CDU Schramberg bekräftigt kritisch-konstruktiven Stil

"Stets zum Wohl und im Interesse der Stadt und deren Bürger"

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Fraktionschef Clemens Maurer: Heftige Vorwürfe an OB Thomas Herzog. Foto: pm

SCHRASMBERG (him/pm) – Hart ins Gericht mit der Stadt­ver­wal­tung und ins­be­son­de­re mit Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog ging die CDU bei einer Vor­stands­sit­zung auf dem Sul­gen. Im Zusam­men­hang mit dem geschei­ter­ten Kran­ken­haus­ver­kauf warf Cle­mens Mau­rer dem OB vor, er sei „sorg­los und leicht­fer­tig” vor­ge­gan­gen. Das – von der CDU vor­an­ge­trie­be­ne und von CDU-Mit­glie­dern geför­der­te – Pro­jekt Sze­ne 64 dage­gen sei „eine ganz wesent­li­che Berei­che­rung in der Stadt”. Die Pres­se­mit­tei­lung der CDU im Wort­laut:

Ver­trau­en gewin­nen und pfle­gen, durch Kom­mu­ni­ka­ti­on die Bür­ger mit­neh­men, Kri­tik qua­li­fi­ziert und stets kon­struk­tiv vor­brin­gen – dies waren eini­ge der Schlüs­sel­be­grif­fe in der letz­ten Vor­stands­sit­zung des CDU-Stadt­ver­bands Schram­berg vor der Som­mer­pau­se im wie­der eröff­ne­ten Gast­haus „Hasen“ in Sul­gen.

In sei­nem Bericht über die Gemein­de­rats­ar­beit unter­strich Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Cle­mens Mau­rer genau die­se Linie, mit der die CDU-Frak­ti­on Miss­stän­de sowie Feh­ler anpran­ge­re und Ver­säum­nis­se auf­de­cke, es aber auch nicht ver­säu­me, gelun­ge­ne Pro­jek­te her­aus­zu­stel­len und offen­siv zu för­dern und zu beglei­ten.

An vor­de­rer Stel­le gilt für ihn wie für die gesam­te CDU-Frak­ti­on: die neu­en Richt­li­ni­en für die Haus­halts­plan­ge­stal­tung sind nicht nur for­ma­ler Natur, son­dern bedeu­ten, dass vier Mil­lio­nen Euro bis zum Jahr 2020 an Ver­schul­dung abge­baut wer­den müs­sen. Cle­mens Mau­rer: „Das bedeu­tet, dass wir uns etwas ein­fal­len las­sen müs­sen, um die­ses enor­me Haus­halts­loch zu stop­fen.“

Denn „zu unse­rem Mar­ken­zei­chen gehö­ren Serio­si­tät und Soli­di­tät.“ Die­se sieht er – wie der gesam­te CDU-Vor­stand – beim Umgang mit dem Fall Came­di durch die Stadt­ver­wal­tung und ins­be­son­de­re durch den Ober­bür­ger­meis­ter gar nicht gege­ben: Sorg­los und leicht­fer­tig sei hier vor­ge­gan­gen wor­den, stell­te Cle­mens Mau­rer fest, und „Trans­pa­renz war schon gar nicht gege­ben.“ Nur dem nach­drück­li­chen Insis­tie­ren der CDU-Gemein­de­rats­frak­ti­on sei es zu ver­dan­ken gewe­sen, dass das gesam­te Aus­maß die­ses Vor­gangs, bei dem die Stadt gegen die Haus­halts­sat­zung ver­sto­ßen habe, ans Licht gekom­men sei. Der CDU-Frak­ti­ons­chef: „Sol­ches darf sich nicht wie­der­ho­len.“

Doch bei allem, was zu kri­ti­sie­ren ist, so will er doch die gelun­ge­nen Pro­jek­te her­aus­stel­len, die mit einem hohen Inves­ti­ti­ons­haus­halt auf den Weg gebracht wer­den konn­te und die als Erfol­ge ver­bucht wer­den kön­nen: So nann­te Cle­mens Mau­rer das so gut ange­nom­me­ne neue Hal­len­bad, die Men­sa des Kin­der­gar­tens Ecken­hof und das neue Feu­er­wehr­haus auf dem Sul­gen. Wie er auch die von der CDU ange­sto­ße­ne „Sze­ne 64“ als eine ganz wesent­li­che Berei­che­rung in der Stadt bezeich­ne­te: „Dem Ver­ein gilt unser Dank für das so groß­ar­ti­ge Enga­ge­ment, das dahin­ter steckt und das zeigt, was in unse­rer Stadt mög­lich ist.“

Bedau­er­li­cher­wei­se aber auch der Rück­schlag beim geplan­ten Med­zen­trum auf dem Carl-Haas-Are­al: „Wir sind uns alle, auch über die Frak­tio­nen hin­weg, einig, dass wir an dem Pro­jekt fest­hal­ten“, sag­ten die anwe­sen­den Gemein­de­rä­te und die Vor­stands­mit­glie­der. Gera­de aber man­che Stel­lung­nah­me in der jüngs­ten Zeit mache deut­lich, dass wohl ein Pro­blem der Stadt­ver­wal­tung, die man­geln­de Kom­mu­ni­ka­ti­on, ein­mal mehr her­an­ge­führt wer­den müs­se, wenn ein Vor­ha­ben nicht so rea­li­siert wer­den kön­ne wie dies dem Wol­len nahe­zu aller Betei­lig­ten ent­spre­che. Und damit dem Wohl der Stadt.

Gera­de in die­sen unru­hi­gen Zei­ten, in denen vie­les in der Welt „in Unord­nung gera­ten ist und die Men­schen nach Ori­en­tie­rung suchen“,so der CDU-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­de Johan­nes Grimm, sei es wich­tig, als ver­läss­li­cher Ansprech­part­ner und Beglei­ter der Men­schen da zu sein, „auf allen Ebe­nen der Poli­tik“.

So freut sich Johan­nes Grimm dar­auf, wenn der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Uni­ons­frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Vol­ker Kau­der im Rah­men sei­ner dies­jäh­ri­gen Som­mer­tour am Frei­tag, 5. August Sta­ti­on macht in Schram­berg und ab 11.30 Uhr die evan­ge­li­sche Stadt­kir­che besich­tigt, wobei die Vor­stel­lung des erwei­ter­ten Geläuts durch die vier neu­en Glo­cken im Mit­tel­punkt ste­hen wird.

Genau die­ses passt genau zu dem dies­jäh­ri­gen Mot­to der Som­mer­tour: „Stolz auf unse­re Hei­mat“ – so der Tenor in der Vor­stands­sit­zung der Schram­ber­ger Christ­de­mo­kra­ten.

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Johannes Grimm. Foto: pm
Der CDU-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­de Johan­nes Grimm. Foto: pm

Stolz auf vie­les, was wir gestal­tet und erreicht haben, ohne dass wir jedoch nur einen Moment lang ste­hen blei­ben und uns aus­ru­hen dür­fen: „Im Gegen­teil, wir müs­sen noch bes­ser wer­den.“ Dies das Fazit in der knapp drei­stün­di­gen sehr inten­si­ven und genau­so nach­denk­lich geführ­ten Vor­stands­sit­zung der CDU Schram­berg.

Und weil der CDU-Stadt­ver­band und die Gemein­de­rats­frak­ti­on am glei­chen Strang und in die glei­che Rich­tung zie­hen, beschloss der Vor­stand, für die nächs­te Zeit eine gemein­sa­me öffent­li­che Ver­an­stal­tung zu den wich­ti­gen The­men der Stadt anzu­be­rau­men.

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