Die Ruhe-Christi-Kirche in den 60er-Jahren. Foto: Stadtarchiv

ROTTWEIL (pm) – Für den kom­men­den Sonn­tag, 10. Juli, steht beim Rott­wei­ler Geschichts- und Alter­tums­ver­ein die fast schon tra­di­tio­nel­le ita­lie­nisch­spra­chi­ge Füh­rung auf dem Pro­gramm. Aus­schuss­mit­glied Raul Lep­re führt für die ita­lie­ni­schen Mit­bür­ger und alle Freun­de der ita­lie­ni­schen Spra­che durch die Ruhe-Chris­ti-Kir­che beim Stadt­fried­hof. Der Rund­gang beginnt um 15 Uhr am Por­tal.

Mit der Ruhe-Chris­ti-Kir­che besitzt Rott­weil ein baro­ckes Klein­od, das aus beschei­de­nen Anfän­gen ent­stan­den ist. Aus einem Bild­stock mit Ein­sie­de­lei ent­wi­ckel­te sich im 17. Jahr­hun­dert eine Wall­fahrts­stät­te vor den Toren der Stadt. Aus Dank­bar­keit über das Ende des Spa­ni­schen Erb­fol­ge­kriegs bau­ten die Rott­wei­ler zu Beginn des 18. Jahr­hun­derts anstel­le einer älte­ren Kapel­le das klei­ne Got­tes­haus.

Das Kirch­lein am Ende eines stei­len und müh­sa­men Weges wur­de dem Lei­den und Ruhen Chris­ti geweiht. „Chris­tus in der Rast“ zeigt den erschöpf­ten Hei­land beim Auf­stieg zum Kreu­zi­gungs­stät­te inne­hal­tend. Der Kir­chen­bau, ein Werk des Rott­wei­ler Bau­meis­ter Mat­thä­us Scharpf, konn­te sei­ne reiz­vol­le baro­cke Innen­aus­stat­tung prak­tisch voll­stän­dig bis in die jüngs­te Zeit bewah­ren.

Die wich­tigs­ten Rott­wei­ler Barock­künst­ler waren maß­geb­lich an der Aus­ge­stal­tung des Inner­raums betei­ligt. Die Decken­ge­mäl­de stam­men von Johann Georg Glück­her, die Altar­ta­feln teil­wei­se von Johann Achert. Adem Bert­sche und Adam Win­ter­hal­ter sorg­ten für den plas­ti­schen Schmuck. Durch die Ver­le­gung des Fried­hofs vom „Alten Gott’sacker“ auf dem Bocks­hof an sei­nen heu­ti­gen Platz wur­de Ruhe-Chris­ti 1832 zur Fried­hofs­ka­pel­le.