Broß antwortet im Klartext auf FFR-Anfrage: “Unterlassen Sie Ihre persönlichen Angriffe auf Herrn Bürk”

Nicht nur als Schüler, auch als Diplom-Ingenieur gerne in Rottweil: Alfons Bürk. Unser Bild zeigt eine von ihm geleitete Führung im Neckartal. Sie hatte den Schwerpunkt: „Auf dem Weg zum Gewerbepark“. Bürk, Architekt und „Denkmalschutz Urgestein“, habe die Rahmenplanung zur Umnutzung der Industriebrache erstellt und für die Holzmanufaktur die architektonischen Leistungen koordiniert, schrieb die im Neckartal angesiedelte Holzmanufaktur damals Foto: Homa

Wer dieser Alfons Bürk sei, der neuerd­ings bei so vie­len Pro­jek­ten der Stadt Rot­tweil auf­taucht, woll­ten die Stadträte Hei­de Friederichs und Rein­er Hils vom Ober­bürg­er­meis­ter wis­sen und ver­fassten einen offe­nen Brief. Ralf Broß hat nun geant­wortet, im Klar­text: “Ich kann nur an Sie appel­lieren, Ihre per­sön­lichen Angriffe auf Her­rn Bürk zu unter­lassen und auf eine sach­liche, faire Ebene der Diskus­sion zurück­zukehren.”

Die NRWZ veröf­fentlicht das Antwortschreiben des Ober­bürg­er­meis­ters im Wort­laut (auch die Anfra­gen des Forums für Rot­tweil, FFR, hat­ten wir im Wort­laut doku­men­tiert):

Sehr geehrte Frau Friederichs, sehr geehrter Herr Hils,

da Sie den Weg des offe­nen Briefs gewählt haben, um die Rolle von Her­rn Alfons Bürk als Berater der Stadtver­wal­tung Rot­tweil zu the­ma­tisieren, möchte ich Ihnen auf gle­ichem Wege antworten.

Wie Sie wis­sen, hat die Stadtver­wal­tung Rot­tweil mit Her­rn Bürk einen Hon­o­rarver­trag auf Stun­den­ba­sis abgeschlossen. Gegen­stand des Ver­trags ist die Unter­stützung der Stadtver­wal­tung bei der Akquise und der Zusam­me­nar­beit mit poten­tiellen Inve­storen. Die Tätigkeit umfasst beispiel­sweise das Sanierungs­ge­bi­et his­torische Innen­stadt und weit­ere wichtige Pro­jek­te der Stad­ten­twick­lung wie etwa die JVA-Stan­dort­suche. Herr Bürk führt dazu Gespräche mit Pro­jek­t­part­nern und han­delt im Auf­trag der Stadt Rot­tweil. Er nimmt keine hoheitlichen Auf­gaben wahr, son­dern wird von uns beauf­tragt, koor­dinierende Tätigkeit­en im Bere­ich des Pro­jek­t­man­age­ments wahrzunehmen. Im Fall des Test­sturms ist Herr Bürk übri­gens nicht im Auf­trag der Stadt, son­dern im Namen von ThyssenK­rupp tätig.

Die Stadtver­wal­tung Rot­tweil nutzt regelmäßig die Möglichkeit ein­er Ver­gabe von Dien­stleis­tun­gen an externe Büros. Herr Bürk han­delt also ver­gle­ich­bar mit Büros wie die Stad­ten­twick­lungs­ge­sellschaft STEG oder Planstatt Sen­ner, die für uns eben­falls unter­stützend tätig sind. Im Rah­men der Stadt­pla­nung und Stad­ten­twick­lung ste­hen der Ver­wal­tung hier­für reg­uläre Mit­tel im Haushalt zur Ver­fü­gung, die Stadt kann darüber im Rah­men ihrer eige­nen Zuständigkeit entschei­den.

Der Ver­trag mit Her­rn Bürk wurde dem Gemein­der­at im Früh­jahr aber aus­führlich erläutert. Dies geschah nichtöf­fentlich, denn wesentliche Bestandteile solch­er Verträge unter­liegen dem Per­sön­lichkeitss­chutz. Hier daher nur so viel: Ziel des Ver­trags mit Her­rn Bürk ist es, die Ver­wal­tung zu ent­las­ten, damit größere Vorhaben gle­ichzeit­ig geschul­tert wer­den kön­nen und nicht liegen bleiben. Mit Blick auf die ver­gan­genen Monate sollte klar sein, dass die Zusam­me­nar­beit mit Her­rn Bürk eine sehr gute Lösung ist. Die Stadtver­wal­tung hat so die Möglichkeit, auf Arbeitsspitzen bei Großpro­jek­ten zu reagieren oder den Aus­fall von Mitar­beit­ern wenig­stens für eine Über­gangszeit einiger­maßen auszu­gle­ichen.

Die Stadtver­wal­tung Rot­tweil hat in den ver­gan­genen Monat­en sehr arbeitsin­ten­sive und schwierige Zeit­en durch­lebt: Wir haben eine bre­ite Bürg­er­beteili­gung und let­ztlich den Bürg­er­entscheid zur JVA organ­siert, müssen die große Lücke, die der Tod von Bürg­er­meis­ter Wern­er Guhl hin­ter­lässt, schließen und uns nun aktuell den enor­men Her­aus­forderun­gen der Flüchtlingskrise stellen. Herr Bürk hat mich und meine Mitar­beit­er in dieser Zeit mit sehr viel Engage­ment und Herzblut für unsere Stadt unter­stützt – sein Ein­satz ist dabei weit über das hin­aus­ge­gan­gen, was man auf der Grund­lage eines Berater­ver­trags erwarten kann.

Dass Sie vor diesem Hin­ter­grund nun die Qual­i­fika­tion von Her­rn Bürk öffentlich in Frage stellen und die Notwendigkeit sein­er Beauf­tra­gung anzweifeln, ist schlichtweg nicht mehr nachzu­vol­lziehen.

Ich kann nur an Sie appel­lieren, Ihre per­sön­lichen Angriffe auf Her­rn Bürk zu unter­lassen und auf eine sach­liche, faire Ebene der Diskus­sion zurück­zukehren.

Mit fre­undlichen Grüßen

Ralf Broß
Ober­bürg­er­meis­ter

Nach­trag 21. Okto­ber 2015: Die bei­den Stadträte von Forum für Rot­tweil (FFR) kon­nten wis­sen, um wen es sich bei Alfons Bürk han­delt und welche Rolle er inner­halb der Stadtver­wal­tung in Rot­tweil spielt. Auf Nach­frage erk­lärt diese: “Eine Erstin­for­ma­tion über das Ver­tragsver­hält­nis mit Her­rn Bürk fand im Rah­men der Klausurta­gung des Gemein­der­ats, eine detail­lierte Infor­ma­tion im Rah­men ein­er der fol­gen­den Sitzun­gen des zuständi­gen Kul­tur-, Sozial- und Ver­wal­tungsauss­chuss­es statt. Bei der ersten Sitzung waren bei­de Mit­glieder der Grup­pierung FFR, bei der zweit­en Sitzung das stimm­berechtigte Auss­chuss­mit­glied anwe­send.”

Bei diesem Auss­chuss­mit­glied han­delt es sich um Hei­de Friederichs.