Rott­weil. Soll das Haus Bahn­hof­stra­ße 1, direkt hin­ter der Dut­ten­ho­fer Vil­la gele­gen, für Park­plät­ze abge­ris­sen oder für Flücht­lin­ge reser­viert wer­den? Mit die­ser Fra­ge hat sich sich der Gemein­de­rat in der jüngs­ten Sit­zung hin­ter ver­schlos­se­nen Türen befasst.

Auf die Nach­fra­ge, war­um man ein The­ma, das die Öffent­lich­keit so sehr inter­es­siert, nicht­öf­fent­lich behan­deln müs­se, zögert Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß kurz, über­legt und sagt dann, es sei ja auch um den even­tu­el­len Miet­preis gegan­gen. Es geht dabei um Zah­lun­gen des Land­krei­ses an die Stadt als Eigen­tü­me­rin für die Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern.

Auch bei der Fra­ge nach dem Ergeb­nis der Abstim­mung gibt sich der OB zuge­knöpft. Er sagt nur, dass der Gemein­de­rat einen Abriss abge­lehnt habe. Mit wel­cher Stim­men­zahl will er nicht sagen. Aus Teil­neh­mer-Krei­sen ist zu erfah­ren, die Ent­schei­dung sei „denk­bar knapp“ aus­ge­fal­len: Und noch eines hört man: Der Stadt­ver­wal­tung gehe es um ein ganz kon­kre­tes Anlie­gen. Sie wol­len Kapa­zi­tä­ten für den Fall vor­hal­ten und gewapp­net sein, wenn die Hotel-Plä­ne im alten Spi­tal kon­kret wür­den. Dann könn­te man die Flücht­lin­ge unpro­ble­ma­tisch in die Bahn­hof­stra­ße 1 umquar­tie­ren

Das soge­nann­te Hak’sche* Haus hat­te bereits Mit­te Mai die Gemü­ter erregt. Damals stell­ten die Frei­en Wäh­ler den Antrag, das Gebäu­de Bahn­hof­stra­ße 1 abzu­rei­ßen und statt­des­sen Park­plät­ze anzu­le­gen oder ein Park­haus zu bau­en. Die Stadt Rott­weil, so die Argu­men­ta­ti­on, habe mit der Unter­brin­gung von 550 Flücht­lin­gen mehr als ihre Pflicht getan. Das sei ein Anteil von 28 Pro­zent, die offi­zi­ell gefor­der­te Quo­te lie­ge bei 18. Jetzt sei­en erst­mal ande­re Kom­mu­nen an der Rei­he, so die Frei­en Wäh­ler. Und Rott­weil kön­ne sich auf die Inter­es­sen sei­ner Bür­ger besin­nen.

Das rief prompt den frü­he­ren Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas J. Engeser, der für die Frak­ti­on der Frei­en Wäh­ler im Kreis­tag führt, auf den Plan: „Park­plät­ze vor Flücht­lin­gen – das geht gar nicht“, schrieb er sei­nen Gesin­nungs­ge­nos­sen per Leser­brief ins Stamm­buch. Der Gemein­de­rat ver­tag­te dann den Antrag und bekam ihn jetzt in nicht­öf­fent­li­cher Sit­zung erneut vor­ge­legt.

Nach Anga­ben der Stadt ist die Zahl der Flücht­lin­ge inzwi­schen auf etwa 500 zurück­ge­gan­gen. „Aktu­ell gibt es kei­nen wei­te­ren Raum­be­darf“, räumt OB Broß ein, aber der  Land­kreis habe mit­ge­teilt, dass sich die Stadt dar­auf ein­stel­len müs­se, dass nach den Som­mer­fe­ri­en wei­te­re Flücht­lin­ge kom­men könn­ten. Ande­rer­seits, so Broß, sei das Park­platz-Pro­blem noch nicht akut. Zunächst müs­se man in einer Bestands­auf­nah­me den Bedarf ermit­teln. Das gesche­he der­zeit. Danach bestehe jeder­zeit die Mög­lich­keit, über den Abbruch des Hak’schen Hau­ses zu ent­schei­den.

*Wir hat­ten „Hack” statt Hak geschrie­ben. Unser Feh­ler.