DEISSLINGEN (mm) „Schwer­ge­wich­tig“ nann­te CDU-Frak­ti­ons­füh­re­rin Karin Schmeh den Haus­halts­plan für 2015, den der Gemein­de­rat am Diens­tag in sei­ner letz­ten Sit­zung in die­sem Jahr ein­stim­mig ver­ab­schie­det hat.

Ein stram­mes Inves­ti­ti­ons­pro­gramm ist das näm­lich, und das kann man sich leis­ten. Nach­dem die Gewer­be­steu­er im lau­fen­den Jahr um eine Mil­li­on zurück­ge­gan­gen ist, erwar­tet man – auch durch die Anhe­bung des bis­her sehr nied­ri­gen Steu­er­sat­zes – nun ein Plus von 3,5 Mil­lio­nen. Und daher nimmt die Gemein­de jetzt die Sanie­rung der Turn- und Fest­hal­le samt einer Rund­erneue­rung der Schul­ge­bäu­de in Angriff und dazu die Umge­stal­tung der Orts­mit­te. Das Rat­haus samt Kehl­hof wird saniert und wird bar­rie­re­frei, alles in allem will man 14 Mil­lio­nen aus­ge­ben.

Und den­noch liqui­de blei­ben, denn der Spar­strumpf ist voll, die Pro-Kopf-Ver­schul­dung liegt bei nied­ri­gen 100 Euro. „Die Zeit ist da, die Plä­ne für die Orts­mit­te umzu­set­zen“, kon­sta­tier­te daher auch Karin Schmeh mit Blick auf Wel­len­din­gen, das sich auch eine neue Orts­mit­te gegönnt hat und nun kein Geld mehr hat. SPD-Frak­ti­ons­chef Wolf­gang Don­gus zitier­te in sei­ner Haus­halts­re­de Jón Gnarr, den islän­di­schen Komi­ker und bis vor kur­zem Reyk­ja­viks Bür­ger­meis­ter: „Alles, was von wirk­li­cher Bedeu­tung für die Men­schen ist, geschieht auf kom­mu­na­ler Ebe­ne.“

Und des­halb wer­de in den kom­men­den Jah­ren in Deiß­lin­gen vie­les bes­ser sein mit einer rund­erneu­er­ten Schu­le, die dann noch mehr Zulauf habe, auf den Stra­ßen herr­sche Gleich­be­rech­ti­gung zwi­schen Fuß­gän­gern, Rad­lern und Autos, der Amts­sitz des Bür­ger­meis­ters wer­de prunkvoll…nein, letz­te­res war natür­lich iro­nisch gemeint.

Eine nach­hal­ti­ge Ener­gie­ver­sor­gung, eine beleb­te Orts­mit­te, „das ist kei­ne Spin­ne­rei von mir“, so Don­gus, aber all dies gebe es eben nicht zum Null­ta­rif, man wer­de an die Erspar­nis­se gehen müs­sen. „Wir wer­den uns die kom­men­den Jah­re in raue See bege­ben“, doch die Mann­schaft ste­he dazu, aller­dings: „klei­ne Meu­te­rei­en müs­sen erlaubt sein!“