DEISSLINGEN (mm) Der Betrei­ber der Bio­müll­ver­gä­rungs­an­la­ge bei Deiß­lin­gen, die Fir­ma BRS, möch­te erwei­tern. Und darf auch, der Gemein­de­rat hat nichts dage­gen. Dort, neben der Klär­an­la­ge, wer­den jähr­lich 250.000 Ton­nen Bio­müll aus den Land­krei­sen Rott­weil, Tutt­lin­gen und Schwarz­wald-Baar zu Strom und Kom­post ver­ar­bei­tet.

Und das soll mehr wer­den, erläu­ter­te Geschäfts­füh­rer Eber­hard Lud­wig, wei­te­re Land­krei­se sol­len dazu kom­men, dafür möch­te man neu bau­en und außer­dem die Fir­men­zen­tra­le von Vil­lin­gen nach Deiß­lin­gen ver­le­gen. Da die Ver­wer­tung eine äußerst öko­lo­gi­sche Sache ist – die Abwär­me wird zum Tro­cken des Klär­schamms genutzt, der Strom ins Netz ein­ge­speist und der Kom­post ver­kauft, die Klär­schlamm­res­te die­nen in der Zement­in­dus­trie als Ersatz­brenn­stoff – waren die Räte ein­stim­mig dafür.

Zwar mel­de­te Georg Fietz Beden­ken an, immer­hin kann man die Ver­gä­rung öfter mal auch im Ort rie­chen, wenn der Wind ent­spre­chend weht, aber Lud­wig ver­si­cher­te, bei einer Ver­grö­ße­rung fal­le die BRS unter euro­päi­sche und damit stren­ge­re Richt­li­ni­en, also wer­de die Geruchs­be­läs­ti­gung eher weni­ger. Zwei zusätz­li­che Sat­tel­zü­ge bedeu­te die Erwei­te­rung im Schnitt pro Tag, doch die kom­men ent­we­der über die Auto­bahn oder die B 27 und damit nicht durch den Ort.

Beim Weg am Was­ser möch­te ein Rei­fen­händ­ler erwei­tern, auch er darf, aber mit Auf­la­gen. Denn weil der Betrieb direkt am Neckar liegt und nun auch Autos repa­rie­ren will, sieht man die Gefahr, dass Öl oder Bat­te­rie­säu­re aus­tre­ten und bei Hoch­was­ser in den Fluß gelan­gen könn­ten. Eine Lager­hal­le hin­ter dem Dart­ca­fé an der Stauf­fen­berg­stra­ße kommt, ein Wohn­ge­bäu­de in der zwei­ten Rei­he am Alt­bach, ein Wohn­haus an der Bad­stra­ße und der Reten­ti­ons­bo­den­fil­ter für die Klär­an­la­ge.

Was auf sich war­ten lässt, ist die Nah­wär­me in Lauf­fen. Die Idee, die gro­ßen Abwär­me­men­gen von Knauf zu nut­zen, lässt sich offen­bar nur schwie­rig umset­zen, wie Bür­ger­meis­ter Ralf Ulb­rich mein­te. Fach­leu­te sähen ein Pro­blem bei der wirt­schaft­li­chen Umset­zung, da Lauf­fen an vie­len Stel­len ans Gas­netz ange­schlos­sen ist und daher die Nach­fra­ge nach Nah­wär­me zu gering sein könn­te. Außer­dem sei Knauf ein „etwas schwer­fäl­li­ger Appa­rat”, man müs­se da wohl Geduld haben. Eine klei­ne Nah­wär­me-Lösung für Lauf­fen sei aber für das kom­men­de Jahr vor­ge­se­hen.