Augsburger Opernprojekt Zaide kommt nach Oberndorf

Großer Erfolg für die Flüchtlingsnetzwerke im Kreis Rottweil: Am 1. Oktober wird das Opernprojekt „Zaide Eine Flucht“ nach Wolfgang Amadeus Mozart in der Oberndorfer Neckarhalle aufgeführt. Mit dabei sein können Chöre aus unserer Region, bei denen Flüchtlinge mitsingen werden.

SCHRAMBERG/KREIS ROTTWEIL (him) – „Zaide“ ist ein Projekt des Vereins „Zuflucht Kultur“ in Augsburg, das bereits bei Mozarts „Cosi fan tutte“ mit syrischen Flüchtlingen zusammen gearbeitet hatte und dabei einen großen Erfolg landete. Das „Netzwerk willkommen Schramberg-Lauterbach“ hatte einen Bus zum evangelischen Kirchentag in Stuttgart organisiert und dort „Cosi fan tutte“ erlebt. „Die Begeisterung war riesig“, erzählt Sonja Rajsp vom Netzwerk, und die Idee geboren, das Nachfolgeprojekt Zaide hier her zu holen. Sie hat sich mit der Augsburger Organisatorin Cornelia Lanz zusammen getan, und nun wird das Theater Augsburg am 1. Oktober in der Oberndorfer Neckarhalle „Zaide“ aufführen.

Mozarts Singspiel thematisiert die Flucht: Die Titelheldin Zaide will die ihr auferlegte Unfreiheit und Unterdrückung nicht mehr ertragen und verlässt ihre Land. „Durch die verschiedenen Stadien der Flucht, durch die Trennung von Familie und Heimat erscheint die Titelfigur von Mozarts unvollendetem Singspiel parabelhaft für eine Biographie in Zeiten von Flucht und Vertreibung“, heißt es in der Ankündigung des Augsburger Theaters. Mit der Musik von Mozart und afghanischen, syrischen und nigerianischen Musikern entstehe ein Musiktheaterprojekt, „das die Geschichte von Zaide und ihrem Geliebten Gomatz neu erzählt.“

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Sonja Rajsp organisiert das Zaide-Projekt im Kreis Rottweil. Foto: him

Um das 20.000 Euro teure Gastspiel mit 45 Sängerinnen und Musikern stemmen zu können, haben sich die sieben Flüchtlingsnetzwerke im Kreis Rottweil zusammen getan, der Landkreis unterstützt, und auch mehrere Kommunen sind dabei. „Für uns allein wäre das eine Nummer zu groß“, so Rajsp. Zudem biete die Neckarhalle 1200 Plätze und feiere in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Oberndorfs Kulturamtsleiter Hans-Joachim Ahner sei von dem Projekt sofort begeistert gewesen.

Die Flüchtlinge werden aber nicht nur als Zuschauer dabei sein, sondern Rajsp und Lanz planen, an ein oder zwei Stellen Chorszenen mit Mitwirkenden aus unserer Region in die Oper einzubauen. “So können sie aktiv werden und aus der Passivrolle herauskommen“, erläutert Rajsp. Dabei möchten die Netzwerker auch die Gesangsvereine und Musikschulen einbinden: „Es soll ein Projektchor entstehen von Menschen, die gern singen.“ Die Flüchtlinge würden nicht auf ihre Flüchtlingsrolle reduziert, sondern sie würden mit den Einheimischen zusammen etwas Positives gestalten. Eine Idee, die der frühere „Frohsinns“-Vorsitzende Arnhold Budick „großartig“ findet, denn über das Singen könne man sehr gut auch Sprachen lernen – und die Chöre neue Sängerinnen und Sänger gewinnen. Interessierte Sängerinnen und Sänger können sich gern melden unter sonja.rajsp@mail.de.

Gegen Ende der Sommerferien werde Cornelia Lanz, die auch eine der Zaide-Darstellerinnen sein wird, in den Kreis Rottweil kommen, um mit den Chören die Lieder einzustudieren, so Rajsp. Bis zur Generalprobe am 30. September könne dann weiter geprobt werden. Nach der Generalprobe soll es einen Begegnungsabend geben und am 1. Oktober die Aufführung. Nach der Premiere Anfang August werde die Augsburger Truppe Ende September auf Tournee gehen: „Stuttgart kommt erst nach Oberndorf“, freut sich Rajsp.

Den Kartenvorverkauf organisiert Schrambergs Theaterring-Chefin Susanne Gwosch. „Über unser Vibus-System sind Karten ab sofort in der ganzen Region zu haben.“ Bei den Preisen reicht die Spanne von ermäßigten Karten zu neun, den regulären Preis von 19 Euro über die „Karte mit Herz“ für 49 Euro bis zur Mäzene-Karte für 99 Euro, erläutert Rajsp.

 

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