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Sonntag, 23. Februar 2020

Abschied nach 37 Jahren: Herbert Traxler geht in Ruhestand

DEISSLINGEN (mm) – Nach 37 Jahren im Deißlinger Rathaus geht Herbert Traxler jetzt in den Ruhestand. Am Dienstag wurde der scheidende Haupt- und Ordnungsamtsleiter im Gemeinderat verabschiedet.

Bürgermeister Ralf Ulbrich lobte Traxlers Gelassenheit, sein ausgeglichenes Wesen, mit dem er sich geduldig um uneinsichtige Bauherren, streitende Nachbarn oder notorische Falschparker kümmerte. Und so gut wie nie fehlte: „Seine Krankenakte hätte auf ein DIN A 4-Blatt gepasst!“ Ulbrich hatte beeindruckende Zahlen parat: 13.495 Tage im Dienst, 500 Sitzungsabende, 30 von Traxler geleitete Wahlen, „mehrere zehntausend Stimmzettel sind durch seine Hände gegangen!“

Und die, die bei der Wahl nicht benutzt wurden, nutzte der für seinen trockenen Humor bekannte Traxler als Notizzettel. Drum haben die Kollegen ihm jetzt einen Stapel davon in sein Haus in Bühlingen gebracht, samt einer Schubkarre voller Wein, denn Traxler liebt nicht nur das Lesen, sondern wird seinen Ruhestand auch mit viel Gartenarbeit verbringen.

Karin Schmeh, CDU-Fraktionsvorsitzende, lobte Traxlers Wesen und Fleiß in einem Gedicht, Wolfgang Dongus von der SPD hatte Aristoteles parat, der einst betonte, der Freundliche begegne seinem Gegenüber liebenswürdig und bringe ihm das Interesse entgegen, das ihm gebührt. „Wenn Aristoteles Sie gekannt hätte, hätte er gesagt: Freundlichkeit ist so wie der Traxler aufm Rathaus ist.“

Herbert Traxler selbst dankte für Begegnungen und gemeinsam verbrachte Lebenszeit und betonte, er habe seinen Dienst stets als Teamarbeit angesehen. „Der Einzelne bringt sich in eine Mannschaft ein, wie beim Fußball.“ Erzählte vom manchmal übervollen Arbeitstag und von den sich rechtzeitig eingestellt habenden grauen Haaren und der dafür gewachsenen Erfahrung und Altersweisheit.

So habe er oft gehört, „man geht aufs Rathaus zum Traxler“, so zeige ihm das, dass man einen Ansprechpartner und keine anonyme Institution im Amt suchte. Jetzt aber wolle er sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen, sein Privatleben genießen und etwas nachdenklich, aber optimistisch in den letzten Lebensabschnitt gehen.

 

 

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