Bisher nicht erlaubt: Wenn der Vater mit dem Sohne kickt...Archiv-Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Weil die Stadt seit Jah­ren  sich mit Beschwer­den wegen Ruhe­stö­run­gen durch das Klein­spiel­feld her­um­plagt, möch­te die Ver­wal­tung nun die Benut­zungs­ord­nung für den Ber­neck­sport­platz ändern und mit einem Filz­be­lag an Beton­mau­ern und am Ball­fang­zaun die Ball­ge­räu­sche dämp­fen.

Im Ver­wal­tungs­aus­schuss herrsch­te dar­über Einig­keit. Offen blieb aller­dings, ob die bis­he­ri­ge Alters­be­gren­zung auf 15 Jah­re auf­ge­ho­ben wer­den soll. Beschlos­sen hat der Aus­schuss, dem Gemein­de­rat zu emp­feh­len, für 6300 Euro den Filz­be­lag auf­brin­gen zu las­sen. Auch soll künf­tig das Klein­spiel­feld beim Georg-Knöpf­le-Heim abends um 21 Uhr abge­schlos­sen wer­den. Der Schließ­dienst kos­tet etwa 3500 Euro pro Jahr.

Gebil­ligt hat der Aus­schuss auch den Vor­schlag, dass das Haupt­spiel­feld für Trai­nings- und Spiel­be­trieb wei­ter­hin bis 22 Uhr, die Klein­spiel­fel­der wäh­rend der gan­zen Woche nur bis 21 Uhr benutzt wer­den dür­fen und dass „zur Ein­hal­tung der sonn­täg­li­chen Ruhe­zeit … auf dem Haupt­spiel­feld künf­tig von 13 bis 15 Uhr maxi­mal 18 Fuß­ball­spie­le pro Jahr statt­fin­den“ dür­fen.

Strit­tig war ledig­lich der Vor­schlag von Fach­be­reichs­lei­ter Bert­hold Kam­me­rer, das Klein­spiel­feld mit Kunst­ra­sen­be­lag für „Frei­zeit­sport­ler“ frei­zu­ge­ben und die bestehen­de Alters­be­gren­zung auf 15 Jah­re auf­zu­ge­ben. Die­se wer­de oft nicht ein­ge­hal­ten. Wenn Väter mit ihren Kin­dern dort spie­len, wer­de gegen die Regel ver­sto­ßen. Immer wie­der füh­re die­se Regel auch zu Beschwer­den. Poli­zei­re­vier­lei­ter Erich Moos­mann bestä­tigt, dass im ver­gan­ge­nen Jahr die Poli­zei „etwa 20 bis 25 Mal aus­rü­cken muss­te wegen Beschwer­den, das Klein­spiel­feld wer­de miss­bräuch­lich von unbe­rech­tig­ten  Per­so­nen genutzt.“

Wie die NRWZ im ver­gan­ge­nen Jahr berich­te­te, han­delt es sich dabei um einen Anwoh­ner, der sich regel­mä­ßig beklagt: „Den Beam­ten selbst stinkt‘s, wenn sie mit Ver­weis auf die Benut­zungs­ord­nung einen Vater, der mit sei­nem Sohn auf dem Klein­spiel­feld kickt, weg­schi­cken sol­len“, schrieb die NRWZ im ver­gan­ge­nen Juni.

Die Lösung soll­te nun dar­in bestehen, das Klein­spiel­feld um 21 Uhr abzu­schlie­ßen. Weil die Alters­kon­trol­le undurch­führ­bar erscheint, schlug die Ver­wal­tung vor, die Alters­be­gren­zung auf­zu­ge­ben.

Bisher steht es so in der Beenutzungsvorschrift. Foto: him
Bis­her steht es so in der Bee­nut­zungs­vor­schrift. Foto: him

Rena­te Much (SPD-Bunt­specht)  fän­de es zwar schö­ner, wenn der Platz Kin­dern vor­be­hal­ten blie­be, „aber wir schlie­ßen damit die Eltern aus.“ Bernd Rich­ter (ÖDP) fürch­te­te, die Stadt gebe „die Kin­der­freund­lich­keit auf“ und einen Ver­drän­gungs­wett­be­werb durch „Halb­star­ke“.  Tho­mas Brant­ner (CDU) mein­te, dass Eltern mit der 15-Jah­res­re­gel aus­ge­schlos­sen wür­den, sei „an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen“ und frag­te, ob es einen sol­chen Ver­drän­gungs­wett­be­werb gebe.

Die Lei­te­rin des JUKS, Kry­sty­na Sau­rer, erklär­te, eine sol­che Ver­drän­gung fän­de durch ande­re Fak­to­ren als durch Schil­der statt. Udo Neu­deck (Freie Lis­te) emp­fahl  aus­zu­pro­bie­ren, was pas­siert, wenn die Alters­be­gren­zung auf­ge­ho­ben wird. Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog erklär­te, er müss­te wegen der Alters­be­gren­zung immer jeman­den hin­schi­cken, der das Alter der Benut­zer kon­trol­liert.

Jür­gen Win­ter (CDU) mein­te, es sei „alles Maku­la­tur, wenn wir nicht kon­trol­lie­ren kön­nen“. Der Aus­schuss beschloss dar­auf­hin, die­se Fra­ge in den Frak­tio­nen zu  bera­ten und erst im Gemein­de­rat dar­über zu ent­schei­den.