Die Rott­wei­ler CDU hat die Bau­stel­le für die neue Feu­er­wa­che an der Schram­ber­ger Stra­ße besucht – und dabei fest­ge­stellt, dass kei­ne Brand­mel­de­an­la­ge im Gebäu­de vor­ge­se­hen ist. Der Stadt­rats­frak­ti­on geht es dabei nicht um bil­li­ge Rauch­mel­der aus dem Bau­markt, son­dern um einen direk­ten Draht zur Ret­tungs­leit­stel­le im Fal­le eines Feu­ers bei der Feu­er­wehr. Den haben die CDU­ler jetzt bean­tragt. Die Stadt­ver­wal­tung hält dem ent­ge­gen, dass eine sol­che Anla­ge recht­lich nicht not­wen­dig und in den Gesamt-Bau­kos­ten nicht ein­ge­preist sei.

Das Feu­er, das 2010 die Feu­er­wa­che in Fecken­hau­sen ver­nich­tet hat (unser Bild). Die im Som­mer bei einem Brand zer­stör­te Feu­er­wa­che in Kress­bronn am Boden­see. Die­se Groß­brän­de haben die Rott­wei­ler CDU-Stadt­rä­te nach eige­nen Anga­ben vor Augen, wenn sie jetzt für die gera­de ent­ste­hen­de neue Feu­er­wa­che an der Schram­ber­ger Stra­ße eine Brand­mel­de­an­la­ge for­dern.

Eine sol­che Anla­ge gibt nicht nur einen lau­ten Signal­ton ab, wie es ein­fa­che Rauch­mel­der im Fal­le eines Feu­ers tun. Sie ruft sozu­sa­gen bei der Leit­stel­le an und mel­det den Brand­aus­bruch. Bei Gewer­be­im­mo­bi­li­en ist so eine Anla­ge mit­un­ter Pflicht. Denn schon klei­ne­re Defek­te an Tech­nik und Elek­tro­nik – von der Beleuch­tung über (Lap­top-) Com­pu­ter bis hin zum Kaf­fee­ko­cher in der Büro­kü­che könn­ten etwa einen Schwel­brand aus­lö­sen, erklä­ren Exper­ten. Fin­den die Flam­men Nah­rung, kommt es schnell zum Groß­feu­er. Eine Brand­mel­de­an­la­ge, die direkt bei der stän­dig besetz­ten Ret­tungs­leit­stel­le Alarm aus­löst, kann für einen schnel­len Ein­satz der Ret­tungs­kräf­te füh­ren.

Das merkt auch die CDU an: dass die vor­han­de­ne tech­ni­sche Aus­stat­tung der Feu­er­wehr Rott­weil wie bei­spiels­wei­se Lade­ge­rä­te, Druck­luft­ein­rich­tun­gen und Kom­pres­so­ren ein laten­tes Risi­ko für tech­ni­sche Defek­te dar­stell­ten. Dar­in habe wohl auch die Ursa­che für den ver­hee­ren­den Brand in der Feu­er­wa­che Kress­bronn am Boden­see vor knapp drei Mona­ten gele­gen, bei wel­chem die dor­ti­ge Fahr­zeug­hal­le und sämt­li­che Fahr­zeu­ge und Gerät­schaf­ten zer­stört wor­den sind.

Das Pro­blem: Die Brand­mel­de­an­la­ge ist in den aktu­el­len Kos­ten des Neu­baus nicht ein­ge­preist. Das bestä­tigt der städ­ti­sche Pres­se­spre­cher, Tobi­as Her­mann, auf Nach­fra­ge der NRWZ. Er sagt: „Es ist rich­tig, dass kei­ne Brand­mel­de­an­la­ge im neu­en Feu­er­wehr­haus vor­ge­se­hen ist. Sie ist recht­lich aber auch nicht not­wen­dig.” So sein das im Vor­feld erstell­te Brand­schutz­kon­zept zusam­men mit dem zustän­di­gen Kreis­brand­meis­ter erstellt wor­den, mit Mario Rumpf, also. Eine Brand­mel­de­an­la­ge habe auch aus des­sen Sicht kei­ne For­de­rung dar­ge­s­telt, so Her­mann Die Abtei­lung Hoch­bau habe dann den zustän­di­gen Aus­schuss im Zusam­men­hang mit der Kos­ten­be­rech­nung dar­über infor­miert, dass bei der Gebäu­de­tech­nik nur der recht­lich gefor­der­te Stan­dard ein­ge­baut wer­den sol­le, „eine sol­che Anla­ge gehört nicht dazu”, so Her­mann.

Die Mehr­kos­ten für eine Brand­mel­de­an­la­ge wür­den zudem die der­zei­ti­ge Kos­ten­kal­ku­la­ti­on über­stei­gen – sie liegt bei 7,46 Mil­lio­nen Euro. Daher müss­te der Gemein­de­rat die Mehr­kos­ten einer Brand­mel­de­an­la­ge nach­träg­lich geneh­mi­gen. Das hat die CDU bean­tragt. Her­mann dazu: „Der Antrag wird der­zeit intern noch geprüft, wes­halb wir dazu noch nicht mehr sagen kön­nen. Wir wer­den den Antrag der CDU aber zeit­nah, vor­aus­sicht­lich am 19. Novem­ber, im Bau­aus­schuss bera­ten.”

Die CDU-Stadt­rä­te gehen der­weil laut einer Mit­tei­lung davon aus, dass beim Ein­bau einer auf­ge­schal­te­ten Brand­mel­de­an­la­ge gerin­ge­re Kos­ten für die Sach­ver­si­che­rung der gesam­ten Aus­rüs­tung ent­stün­den, womit eine Finan­zie­rung der Maß­nah­me zumin­dest teil­wei­se dar­ge­stellt wer­den kön­ne. Zudem erin­nern sie in ihrem Antrag dar­an, dass vor etli­chen Jah­ren mit dem Brand des Feu­er­wehr­hau­ses Fecken­hau­sen auch Rott­weil von einem der­ar­ti­gen Scha­dens­er­eig­nis betrof­fen gewe­sen ist.

Der Brand­sach­ver­stän­di­ge ging damals davon aus, dass der Brand in Fecken­hau­sen durch einen tech­ni­schen Defekt aus­ge­löst wor­den ist. Sei­nen Unter­su­chun­gen zufol­ge ist der Brand in einem der Stadt gehö­ren­den Raum aus­ge­bro­chen, wo sich eini­ge Fuß­ball­fans am Sonn­tag­nach­mit­tag gemein­sam ein Ach­tel­fi­nal­spiel der deut­schen Natio­nal­mann­schaft ange­schaut hat­ten. Die Brand­aus­bruchs­stel­le lag dabei im Bereich des dort auf­ge­stell­ten Bea­mers.