­li­schen Gesamt­kir­chen­ge­mein­de Schram­berg-Lau­ter­bach mit­ge­tra­gen. Die Hos­piz­grup­pe ver­steht sich als öku­me­ni­sche Ein­rich­tung. Wer nun einen Not­fall hat oder sich infor­mie­ren will, kann sich unter der Ruf­num­mer 0151 53 95 06 08 an die Schram­berg Hos­piz­grup­pe wen­den. Sibyl­le Veith  (Inten­siv­schwes­ter) oder Ulri­ke Haa­ser  nimmt den Anruf ent­ge­gen und  ver­sucht aus der Grup­pe der Ehren­amt­li­chen die pas­sen­de Betreu­ungs­per­son zu fin­den, von denen fünf Per­so­nen  auch noch berufs­tä­tig sind.

Jedes Mit­glied  der Grup­pe bestimmt selbst das Maß des Ein­sat­zes, den es leis­ten kann.  Daher freut sich die Hos­piz­grup­pe über jede wei­te­re Per­son, die sich vor­stel­len kann, einen sol­chen Dienst mit zu über­neh­men. Der beson­de­re Dank der Besu­cher des Senio­ren­Treffs galt Ger­hard Rudol­phy, der mit sei­nen Aus­füh­run­gen es sehr gut ver­stan­den hat, die enor­me Bedeu­tung die­ses mit­mensch­li­chen Enga­ge­ments auf­zu­zei­gen. Der herz­li­che Dank galt aber auch allen ande­ren Ehren­amt­li­chen in der Schram­ber­ger Hos­piz­grup­pe.