Dietmar Greuter (links) und Alexander Schiem wollen niemanden auf der Straße schlafen lassen. Archivfoto: mm

ROTTWEIL – Gemein­sam mit dem AWO-Orts­ver­ein soll das 50-jäh­ri­ge Jubi­lä­um der Woh­nungs­not­fall­hil­fe der Arbei­ter­wohl­fahrt Rott­weil ange­mes­sen gefei­ert wer­den. Hier­zu fin­det am Frei­tag, 12. Juli eine klei­ne Fei­er­stun­de in der Spit­tel­müh­le statt. Am Sonn­tag, 14. Juli lädt der AWO-Orts­ver­ein sowie die Ein­rich­tung zu einem Som­mer­fest in die Spit­tel­müh­le ein. Neben einem reich­hal­ti­gen Spei­sen­an­ge­bot zur Mit­tags­zeit sowie Kaf­fee und Kuchen wer­den auch Live­mu­sik, sowie eine Besich­ti­gung der Werk­stät­ten ange­bo­ten. Für die musi­ka­li­sche Unter­hal­tung konn­te die Obern­dor­fer For­ma­ti­on „Das Toma­ten­haus“ gewon­nen wer­den.

Im Jah­re 1969 über­nahm die Arbei­ter­wohl­fahrt ein Über­nach­tungs­heim für woh­nungs­lo­se Men­schen vom DRK Rott­weil. Die­ses Über­nach­tungs­heim wur­de vom AWO-Ehe­paar Klaus und Rena­te Fleck ehren­amt­lich geführt. Fami­lie Fleck wohn­te mit ihren zwei Kin­dern gemein­sam mit den Woh­nungs­lo­sen auf einem Stock­werk in der Bru­der­schafts­gas­se. Damals durf­ten die Betrof­fe­nen eine Nacht oder aus­nahms­wei­se auch mal ein Wochen­en­de dort über­nach­ten. Rena­te Fleck ent­ließ kei­nen Betrof­fe­nen ohne ihm noch ein Ves­per­pa­ket mit auf den Weg zu geben.

Erst im Jah­re 1971 erhielt die Arbei­ter­wohl­fahrt einen Pfle­ge­satz für die­se Arbeit. Damit konn­te auch der ers­te haupt­amt­li­che Mit­ar­bei­ter für die­se Arbeit finan­ziert wer­den.

Bald stell­te sich auch her­aus dass es einem Ange­bot für Men­schen, wel­che einen Ein­glie­de­rungs­ver­such unter­neh­men woll­ten, bedarf. So konn­ten im Jah­re 1974 in der Neu­tor­stra­ße im Kapu­zi­ner vier Plät­ze für Men­schen geschaf­fen wer­den, wel­che von der Stra­ße weg und wie­der in die Gesell­schaft inte­griert wer­den woll­ten.

Erst vie­le Jah­re spä­ter, näm­lich 1987, konn­te im Neckar­tal die Spit­tel­müh­le ihren Betrieb auf­neh­men. Sie bot Platz für 26 Frau­en und Män­ner. Hier waren sowohl „Über­nach­ter“ wie auch ein­glie­de­rungs­wil­li­ge Men­schen unter­ge­bracht und wur­den von Sozi­al­ar­bei­tern betreut.

Heu­te ist die Woh­nungs­not­fall­hil­fe der Arbei­ter­wohl­fahrt ein aner­kann­tes, dif­fe­ren­zier­tes, hoch­pro­fes­sio­nel­les Hil­fe­an­ge­bot mit Fach­be­ra­tungs­stel­le, Betreu­tem Woh­nen und sta­tio­nä­rer Ein­rich­tung.

Die Ver­ant­wort­li­chen freu­en sich auf zahl­rei­che Besu­cher beim Som­mer­fest in die Spit­tel­müh­le.