Rottweil. Schlägt man im Duden den Begriff „Ära“ nach, so findet man dort unter anderem die Definition „(bildungssprachlich) in bestimmter Weise durch eine Person oder Sache geprägtes Zeitalter“. So gesehen kann man nun mit Fug und Recht behaupten, dass mit dem Abschied von Schulleiter Wolfgang Mack am Leibniz-Gymnasium eine Ära zu Ende geht.

19 Jahre lang stand der Oberstudiendirektor der Schule vor und prägte diese nachhaltig. Nun übergibt er sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Rüdiger Gulde. Am Freitag wurde Wolfgang Mack in einer offiziellen Feierstunde verabschiedet.

Wenige Tage vor Ferienbeginn – den Wolfgang Mack noch offiziell als Schulleiter für seine vielen kleinen und großen Leibnizianer einläuten wird – endet aber auch für das Regierungspräsidium Freiburg eine Ära.

Der Leitende Regierungsschuldirektor Thomas Steiner, der für die allgemein bildenden Gymnasien zuständig ist, brachte es in seiner Rede in der Rottweiler Mensa auf den Punkt: Das Regierungspräsidium Freiburg habe im Hause Mack unterm Strich immer mit zwei Schulleitern verhandeln müssen, da Ehefrau Irene Mack in Trossingen das Gymnasium leite. Mit der Überreichung der Urkunde des Landes Baden-Württemberg, die Wolfgang Mack dann offiziell am Ende des Monats in den Ruhestand versetzt, geht dann damit auch für das RP Freiburg eine Ära zu Ende. So habe Herr Mack wieder viel mehr Zeit, sich um private wie ehrenamtliche Ämter zu kümmern, betonte Steiner, der Mack für seine jahrzehntelange Arbeit, seine Leistungsbilanz würdigte.

Dank und Anerkennung sprachen auch die anderen Festredner aus: An Erfolge und Meilensteine wie unter anderem die frühzeitige Erprobung des G8, die Einrichtung des Hochbegabtenzuges, der Möglichkeit, bilingual unterrichtet zu werden, um damit besser den internationalen Anforderungen von Wissenschaft wie Wirtschaft gerecht werden zu können sowie der Etablierung des Leibniz-Forschungsteams erinnerte beispielsweise Walter Stegmann als Vertreter der Stadt Rottweil. Er bezeichnete das Leibniz-Gymnasium als Vorzeigeschule, für die sich die Kosten des Neu- und Umbaus mehr als gelohnt hätten. Die Anstrengungen, die die Schule ebenso wie die Stadt in dieser Umbauzeit geleistet hätten, verdienten große Anerkennung, so Stegmann. Eine ebenso glückliche Hand bei der Führung der Amtsgeschäfte wünschte Stegmann abschließend dem Nachfolger Rüdiger Gulde.

Die Ära Mack ließen auch der Elternbeiratsvorsitzende Paul-Wilhelm Kirch, der Vorsitzende des Vereins „Freunde des LG“, Uwe Nuß, Personalratsvorsitzende Christine Ruf sowie Hannah-Marleen Fritz als Sprecherin der SMV Revue passieren: Das Mack’sche Lebensmotto sei nicht nur allen Leibnizianern bekannt, er habe mit seiner positiven Grundeinstellung nicht zuletzt auch erreicht, dass die Schule sehr gut besucht und angenommen werde. Für sein zukünftiges Wirken, das sich nun wieder stärker an seinen Wohnort Villingen verlagere, wünschten ihm alle Festredner viel Glück.

Sichtlich gerührt blieb dem Geehrten selbst am Ende das Schlusswort: Bei seinem eigenen Rückblick auf 19 Jahre Schulleitertätigkeit scheute sich Wolfgang Mack nicht, auch kritische Töne anzuschlagen. So seien nicht immer alle bildungspolitischen Entscheidungen und Vorgaben in seinen Augen wirklich sinnvoll gewesen. Viele Neuerungen hätten die Schule jedoch auch entscheidend vorangebracht, betonte Mack, der in seiner Amtszeit fünf verschiedene Kultusminister erlebt hat. Seiner Schule wie seinem Kollegium bescheinigte er am Ende, bestens für die Zukunft gerüstet zu sein. „Man soll immer dann gehen, wenn es am schönsten ist“, schloss Mack und wünschte seinem Nachfolger von Herzen alles Gute.

 

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