Kommt vielleicht in diesen Wald an die B27: das neue Landesgefängnis. Foto: gg

Ein posi­ti­ves Fazit bei der fort­ge­setz­ten Bür­ger­be­tei­li­gung im Pla­nungs­pro­zess für den Neu­bau der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt (JVA) in Rott­weil zieht das Mode­ra­ti­ons­bü­ro „sued­licht“: Dem­nach sind rund 80 Pro­zent der Anre­gun­gen und Wün­sche aus der Bür­ger­schaft in die Ent­wurfs­fas­sung des Aus­lo­bungs­tex­tes für den Pla­nungs­wett­be­werb ein­ge­flos­sen. Zudem prüft das Land die mög­li­che Erwei­te­rung des Plan­ge­biets in Rich­tung B 27, wie sie aus den Rei­hen des Rott­wei­ler Gemein­de­rats und von den Natur- und Umwelt­schutz­ver­bän­den vor­ge­schla­gen wur­de. Dar­auf weist die Stadt­ver­wal­tung in einer Pres­se­mit­tei­lung hin.

Im Rah­men der ers­ten Sit­zung der Betei­li­gungs­grup­pe und in der öffent­li­chen Bür­ger­dia­log­ver­an­stal­tung im Dezem­ber 2015 wur­de auch mehr­fach der Wunsch geäu­ßert, das Plan­ge­biet der JVA nach Süden hin zu erwei­tern. Der Gemein­de­rat hat in der Fol­ge im Janu­ar 2016 das Land gebe­ten, eine Erwei­te­rung zu prü­fen und ein städ­ti­sches Wald­grund­stück zwi­schen dem vor­ge­se­he­nen JVA-Stand­ort „Esch“ und der B 27 für eine Erwei­te­rung des Plan­ge­biets ange­bo­ten.

Ver­tre­ter des Lan­des und der Stadt­ver­wal­tung infor­mier­ten nun gemein­sam die Betei­li­gungs­grup­pe über den aktu­el­len Sach­stand: Das Land begrü­ße das inten­si­ve Bemü­hen der Stadt Rott­weil und aller Betei­lig­ten um ein best­mög­li­ches Ein­fü­gen der neu­en Anstalt in die Umge­bung und eine noch grö­ße­re Akzep­tanz in der Bevöl­ke­rung im Sin­ne einer opti­ma­len Lösung. Das Land habe sich des­halb dazu ent­schie­den, die durch die Stadt Rott­weil vor­ge­schla­ge­ne Erwei­te­rung des räum­li­chen Plan­ge­biets der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt grund­sätz­lich zu prü­fen.

Die Bit­te um Prü­fung einer mög­li­chen Pla­ner­wei­te­rung wer­de auch von den Natur- und Umwelt­schutz­ver­bän­den vor Ort unter­stützt. Da hier­für umfang­rei­che Unter­su­chun­gen erfor­der­lich sind, die für Flo­ra und Fau­na vier Quar­ta­le umfas­sen müs­sen, wird die Aus­lo­bung des Archi­tek­ten­wett­be­werbs vor­aus­sicht­lich im Früh­jahr 2017 erfol­gen. Tho­mas Stei­er, Lei­ter des Amtes Kon­stanz des Lan­des­be­triebs Ver­mö­gen und Bau Baden-Würt­tem­berg, bot an, für den Gemein­de­rat und die Betei­li­gungs­grup­pe im Herbst 2016 einen Werk­statt­be­richt zum Stand der Unter­su­chun­gen zu geben. Auf Anre­gung der Betei­li­gungs­grup­pe wird die­ser Ter­min mit einer Orts­be­ge­hung ver­bun­den.

In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on begrüß­ten meh­re­re Red­ner, dass eine Erwei­te­rung des Plan­ge­biets Rich­tung B 27 geprüft wer­de. Sie bedank­ten sich bei den Lan­des­ver­tre­tern, dass den Emp­feh­lun­gen aus der Bür­ger­be­tei­li­gung so ernst­haft nach­ge­gan­gen wur­de. Zugleich wur­de auch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass für Beschäf­ti­ge und Insas­sen der durch den Neu­bau zu erset­zen­den alten Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten das War­ten auf eine ange­mes­se­ne Unter­brin­gung bezie­hungs­wei­se zeit­ge­mä­ße Arbeits­be­din­gun­gen nun noch ein­mal ver­län­gert wer­de. Zudem wur­de ange­merkt, dass bei der Prü­fung des Wald­stücks süd­lich der Acker­flä­che auch die Natur­schutz­be­lan­ge aus­rei­chend in den Blick genom­men wer­den soll­ten. Dies sicher­te das Land zu.

In einer von „sued­licht“ aus Frei­burg mode­rier­ten Gesprächs­run­de wur­de detail­liert erläu­tert, inwie­weit die Anre­gun­gen aus der Bür­ger­be­tei­li­gung in der Ent­wurfs­fas­sung des Aus­lo­bungs­tex­tes für den Pla­nungs­wett­be­werb berück­sich­tigt sind. „Es zeig­te sich, dass rund 80 Pro­zent der bür­ger­schaft­li­chen Anre­gun­gen in die For­mu­lie­rung der Wett­be­werbs­auf­ga­be ein­ge­flos­sen sind“, so das Fazit von Mode­ra­to­rin Dr. Chris­ti­ne Grü­ger. Ins­be­son­de­re die zahl­rei­chen Anre­gun­gen zur land­schafts­ge­rech­ten Ein­bin­dung der zu pla­nen­den JVA sind an vie­len Stel­len in den Aus­lo­bungs­text auf­ge­nom­men wor­den. „Dort wo dies nicht der Fall ist, waren in der Regel zwin­gend erfor­der­li­che Sicher­heits­stan­dards aus­schlag­ge­bend.“
Abschlie­ßend wur­de die wei­te­re Arbeit der Betei­li­gungs­grup­pe bespro­chen.

Die Volks­hoch­schu­le wird das The­ma JVA im Rah­men des Semes­ter­schwer­punk­tes „Jus­tiz in Rott­weil“ auf­grei­fen. Teil die­ser Rei­he ist auch ein Vor­trag von Staats­rä­tin Gise­la Erler am 12. April zum JVA-Stand­ort­such­lauf und den Her­aus­for­de­run­gen der Bür­ger­be­tei­li­gung, bei der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Betei­li­gungs­grup­pe auch ihre Sicht des Ver­laufs schil­dern wer­den. Dar­über hin­aus bie­tet die VHS am 28. April einen Besuch der JVA Offen­burg an, zu dem inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wie auch die Mit­glie­der der Betei­li­gungs­grup­pe ein­ge­la­den sind.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pla­nungs­pro­zess für die neue JVA Rott­weil und zur Bür­ger­be­tei­li­gung sind auf der Web­sei­te www.jvarottweil.de und www.beteiligungsportal-bw.de/jva-neubau ein­zu­se­hen.