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Donnerstag, 2. April 2020
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    Cannabis-Legalisierung klare Absage erteilt

    Dass sich der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel gegen die Legalisierung aussprechen würde, wird niemanden überraschen. Doch fand er auch Fürsprecher für diese Haltung bei Vertretern der Fachstelle Sucht Rottweil, wie aus einer Pressemitteilung seines Büros hervor geht. Die Suchtberater haben eine ganz klare Haltung gegenüber der sogenannten Einstiegsdroge.

    Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion und direkt gewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Rottweil, Stefan Teufel stattete einen Besuch bei der Fachstelle Sucht in Rottweil ab. In einem, wie er es im Nachhinein schildert, sehr interessanten Dialog mit den Verantwortlichen, dem Geschäftsführer Christian Heise, der Leiterin Anja Klingelhöfer sowie mit dem Sozialarbeiter und Suchttherapeuten Jörg Hügel hätten einige Themen und Herausforderungen diskutiert werden können.

    Der Cannabis-Legalisierung habe die Suchtberatungsstelle eine klare Absage erteilt, nahm Teufel mit. Gerade in jungen Jahren sei das gesundheitliche Risiko nicht überschaubar und die Spätfolgen für das Gehirn – je nach Konsum – erheblich, erklärten ihm die Suchtberater.

    Wegen der steigenden Zahlen in diesem Bereich sei die Präventionsarbeit gerade an Schulen enorm wichtig und könne nur nachhaltig funktionieren, wenn Sozialarbeit vor Ort gewährleistet sei, schrieben ihm die Rottweiler Suchtberater zudem ins Stammbuch.

    Teufel, dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, der sich während der Koalitionsverhandlungen im Frühjahr gegen die Legalisierung von Cannabis eingesetzt hat, liegt nach eigenen Abgaben auch die Substitutionsbehandlung am Herzen. Die geringe Anzahl der substituierenden Ärzte im Kreis könnte ein Problem werden, so der Abgeordnete. „Die generelle ärztliche Versorgung im Ländlichen Raum ist und bleibt eine große Herausforderung, die es zu meistern gilt“, sagte Teufel.

    Der CDU-Abgeordnete versprach, sich in den laufenden Haushaltsberatungen des Landes Baden-Württemberg für die Präventionsarbeit der Fachstellen einzusetzen.

     

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    22 Kommentare

    1. das diese Suchttherapeuten Nutznieser und Profiteure der Prohibition sind, sollte man auch erwähnen: Legalisierung bedeutet Kontrolle und Jugendschutz d.h weniger Menschen, die per Gerichtsbeschluss zur Suchtberatung gezwungen werden können, d.h weniger Kundschaft für diese Berater

      • Vom Leiter des Dachverbandes der Suchthilfeeinrichtungen, DHS, Dr. Gaßmann kommt eine eindeutige Antwort, 2013 an den Bundestag:
        Die entscheidende Frage ist nicht, ob Cannabis-Konsum abhängig machen kann und ob es schädlich ist. Die entscheidende Frage ist die des Cannabisverbots. Nutzt das Cannabis-Verbot im positiven Sinne? Bewirkt das Verbot, dass weniger Cannabis konsumiert wird? Anhand der Prävalenz-Zahlen, die die europäische Beobachtungsstelle EMCDDA ermittelt hat, ist festzustellen, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Gesetzesänderungen und den Prävalenz-Raten des Cannabis-Konsums gibt. (EMCDDA-Report von 2011, S. 53 die Grafik)

    2. Das Jugendschutzargument zieht sowas von gar nicht. Gerade auf nem unregulierten Schwarzmarkt haben es alle gleichleicht an das Zeug zu kommen, auf einem regulierten Markt wäre das weniger der Fall. Und dass das Verbot zu weniger Konsum führen würde, zu er Annahme gibt es kaum einen Grund; in Holland mit der Duldungspolitik wird nicht mehr konsumiert als hierzulande.

    3. Die CDU meint tatsächlich immer noch, das Verbot (für Erwachsene!) wäre berechtigt und wird irgendwann noch mal funktionieren – und schützt damit aktiv den Schwarzmarkt, der sich wiederum einen feuchten Kehricht um Qualität oder gar Jugendschutz kümmert.

    4. Ich sage nur: Entkrimimalisieren, kontrollieren und liebe CDU – versteuern.
      Ich finde auch eine Altersgrenze ab 21 Jahre vollkommen in Ordnung. Aber überlegt bitte Mal – die Streckmittel auf dem Schwarzmarkt stellen die größte gesundheitliche Gefahr da. Dem Schwarzmarkt ist egal, wie alt der Käufer ist. Und meiner Meinung nach ist Alkohol viel gefährlicher als Cannabis, das Argument „Alkohol ist Tradition“ greift nicht.

    5. Wie kann man nur immer weiter an diesem Prohibitions nonsens festhalten? Auf welcher Seite stehen sie eigentlich? Auf der Seite der Drogenmafia? Der Pharma? Ich verstehe es einfach nicht mehr!!! Ganze Länder werden wegen der Prohibition in den Abgrund gerissen, schauen sie an wer in Mexico das Geld und das Sagen hat. Es ist jetzt einfach genug!

    6. Ja liebe CDU das Internet schlägt zurück, eure verlogene Behauptungen glaubt schon lang keiner mehr. cannabis heals

    7. Der Artikel verrät zwischen den Zeilen warum Sie gegen sind. Im letzten satz um genau zu sein
      Wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing. Es gibt Statistiken aus den USA wonach in 80% der Fälle die wegen Cannabis in eine Therapie gehen, von Behörden oder Gerichten
      dazu verurteilt worden sind. Gerade bzw. Hauptsächlich bei Jugendlichen. Und wenn es nur der Rektor der Schule ist der mitbekommt das ein Schüler gekifft hat, und ihn zur Beratung schickt.
      Ich könnte wetten das solche zahlen auch auf Deutschland übertragbar sind.

      • Sie dürfen ganz sicher davon ausgehen das die Zahlen für Deutschland identisch sind- mindestens. Es existiert hier eine, man kann es nicht anders nennen, richtige Prohibitionsindustrie die von den verordneten Zwangsmaßnahmen lebt. Das Geschäft funktioniert ja auch bei den erwiesenermaßen sinnlosen MPUs nicht anders.

        • Das stimmt. Da eine MPU bei diesen niedrigen Grenzwerten nichts anderes ist, als eine Bestrafung des Konsums durch die Hintertür. Da er Rechtlich nicht bestraft werden kann, folgt er über das Verwaltungsrecht. Sogar Prof. Daldrup auf dessen Modell sich ja die Gerichte berufen, hat Anfang des Jahres eine Anhebung des wertes von 1ng auf 3ng vorgeschlagen. Aber die Gerichte ignorieren dies bzw. Prüfen es nicht mal. Ich bin ganz klar gegen irgendwelche Rauschmittel im Straßenverkehr das hat hier nichts verloren. GANZ KLAR. Aber jemanden den Führerschein zu nehmen, mit anschließender Drogen MPU (mind.1Jahr keinen Schein) weil er Freitags einen Joint raucht und er Montagabends in eine Kontrolle kommt, steht in keinem Verhältnis der bis zu 0,5Promille die erlaubt sind.(ohne Ausfallerscheinungen)

    8. Statt zu legalisieren , setzen unsere Superpolitiker lieber auf den Schwarzmarkt und überlassen die Konsumenten dem illegalen Markt der die Ware streckt und damit noch gefährlicher macht ! Entweder sie sind beratungsresistent oder , in meinen Augen ,sind Sie im Endeffekt diejenigen , die an den 4 Millionen Konsumenten in Deutschland schwere Körperverletzung begehen anstatt zu helfen mit dem Verbot!

    9. Ich verstehe auch nicht wie eine Drogenberatungsstelle sich so deutlich gegen Cannabis positionieren kann?
      Niemand möchte Cannabis für Kinder oder Jugendliche regulieren! Der Schwarzmarkt bedient aber neben Erwachsene eben auch Jugendliche.
      Ich verstehe auch nicht wie man die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte ignorieren kann?!
      Der Krieg gegen Cannabis hat nichts gebracht, im Gegenteil hat es das Leid nur verschärft. So kommen durch die Illegalität die Menschen nur leichter an harte Drogen, da die Dealer ein großes Interesse haben diese wegen der höheren Gewinnspanne zu verkaufen.
      Auch ignoriert die Beratungsstelle, dass praktisch zur Kompensation viele Legal Highs konsumiert werden, die weitaus gefährlicher sind und unvorhergesehene Folgen für die Betroffenen haben können.
      Man muss auch den Vergleich zur Droge Alkohol heranziehen, denn auch in Rottweil wird man nicht leugnen können, dass die meisten Probleme für Erwachsene und Jugendliche durch den Alkohol kommen.
      Ich möchte ausdrücklich Alkohol und Cannabis nicht miteinander vergleichen, aber es ist mehr wie befremdlich, wenn Erwachsenen ein gemäßigter kontrollierter Konsum von Alkohol zugestanden werden soll, während beim Cannabis, mit Verweis auf Kinder und Jugendliche, ein Verbot befürwortet bzw. eine Regulierung abgelehnt wird.
      Niemand möchte legalisieren, denn das würde bedeuten, dass alles und jeder damit handeln kann.
      Jeder der sich seriös damit auseinander setzt möchte eine strenge Regulierung, dass übrigens auch auch für Alkohol und Tabak sinnvoll wäre (z.b. Verkauf in Fachgeschäfte, etc.).
      Alleine durch repressive Maßnahmen werden wir nichts erreichen, beim Cannabis spielt auch das Unrechtsbewusstsein eine große Rolle.
      Erwachsene Menschen ab einem gewissen Alter und Reifegrad merken eben keine negativen Folgen beim moderaten Konsum, werden aber mit Verweis auf Kinder trotzdem kriminalisiert!

      Liebe Rottweiler Suchtberatungsstelle:
      Vielleicht sollten sie ihre Aussagen überdenken und nicht der CDU nach dem Wort reden.
      Eine CDU, die wie zuletzt im März 2016, ein Starkbierfest in Sigmaringen ausrichtet und dann gegen Cannabis hetzt, ist nicht Ernst zu nehmen! Und das solltet ihr auch, wenn ihr eine seriöse Drogenberatungsstelle seit!
      Starkbierfeste sind nichts anderes als eine Veranstaltung zur Förderung des Drogenkonsum!

      • In der Tat habe ich das auch nie verstanden wie sich Institutionen die sich nominell der Aufklärung und Hilfe verpflichtet sehen, eine derartig kontraproduktive Haltung vertreten.
        Tatsächlich ist es ja so das diese Haltung die Kriminellen ja unterstützt- den NUR das Verbot ist die Grundvoraussetzung für den Schwarzmarkt und garantierte Milliardengewinne an der Allgemeinheit (und der Steuer) vorbei.

        Vielleicht hatte der Nobelpreisträger Milton Friedman doch recht als er konstatierte:
        „Verfolger und Verfolgte im Drogenkrieg haben in gewisser Weise ein gemeinsames Interesse. Den Verfolgten, den Drogenlieferanten und Vertreibern der Drogen sichert die Prohibition ein gutes Auskommen. Das gilt auch für die Verfolger. Ihre Etats werden laufend aufgestockt, die Gehälter erhöht, Ruhm und gute Karrieren sind ihnen sicher.“
        Aus einem wirklich lesenswerten Interview im Spiegel aus dem Jahr 1992!
        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13682584.html

        PS Mit der totalen Ablehnung einer Liberalisierung ist die CxU übrigens in sehr illustrer Gesellschaft: Neben den Konservativen lehnen wohl nur noch die aktuellen Händler die Freigabe so vehement ab- schließlich haben die auch am meisten zu verlieren.

        • Danke für den (Spiegel-) Link zu dem Interview, es bestärkt mich nur noch mehr in meiner Meinung, dass die Fakten seit Jahrzehnten bekannt sind und geflissentlich ignoriert werden. Fragen muss sich hier jeder selber warum und wieso das so ist.

          Und noch mehr sollte sich die Drogenberatungsstelle in Rottweil schämen, die mit dieser billigen (ich kann es nicht mehr anders nennen) Propaganda, die Menschen für dumm verkaufen will.

          Der Drogenkrieg ist verloren, doch wer soll hier geschützt werden? Sind das wirklich nur die Konsumenten die mit Strafandrohung beroht werden, oder ist es der Drogenmarkt, damit über den Einstieg Cannabis genügend „Delinquenten“ vom Gericht aus den Beratungsstellen zugeführt werden?

          Denn die, die wirklich Probleme mit der Substanz Cannabis haben( z.b. wegen einer Psychose), sind zweifellos vorhanden, aber im unteren einstelligen Prozentbereich.

          Die meisten sogenannten Problemfälle sind diejenigen die in erster Linie Probleme mit der Justiz haben und gezwungen werden die Beratungsstelle aufzusuchen.
          Ich glaube hier möchte man sein eigenes Einkommen bzw. die Anstellung in der Beratungsstelle sichern…….

    10. Ziemlich dünn, dieser Artikel. Hatte mir zumindest einige schlechte Argumente erhofft, die man widerlegen kann, aber hier steht ja gar nichts außer „Wir sind dagegen“.

      • Man kann theoretisch noch das Denkt-Doch-Mal-An-Die-Kinder Argument der Beratungsstelle zerpflücken. Aber so wirklich als Argument möchte ich diesen Quatsch auch nicht anerkennen. Viel zu unspezifisch, sodass ich es nur als Bullshit-Bingo anerkenne.

    11. Man muss sich nur die richtigen Experten zusammen suchen, dann findet man entsprechende Bestätigung. So funktioniert das z.B. auch auf krasser Ebene bei Klimafragen, wo dies nur exorbitant schwerer ist. Zumindest noch. Mich würde nur mal interessieren, wie die Suchtberatungsstelle zur Entkriminalisierung steht?
      Aber schön, dass Harm Reduction (hier als Substitution) bei der CDU auch öffentlich angesprochen und unterstützt wird. Weiter so!

      • Mich würde nur mal interessieren, wie die Suchtberatungsstelle zur Entkriminalisierung steht?

        Wenn ich die Artikel-Überschrift lese: Cannabis-Legalisierung klare Absage erteilt

        Dann vermute ich nicht sehr positiv….

    12. Ich frage mich wie lange sich bestimmte Kreise noch hinter dem Kinder und Einstiegsdroge“Argument“ verstecken wollen.

      Kein einziges Legalisierungskonzept sieht eine Abgabe an Kinder oder Jugendliche vor- im Gegensatz zu den heutigen „Vertreibern“ die sich sicher NIE einen Ausweis zeigen lassen. In allen Ländern in denen liberalisiert wurde ist die Verfügbarkeit des Hanfes für die „Kids“ stark GESUNKEN!
      Heutzutage ist es doch so das es für die Jungen einfacher ist an Hanf als an Alkohol zu gelangen. Nur der Schwarzmarkt kennt den grenzenlose Handel- nur der kontrollierte Markt kennt Kontrollen.

      Der nächste Punkt: Die sog. „Einstiegsdroge“. man sollte von (Sucht) Politisch tätigen schon erwarten können das sie sich:
      1. An Entscheide des Bundesverfassungsgerichtes halten- dieses hat schon im letzten Jahrtausend der Einstiegsdrogentheorie ein klipp und klare Abfuhr erteilt (BVerfGE 90, 145 – Cannabis)
      2. Sich an die Wissenschaftlichen Forschung ALLER Suchtforscher & Experten halten.

      Einen davon möchte ich zitieren:
      Dr. Peter Cremer-Schaeffer Drogenexperte vom Bundesinstitut für Arzneimittel:

      „Viele Argumente der Legalisierungsgegner sind wissenschaftlich unhaltbar. Die Mär von Cannabis als Einstiegsdroge zum Beispiel – wurde einst aus politischen Gründen lanciert und lässt sich mit Fakten nicht untermauern. Was Studien hingegen belegen: Nüchtern betrachtet ist Cannabis eine eher ungefährliche Droge und – zumindest für Erwachsene – weit harmloser als die gesellschaftlich akzeptierten und legalen Rauschmittel Alkohol und Tabak.

      Wen hier dem Fachmann nicht geglaubt wird kann man die eigene Logik bemühen: Die Zahl der Hanfkonsumenten steigt seit Jahren- die Zahl der Konsumenten der harten Opiate u.ä. sinkt dagegen. Wie passt das mit der „Einstiegsdrogentheorie“ zusammen? Richtig gar nicht!

      Die wurde auch schon durch ein Studie der BUNDESREGIERUNG festgestellt (Kleiber Studie aus dem Jahr 1984!)

      Wenn die Damen und Herren also immer noch vor der „Einstiegsdroge“ warnen- haben sie entweder NULL Sach & Fachkenntnisse oder es wird bewusst … GELOGEN!

      • Ich mag die Formulierung „schon letztes Jahrtausend“. =D

        „Ich bin übrigens für die Legalisierung von Cannabis für Kindern!
        Am besten ab 3 Jahren.“
        – Jeder Legalisierungsbefürworter, niemals.

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