Der Rottweiler Bockshof und die dreistämmige Kastanie (links). Foto: gg

(här, gg). Jetzt ging es ganz schnell: Nach­dem die Dia­log­grup­pe mit Ver­tre­tern aus der Bür­ger­schaft, der Gewer­be- und Han­dels­ver­ein, die Frei­en Wäh­ler im Gemein­de­rat und nun auch die CDU dafür aus­ge­spro­chen haben, kommt der Bür­ger­ent­scheid über die Hän­ge­brü­cke, die vom thyssenkrupp-Test­turm­ge­län­de zur Innen­stadt geplant ist. Die Bür­ger­initia­ti­ve gegen die Hän­ge­brü­cke, die bereits Unter­schrif­ten für einen Bür­ger­ent­scheid gesam­melt hat, kann nun kurz durch­schnau­fen. Ihr Etap­pen­ziel ist erreicht.

Die NRWZ hat­te es vor­aus­ge­sagt: Der Bür­ger­ent­scheid über die Hän­ge­brü­cke kom­me jetzt wohl ganz schnell. Und tat­säch­lich. Am 19. März 2017 wer­den Rott­weils Bür­ger die fol­gen­de Fra­ge beant­wor­ten kön­nen: „Soll die Stadt Rott­weil die Vor­aus­set­zun­gen dafür schaf­fen, dass ein pri­va­ter Inves­tor eine Hän­ge­brü­cke zwi­schen dem Ber­ner Feld und der his­to­ri­schen Kern­stadt errich­ten kann?”

Das hat der Gemein­de­rat am Mitt­woch­abend nach zwei­stün­di­ger Bera­tung ein­schließ­lich einer halb­stün­di­gen Bera­tungs­pau­se mit 20:3 Stim­men beschlos­sen.

Eine ent­spre­chen­de Emp­feh­lung hat­te schon die 50-köp­fi­ge Dia­log­grup­pe bei ihrer drit­ten und letz­ten Sit­zung in der Stadt­hal­le an den Gemein­de­rat gege­ben – mit der Bit­te um eine „zügi­ge Ent­schei­dung“. Eben­so hat­te sich der Gewer­be- und Han­dels­ver­ein der Stadt geäu­ßert.

Mit sei­nem Beschluss ent­sprach der Gemein­de­rat einem Antrag der CDU-Frak­ti­on, die sich aus­drück­lich dafür aus­sprach, kei­nen kon­kre­ten Tras­sen­ver­lauf in der Fra­ge­stel­lung an die Bür­ger zu nen­nen.

Das miss­fiel Jörg Stauss (Freie Wäh­ler), der dar­auf­hin den Antrag stell­te, den Bocks­hof unter­halb des Tau­ben­turms am Domi­ni­kne­er­mu­se­ums als Ein- ind Aus­stiegs­platz aus­zu­schlie­ßen. Doch das wur­de mit 9:13 Stim­men abge­lehnt.

Der CDU-Vor­stoß kam über­ra­schend, nach­dem ihr Frak­ti­ons­chef Gün­ter Poss­selt noch vor einer Woche auf die Zustän­dig­keit des Gemein­de­rats gepocht hat­te. Jetzt erklär­te er, man kön­ne dem Inves­tor kei­ne wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen zumu­ten und brau­che des­halb eine zügi­ge Ent­schei­dung und soll­te zudem die Emp­feh­lung der Dia­log­grup­pe respek­tie­ren.

Win­fried Hecht von der Bür­ger­initia­ti­ve „Rott­weil ohne Hän­ge­brü­cke“ zeig­te sich auf Anfra­ge nicht zufrie­den mit der For­mu­lie­rung. Die Bür­ger müss­ten kon­kret wis­sen, wor­über sie abstimm­ten, bemän­gel­te er. Gün­ter Pos­selt erklär­te, das kön­ne man im Bebau­ungs­plan­ver­fah­rern noch klä­ren. Dabei hät­ten die Bür­ger alle Mög­lich­kei­ten. Ein­fluss zu neh­men.

Am Ende bedank­te sich ein Spre­cher von Inves­tor Eber­hardt für das Ver­trau­en des Gemein­de­rats.

Der Gemein­de­rat begrüß­te in einem wei­te­ren Beschluss die Rea­li­sie­rung einer Fuß­gän­ger-Hän­ge­brü­cke vom Ber­ner Feld über das Neckar­tal bis zur Innen­stadt durch die Eber­hardt IMMO Gmbh, Hohen­ten­gen. Die­ser Beschluss Ist fast ein­stim­mig beschlos­sen wor­den – bei nur einer Gegen­stim­me.

Unge­klärt ist bis auf wei­te­res der genaue Ver­lauf der Hän­ge­brü­cke, sind ihre Ein­stiegs­punk­te. Bis­lang hat der Inves­tor kei­ne Eini­gung mit den Anlie­gern erzie­len kön­nen. Die­se gar nicht unwich­ti­ge „Detail” soll spä­ter im Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren geklärt wer­den, hieß es am Mitt­woch.