Lan­ges Ers­ter Mai-Wochen­en­de, Vater­tag und Mai­fes­te in vie­len Gemein­den – jetzt gibt es wie­der vie­le Gele­gen­hei­ten für ein gemüt­li­ches Bei­sam­men­sein in gesel­li­ger Run­de. Im Monat Mai kommt es lan­des­weit zu einer Häu­fung von Alko­hol­ver­gif­tun­gen, teilt die AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg mit.

ROTTWEIL (pm) – Dass Fei­ern nicht im Voll­rausch enden müs­sen, wur­de den Men­schen im Land­kreis Rott­weil in den letz­ten Jah­ren offen­bar zuneh­mend bewusst. „Im gesam­ten letz­ten Jahr wur­den 75 männ­li­che Per­so­nen aller Alters­grup­pen sta­tio­när wegen aku­ter Alko­hol­ver­gif­tung in ein Kran­ken­haus auf­ge­nom­men”, sagt Klaus Herr­mann, Geschäfts­füh­rer der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg. Das sind fast gleich vie­le wie 2013 (74 männ­li­che Per­so­nen), aber wei­ter­hin weni­ger als in den Jah­ren 2007 bis 2010.

Damals ver­zeich­ne­te die AOK noch jähr­lich um die 90 sta­tio­nä­re Auf­nah­men. „Das Phä­no­men ‚Koma­trin­ken‘ hat wohl sei­nen Höchst­stand über­schrit­ten”, freut sich AOK-Chef Herr­mann. „Offen­bar grei­fen die Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men von Kran­ken­kas­sen, Kom­mu­nen, Poli­zei und pri­va­ten Ein­rich­tun­gen. Ein bewuss­ter und ver­ant­wor­tungs­vol­ler Umgang mit Alko­hol setzt sich zuneh­mend durch.”

Beson­ders erfreu­lich ist, dass laut AOK auch bei männ­li­chen Jugend­li­chen wei­ter­hin rela­tiv weni­ge Alko­hol­ver­gif­tun­gen auf­tre­ten. Ledig­lich neun jun­ge Män­ner im Alter von 15 bis 19 Jah­ren muss­ten 2014 sta­tio­när behan­delt wer­den. Das ist zwar eine Per­son mehr als 2013, aber wei­ter­hin weni­ger als in den Vor­jah­ren. Der Höchst­stand war 2010 mit 20 Per­so­nen zu ver­zeich­nen. „In die­sem Alter ist ein Alko­hol­rausch beson­ders schäd­lich”, erklärt Herr­mann. „In jun­gen Jah­ren kann der Alko­hol nur sehr lang­sam abge­baut wer­den, daher füh­ren bereits gerin­ge Men­gen zu schwe­ren Schä­di­gun­gen und Ver­gif­tun­gen.”

Ein Wer­muts­trop­fen ist, dass bei den Frau­en die Zahl der Alko­hol­ver­gif­tun­gen weit­ge­hend kon­stant geblie­ben ist. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den 38 weib­li­che Per­so­nen aller Alters­grup­pen aus dem Land­kreis sta­tio­när behan­delt. Die­se Zahl bewegt sich im Schnitt der Vor­jah­re. Ins­ge­samt müs­sen Frau­en deut­lich sel­te­ner wegen Voll­rausch in ein Kran­ken­haus als Män­ner. Im Alter von 15 bis 19 Jah­ren wur­den 2014 nur vier Mäd­chen und jun­ge Frau­en sta­tio­när behan­delt, so weni­ge wir noch nie seit Beginn der Beob­ach­tung im Jahr 2007.

Für Herr­mann ist jeder Fall einer zu viel: „Daher soll­ten wir wei­ter­hin in unse­ren Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men nicht nach­las­sen. Gera­de jun­ge Leu­te dür­fen sich nicht durch fal­sche Rol­len­vor­bil­der beir­ren las­sen. Cool ist, wer einen küh­len Kopf behält.”

Die AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg unter­stützt die Arbeit der kom­mu­na­len Sucht­be­ra­tung im Land­kreis. Zusätz­lich berät der Sozia­le Dienst der AOK prä­ven­tiv bei Gefahr von Alko­hol­miss­brauch. Bei der AOK sind über die Hälf­te der Men­schen im Land­kreis ver­si­chert.