Polizisten in Amokschutzausrüstung in Villingendorf. Die Straße ist abgesperrt. Foto: Peter Arnegger

(Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt die Ereignisse in Villingendorf und Umgebung nach der Tat, aber vor der Festnahme des mutmaßlichen Täters. Aktuell berichten wir hier) In der Gemeinde Villingendorf (3300 Einwohner, Kreis Rottweil) waren in einem Wohnhaus in der Klippeneckstraße am späten Donnerstagabend drei Menschen getötet worden: ein 34-jähriger Mann und ein sechsjähriger Junge. Eine 29-jährige Frau starb später, sie hatte die Tat zunächst schwer verletzt überlebt. Der mutmaßliche Täter, der aus Kroatien stammende, 40-jährige Ex-Soldat Drazen D. konnte zunächst entkommen. Nach Tagen intensiver Suche durch die Polizei und nun auch nach einer gestarteten Öffentlichkeitsfahndung ist D. nach Informationen der NRWZ bei Neufra gefasst worden. Der getötete Bub war sein Sohn. Hintergrund der Tragödie ist mutmaßlich ein Familiendrama.

Zusammenfassung

Bei dem getöteten kleinen Jungen handelt es sich um den Sohn des mutmaßlichen Täters. Ein gerade erst in Villingendorf eingeschulter Erstklässler. Die Tote ist derweil nicht die Mutter des Sechsjährigen, sondern eine enge Verwandte von ihr. Die Mutter und Ex-Ehefrau des Gesuchten konnte vom Tatort flüchten, wandte sich an eine Nachbarin und ist in Sicherheit. Sie wird von der Polizei und psychologisch betreut.

Es gibt Hinweise auf die Motive des Täters: So war die kleine Familie, Mutter und Sohn, auf der Flucht vor dem Vater. Wie die NRWZ zunächst berichtet hat, hatte die Mutter das neue Umfeld in Villingendorf, wo sie etwa zwei Wochen vor den Sommerferien angekommen sein sollen, angewiesen, ihren Aufenthaltsort geheim zu halten. Die Mutter war mit einem neuen Partner zusammen – dem ebenfalls getöteten 34-Jährigen. D. hat nach NRWZ-Informationen zudem finanzielle Probleme, gilt seit 2014 als privatinsolvent. Er wird von den Ermittlern als sehr gefährlich eingestuft. Weil die Tatwaffe, ein Sturmgewehr, das vermutlich aus jugoslawischen Armeebeständen kommt, bisher nicht gefunden worden ist, nimmt die Polizei zudem an, dass D. bewaffnet ist.

Klar ist: Am Donnerstagabend soll er nach Villingendorf gefahren sein, dort über den Garten und die Terrasse in die neue Wohnung seiner Ex-Frau und seines Sohnes eingedrungen sein. Dann eröffnete er das Feuer. Eine kleine Einschulungsparty für den Sechsjährigen endete auf diese Weise.

Das Auto des mutmaßlichen Täters hat die Polizei tags darauf verlassen bei Herrenzimmern aufgefunden. Einem Nachbarort von Villingendorf.  Suchmannschaften der Bereitschaftspolizei  durchkämmten daraufhin das weitläufige Waldstück Sektor für Sektor. “Das dauert”, so ein Sprecher der Polizei gegenüber der NRWZ.

Samstagnachmittag meldete die Polizei:

Die Suchmaßnahmen nach Spuren und Beweismitteln werden heute ab 13 Uhr mit etwa 100 Einsatzkräften weitergeführt. Das Suchgebiet umfasst zwei insgesamt rund vier Quadratkilometer große Waldgebiete westlich von Villingendorf. Die Beamten des Polizeipräsidiums Tuttlingen werden vom Polizeipräsidium Einsatz und benachbarten Polizeipräsidien unterstützt. An der Suche sind auch Polizeihundeführer beteiligt. Aus der Luft werden die Maßnahmen durch einen Polizeihubschrauber und einer Drohne durchgeführt.

Sonntagnachmittag meldete die Polizei:

Nachdem die Durchsuchungsmaßnamen am gestrigen Samstag nicht zum Auffinden des Tatverdächtigen geführt haben, werden heute die Suchmaßnahmen in den rund vier Quadratkilometer großen Waldgebieten nordwestlich von Villingendorf fortgesetzt. Aus dem Polizeipräsidium Tuttlingen, benachbarten Polizeipräsidien und dem Polizeipräsidium Einsatz beteiligen sich rund 70 Einsatzkräfte an der Durchsuchung. Die Maßnahmen werden durch Polizeihundeführer unterstützt. Wegen des dichten Waldgebietes und des starken Unterholzes wird die systematische Absuche voraussichtlich den ganzen heutigen Tag beanspruchen.

Wörtlich: “Von einer besonderen Gefahrenlage wird derzeit nicht ausgegangen.”

Großaufgebot der Polizei. Hier: beim Schützenhaus in Villingendorf. Von dort wurden etwa am Sonntag die Einsatzkräfte ausgesandt. Foto: Peter Arnegger

 Aktualisierungen

 

 

UPDATE Dienstag, 14.25 Uhr:

 

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, setzt die Staatsanwaltschaft Rottweil bis 5000 Euro Belohnung aus – die Polizei nimmt auch vertrauliche Hinweise entgegen. 

Der Täter sei immer noch auf der Flucht, so die Polizei am Mittag. Nach ihm werde weiterhin mit Hochdruck und auch international gefahndet. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Rottweil für Hinweise, die zur Ergreifung des gesuchten 40-jährigen Drazen D. führen, eine Belohnung bis zu 5000 Euro ausgesetzt.

Zu der Fahndung nach dem aus Bosnien stammenden kroatischen Staatsangehörigen Drazen D. ist ein Fahndungsplakat in deutscher und kroatischer Sprache angefügt.

In diesem Zusammenhang teilt die bei der Kriminalpolizeidirektion Rottweil angesiedelte Soko “Hochwald” mit, dass eingehende Hinweise im Einzelfall auch VERTRAULICH behandelt werden können. Die Sonderkommission ermittelt weiter unter Hochdruck mit über 60 Beamtinnen und Beamten.

Im Laufe des heutigen Dienstags wird voraussichtlich die Durchsuchung eines letzten Teilstücks des nordwestlich von Villingendorf gelegenen Waldstücks auf dem Gewann Hochwald abgeschlossen werden können. Bei der Durchsuchung des Hochwaldes sind, wie schon am Montag, etwa 100 Beamte eingesetzt.

Hinweis zum Verbleib des gesuchten Drazen D. nimmt die Soko “Hochwald” unter dem bei der Kriminalpolizeidirektion Rottweil eingerichteten Hinweistelefon mit der Rufnummer 0741 / 477-107 oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

UPDATE Dienstag, 9.30 Uhr:

Ein Team des Fernsehsenders RTL hat sich an dem Fall fest gebissen. Wie Leser der NRWZ berichtet haben, waren die TV-Journalisten in den vergangenen Tagen in Rottweil und Villingendorf unterwegs. Ihr Ziel, so heißt es: O-Töne aus dem Umfeld der Opferfamilie zu bekommen, beispielsweise. So forschen sie nach Informationen der NRWZ gezielt auch nach Adressen von Mitschülern des getöteten Jungen an der GWRS Villingendorf. Nach Adressen von Erstklässlern.

Gestern dann der vorläufige Höhepunkt: Wie die NRWZ verschiedentlich erfahren hat, war das RTL-Team in der Schule selbst. Offenbar ohne sich anzukündigen, sind die TV-Leute in zwei Klassenräume eingedrungen, um die Lehrer vor der versammelten Klasse zu interviewen. Zunächst haben die Reporter die Klasse verwechselt – und wurden vom überraschten Lehrer hochkant raus geworfen.

Dann fanden sie den richtigen Klassenraum. Die Klassenlehrerin – die in diesen Stunden eigentlich auch den kleinen Jungen unterrichten sollte, der am Donnerstag von seinem Vater getötet worden ist –  reagierte dem Vernehmen nach geistesgegenwärtig. Sie schmiss die TV-Journalisten nicht nur raus, sie verwies sie auch der Schule.

Zu erwarten ist nun, dass es die Leute von RTL heute Abend, bei einer Elternversammlung der Schule wieder versuchen werden, an das Umfeld der Opfer heran zu kommen. Die Versammlung war schon länger geplant, sie wird nun aber auch von den Ereignissen überschattet sein. Die Polizei wird, wie die NRWZ schon berichtet hat, mit zwei Beamten vor Ort sein, um Fragen zu beantworten.

UPDATE Montag, 22.15 Uhr:

Was im Tagesgeschäft untergegangen ist: Heute war wieder Schultag an der GWRS Villingendorf. Jener Schule, an der der sechsjährige Junge gerade eingeschult worden war, als sein Vater ihn, nach Sachlage, umgebracht hat. Ein Schultag, der unter besonderen Vorzeichen stand.

Am Sonntag, gestern also, hatte die Schule gemeinsam mit der Polizei noch darauf hingewiesen, dass der Schulbesuch sicher sei. Oder, um es in den Worten des Rektors der Schule, Rainer Kropp-Kurta, zu sagen: “Seit dem Zeitpunkt der Kenntnisnahme (von der Familientragödie) in den frühen Morgenstunden des Freitags (haben wir) eng mit der Gemeindeverwaltung Villingendorf, der Polizei und dem Schulpsychologischen Dienst Donaueschingen kooperiert. Es bestand nach polizeilicher Einschätzung zu keiner Zeit eine Gefährdungssituation für die Schülerinnen und Schüler.” Diese Darstellung haben auch Christine Brenner (Elternbeiratsvorsitzende), Eugenia Remisch (Konrektorin) unterschrieben.

Vereinzelt haben am Freitag Eltern ihre Kinder zuhause gelassen. Die NRWZ wollte nun wissen, ganz sachlich, wie der heutige Tag verlief. Rektor Kropp-Kurta: “Es waren alle recht gefasst, alle Kids waren an Bord. Die zugesagte Polizeipräsenz war da, aber wohltuend dezent und im Hintergrund.”

Morgen ist eine turnusgemäße Elternvollversammlung geplant, deren Termin schon länger feststeht. Sie wird von den Ereignissen überschattet. Deshalb werden Dieter Popp, Sprecher des Tuttlinger Polizeipräsidiums, und Michael Schlüssler, Chef des Rottweiler Polizeireviers, erscheinen, um für Fragen zur Verfügung zu stehen.

Die Homepage der Schule weist eine Menge an Hilfsangeboten aus. Es heißt dort: “Auf Anraten der Psychologen haben wir die Thematik nicht von uns aus mit den Kindern thematisiert, sondern haben Rahmenbedingungen geschaffen, die eventuell aufkommende Ängste und Betroffenheit hätten auffangen können.”

Inzwischen komme die Frage nach einer Trauerfeier kommt auf, so Kropp-Kurta auf Nachfrage der NRWZ. Seine Schule habe die Entscheidung getroffen, “hier einen würdigen Rahmen zu setzen, ohne insbesondere die Erstklässler emotional belasten zu wollen.” Weitere Details nennt er noch nicht.

UPDATE Montag, 16.45 Uhr:

Die Suche nach dem flüchtigen Täter in Tatortnähe wird auch heute nicht zum Abschluss kommen. Das Wetter hat zwar (einigermaßen) mitgemacht, aber das verbliebene Waldstück nordwestlich von Villingendorf ist einfach zu dicht bewachsen. Morgen wird nochmals eine Suchmannschaft, mutmaßlich eine Hundertschaft der Polizei ausrücken. Das wurde der NRWZ vor wenigen Minuten mitgeteilt.

Warum wird genau dieses Waldstück durchsucht? Den Hinweis darauf gab das vom Täter zurück gelassene Fluchtfahrzeug. Bisher hieß es, der Wagen sei in Herrenzimmern gefunden worden. Gegenüber der NRWZ hat die Polizei nun diesen Auffindeort präzisiert in “westlich von Herrenzimmern.” Im Bereich des sogenannten “Dunninger Wegs”. Daher die Theorie, dass der mutmaßliche Dreifachmörder nicht durch Herrenzimmern hindurch Richtung Talhausen / Bahnlinie geflohen sein könnte, sondern eben in den nächstgelegenen Wald. Dort, wo sie das Fluchtauto entdeckt haben, waren zuletzt immer wieder starke Polizeikräfte präsent.

Morgen, Dienstag, also will die Polizei endlich Gewissheit haben, dass der Gesuchte nicht  in diesem Waldstück zu finden ist. Und auch keine Spur von ihm. Oder sein Leichnam.

Wie geht es dann weiter? Im Moment wird in Tuttlingen offenbar darüber beraten, wie die Öffentlichkeit noch besser in die Fahndung einbezogen werden kann. “Wir bereiten etwa gerade ein Fahndungsplakat vor”, erklärte ein Sprecher der Polizei Tuttlingen. Außerdem will sich die Polizei morgen nochmals mit einem Aufruf an die Bevölkerung wenden. Sie erhofft sich auch Informationen, wer das Fluchtfahrzeug wann und wo vor der Tat gesehen hat.

Dabei besonders wichtig: Es wird eine Zusage der Ermittlungsbehörden geben, Hinweise vertraulich zu behandeln. Das bedeutet die Garantie, dass der Name des Hinweisgebers und weitere Informationen über ihn nicht in den Ermittlungsakten auftauchen. Diese sogenannte “Vertraulichkeitszusage”, so erklärte der Tuttlinger Polizist, stammt dann von der Staatsanwaltschaft. Sie soll es Hinweisgebern erleichtern, ihre Aussage gegenüber der Polizei zu machen.

In diesem Zusammenhang immer wieder erwähnenswert: Die Polizei hat ein Hinweistelefon (0741 477-107) eingerichtet.

UPDATE Montag, 14.05 Uhr:

Die Suche nach dem mutmaßlichen Dreifachmörder Drazen D. geht weiter. Die Spekulationen schießen ins Kraut. Viele vermuten, dass sich der Täter längst abgesetzt hat. Dass er die Tat vorbereitet und geplant hat, und dass er vielleicht sogar Fluchthelfer hatte. Ob er sich zu den Bahngleisen bei Talhausen durchgeschlagen hat und dort auf einen Güterzug aufgesprungen ist, noch in der Tatnacht? Ob er in Herrenzimmern sein Auto verlassen hat, weil er abgeholt worden ist? Ob er einfach längst über alle Berge ist? Oder vielmehr: in den Bergen, in einem serbischen sehr entlegenen Bergdorf, wo die Welt eine andere sein soll? Und wo man auch Kindermörder schützt, vielleicht sogar das?

Man kann davon ausgehen, dass die Polizei diese Möglichkeiten in ihrer Fahndung berücksichtigt. Sie konzentriert sich schließlich vor allem deshalb auf das Waldgebiet nahe des Tatorts, weil sie nicht ausschließen kann, dass er sich dort noch aufhält beziehungsweise dass er dort irgendwo liegt, im Dickicht. Auch das ist reine Spekulation. Und es ist nicht zuletzt eine Form der Gefahrenabwehr für die Bevölkerung.

Wohin der Todesschütze nach seiner Tat geflüchtet ist, werden wir jedenfalls hoffentlich erfahren. Derweil wird es wohl kaum etwas bringen, sich auf die eine, die andere oder eine dritte spekulative Fluchtvariante festzulegen. Oder?

Die Nachfrage hat ergeben: Die Polizei ist heute mit einer Hundertschaft von 80 Beamten (das ist kein Widerspruch in sich) seit zehn Uhr im Wald bei Villingendorf unterwegs. Sie durchsuchen jetzt noch ein letztes verbliebenes Stück, hoffen, heute endlich damit fertig zu werden, gestern hatte ihnen die Witterung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dann seien die Durchsuchungsmaßnahmen vor Ort abgeschlossen, hieß es gerade auf Nachfrage der NRWZ seitens der Polizei. Hintergrund ist, dass die Polizei hofft, Hinweise auf einen Aufenthalt des Täters im Wald zu finden. Und vielleicht auch auf seine mögliche Fluchtroute. Auch besteht die Möglichkeit, dass D. längst tot ist. All das muss ermittelt werden.

Zugleich aber arbeitet die Polizei vom Präsidium Tuttlingen aus intensiv mit anderen Behörden zusammen. Dem Bundes- und dem Landeskriminalamt, dem Zoll und den Polizeibehörden vor allem in Österreich und den Balkan-Ländern, wie ein Sprecher der Polizei der NRWZ erklärte. Es wird intensiv, und das nicht nur bei Villingendorf, nach dem Todesschützen gefahndet. Etwa auch in den Nachbarländern.

Wo immer D. sich aufhalten könnte, nach Wissen der Polizei jedenfalls, wird nach ihm gesucht.

 

UPDATE Sonntag, 20.45 Uhr:

Polizisten haben in den vergangenen Tagen intensiv nach dem Geflüchteten gesucht. Zugleich werden jetzt aber Vorwürfe gegen die Polizei laut. Fest steht, darüber hat die NRWZ am Freitag zuerst berichtet, dass die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters samt dem gemeinsamen sechsjährigen Sohn auf der Flucht vor Drazen D. gewesen ist. Nun wird bekannt, dass der Mann die beiden bereits bedroht haben soll. Dass er gesagt habe, er wolle sie umbringen. Die Polizei sei im Vorfeld der Tat darüber informiert worden. Außerdem habe die Frau, die die Tat überlebt hat, versucht, ein Annäherungsverbot gegen ihren Ex-Mann durchzusetzen. Inwieweit die Polizei hier schon aktiv geworden – oder untätig geblieben – ist, soll sich am morgigen Montag zeigen. Dann will sich die Polizei zu diesen Vorwürfen äußern.

Der kroatischen Zeitung “24sata” zufolge, die viel im familiären und privaten Umfeld des mutmaßlichen Dreifachmörders recherchiert, soll D. Medikamente genommen haben. Die Trennung von seiner Frau habe ihm zu schaffen gemacht, heißt es dort.

Eines von Ds. Opfern, der neue Partner seiner Ex-Frau, hat nach NRWZ-Informationen in Wilflingen bei einem Drehteilehersteller gearbeitet. Dort habe er die Frau kennen gelernt. Die beiden sollen bereits ein gemeinsames Kind erwartet haben.

Auch der mutmaßliche Täter soll bei einer Dreherei gearbeitet haben. Ob er dort vor kurzem gekündigt hat, weil er “familiäre Angelegenheiten zu erledigen” habe, ist unbestätigt, wird aber etwa von der “Schwäbischen Zeitung” berichtet.

Derweil wollen einige Menschen ihre Abscheu vor der Tat des Todesschützen äußern. Sie tun dies auf der Facebookseite des mutmaßlichen Mörders. Wechselseitig sehen sie Schuld beim Täter, aber auch bei der Ex-Frau, die sich vor ihm hat in Sicherheit bringen können.

UPDATE Sonntag, 19.30 Uhr:

Die Suche ist für heute eingestellt worden. Der Täter bleibt unauffindbar. Morgen, Montag geht es weiter. Es gibt immer noch unerforschte Teile des Waldes.

UPDATE Sonntag, 16.30 Uhr:

Es ist unklar, ob die Suchmannschaften der Polizei es am heutigen Sonntag schaffen werden, das verbliebene Waldstück bei Villingendorf nach dem Täter zu durchsuchen. Ein leitender Beamter vor Ort – in der “Basis Schützenhaus Villingendorf” – wollte schon am frühen Nachmittag den Optimismus seines Kollegen aus der Pressestelle in Tuttlingen nicht teilen.

UPDATE Sonntag, 13 Uhr:

Die GWRS Villingendorf hat eine Stellungnahme zu dem tödlichen Verbrechen herausgegeben. Denn eines der Opfer war für gerade einen Tag an dieser Schule gewesen, als Erstklässler. 

Hier die von Rektor Rainer Kropp-Kurta unterzeichnete Botschaft:

Wir sind bestürzt und betroffen über den tragischen Tod eines Erstklässlers.

Nach Auskunft der Polizei besteht jedoch keine Gefährdungssituation für unsere Schule. Daher findet der Unterricht auch am morgigen Montag, 18. September 2017 nach Plan statt. Die Verwaltung ist bei Rückfragen ab 6.00 Uhr für Sie telefonisch erreichbar (0741 – 347 543)

Die Polizei wird zu Schulbeginn und während des Schulbetriebs präsent sein um die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten.

Weiterhin wird die Polizei bei der ohnehin im Rahmen der Klassenpflegschaftsabende geplanten Elternvollversammlung am kommenden Dienstag, 19. September 2017 um 19.30 Uhr in der Turn- und Festhalle ihr Vorgehen während der Krise erläutern.

Die bei der Kriminalpolizei in Rottweil eingerichtete Sonderkommission “Hochwald” ermittelt und fahndet derweil mit über 50 Beamten mit Hochdruck nach dem Tatverdächtigen. In die Fahndung sind auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg, das Bundeskriminalamt und die Behörden im europäischen Ausland eingebunden.

Die Polizei ist in Villingendorf nach wie vor präsent. “Derzeit besteht keine Veranlassung dazu, von einem geregelten Tagesablauf, Schulbesuchen, Spaziergängen oder dergleichen abzuweichen”, so die Polizei.

Für Hinweise, welche die Tat betreffen, ist bei der Kriminalpolizeidirektion Rottweil ein Hinweistelefon unter der Telefonnummer 0741 477-107 eingerichtet.

UPDATE Sonntag, 10.30 Uhr:

Heute soll es endlich klappen: Wieder mit einem Großeinsatz an Beamten sucht die Polizei nun das letzte verbliebene Waldstück bei Villingendorf ab, in dem der Todesschütze vermutet wird. Wie die Polizei der NRWZ am Morgen erklärte, werde nun ein Gebiet namens “Hochwald” durchforstet, es liegt nord-westlich des Tatortes. Ein dichtes Waldstück, weshalb der Hubschrauber wieder zum Einsatz käme, wohl aber nicht die Fotodrohne, mit der die Beamten am Samstag teils freies Gelände – das Gebiet “Fronhof” – überflogen haben. Eine Drohne, die von einem Anbieter von Drohnenflügen aus Villingendorf stammt.

70 Beamte sollen heute im Einsatz sein. Das wären einige weniger als gestern. Wobei die Erklärung falsch wäre, die Polizei würde sich allmählich zurückziehen. “Wir setzen ein, was an Kräften zur Verfügung steht”, so ein Polizeisprecher zur NRWZ. Der polizeiliche Alltag laufe weiter, heute etwa mit einem Stadtfest in Tuttlingen und mit einer AfD-Veranstaltung am Abend in Villingen-Schwenningen, die wie der Tatort in Villingendorf im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Tuttlingen liegen.

Die Polizei hofft, das Gebiet, in dem sie den mutmaßlichen Dreifachmörder vermutet, heute abschließend durchsuchen zu können. Wenn die Beamten bald genug loslegen könnten, sollte das zu schaffen sein, so der Sprecher weiter. Gestern begannen sie gegen 13 Uhr, heute wollen sie früher starten.

Immer wieder kommt es dabei zu punktuellem, massiertem Auftauchen von Bereitschaftspolizisten. “Wenn Hinweise auf eine mögliche Sichtung des Gesuchten eingehen, dann überprüfen wir das sofort”, so der Sprecher der Polizei gegenüber der NRWZ weiter. Und wenn es sich dann um Wohngebäude etwa in Herrenzimmern oder Unterschlüpfe im Wald handelt, in denen der Täter vermutet wird, dann werden Kräfte zusammen gezogen. Das sind übrigens immer wieder Momente, in denen sich NRWZ-Leser per Facebook bei der Redaktion melden und glauben, man habe den Gesuchten endlich geschnappt.

Doch bleibt es dabei: Wenn der 40-Jährige Kroate, der seinen Sohn, dessen Cousine und den neuen Partner seiner Ex-Frau getötet haben soll, geschnappt oder gefunden wird, wird die Polizei das sofort vermelden. Erstens, um die dann überflüssige Öffentlichkeitsfahndung zurück zu nehmen, zweitens, um die Nachricht an die Bürger weiter zu leiten, um sie, letztlich, zu beruhigen.

Derweil läuft auch die Zusamenarbeit mit der Polizei in Kroatien sehr gut, wie der Polizeisprecher der NRWZ weiter berichtet. So wird auch versucht, den Lebenslauf des Mannes zu rekonstruieren. Es gibt Gerüchte, wonach es sich bei dem gesuchten Ex-Soldaten (das ist gesichert) zudem um einen gut ausgebildeten Angehörigen einer polizeilichen Spezialeinheit handelt – aber das kann der Sprecher nicht bestätigen. “Wir wissen es einfach nicht”, so der Beamte aus Tuttlingen gegenüber der NRWZ.

Auch ist längst klar, dass der mutmaßliche Täter Verwandtschaft in Rottweil hat. Die NRWZ hat das am Freitag bereits vermeldet, es wurde auf ihre Nachfrage hin bei der Pressekonferenz zur Tat indirekt bestätigt. Doch gibt es dazu keine weiteren Angaben seitens der Polizei. Die Verwandten des mutmaßlichen Täters werden mit der Tat selbst nicht in Verbindung gebracht, weshalb es über sie keine Details gibt.

UPDATE Samstag, 10 Uhr:

Dies ist wohl das letzte Update bis auf weiteres. Im besten Falle bis zur Ergreifung des Gesuchten oder bis zum Zeitpunkt des Auffindens seiner, sagen wir’s doch, Leiche. Die Lage ist laut dem zuständigen Polizeipräsidium Tuttlingen, mit dem die NRWZ immer wieder in Kontakt steht, unverändert. Weiterhin suchen hunderte Beamte nach dem mutmaßlichen Dreifachmörder. Und sie werden diese Suche heute fortsetzen.

Die Suchmaßnahmen in dem Waldgebiet – “für das wir nicht ausschließen können, dass sich der Gesuchte darin aufhält”, wie ein Sprecher am Morgen vorsichtig formulierte – diese Maßnahmen sind in der Nacht zurück gefahren worden. Grund: Der Hubschrauber konnte wegen Nebels nicht mehr fliegen. Sobald dieser einsetzbar sei, würde weiter nach dem Täter gesucht. Stück für Stück, bis sie den Wald zwischen Herrenzimmern und Dunningen durchkämmt haben.

Dabei geht die Polizei weiterhin vorsichtig vor. Zur Eigensicherung. Der Mann, sollte er noch leben und sich irgendwo verbergen, kann sehr gefährlich sein. Er könnte die Tatwaffe noch bei sich haben.

Die Bevölkerung sei recht gefasst und ruhig geblieben, beobachtete der Sprecher der Polizei. Es gingen beim Bürgertelefon (07461/941-117) nur wenige Anrufe Besorgter ein. So dürfe es bleiben, meinte der Beamte zur NRWZ. Es gebe keinen Grund für irgendeine Panik.

Hilfsangebote nimmt die Polizei aktuell gerne zur Kenntnis. Wohnungen oder Übernachtungsgelegenheiten benötigt sie allerdings nicht. Auch ist es nicht erwünscht, dass nun Bürger sich selbst auf die Suche nach dem mutmaßlichen Täter machen. “Die Suchmaßnahmen sind Teil unserer Ermittlungen”, so ein Sprecher der Polizei zur NRWZ. Betonung auf “unserer”. Also polizeiintern. Ein Leser hatte angefragt, ob er helfen solle. “Das überlässt man lieber den Profis”, so der Polizist klar und bestimmt weiter.

Wenn der Gesuchte gefunden oder geschnappt wird – die NRWZ wird es schnellstmöglich erfahren. Und ihren Lesern mitteilen. Das gewährleisten beide Seiten, Polizei und Lokalredaktion. Ziel beider ist es, die Bürger schnellstmöglich über den Abschluss der Fahndungsmaßnahmen in Kenntnis zu setzen. Die Polizei in Tuttlingen hat ihre Strukturen darauf ausgerichtet – der jeweilige im Ressort Öffentlichkeitsarbeit arbeitende Beamte ist direkt ans Lagezentrum angedockt. Die eingehenden Meldungen der Beamten draußen bekomme er in Echtzeit mit, so der Sprecher weiter zur NRWZ. Dennoch stünden er und sein Team auch jetzt übers Wochenende durchgehend für Fragen zur Verfügung.

Der Einsatz wird aus Tuttlingen koordiniert. Dort befindet sich das Lagezentrum, von dem aus die “Großlage” gemanagt wird, die sich auf den Bereich Villingendorf / Rottweil erstreckt, die aber um die Strecke durch Bayern Richtung Kroatien erweitert ist und die an den Landesgrenzen Deutschlands nicht Halt macht. Rund um die Uhr arbeiten die Beamten dort, aber weiterhin auch draußen im Gelände, an den Grenzübergängen und entlang der Straßen weiter.

“Wir wollen alle, dass der Gesuchte gefasst wird”, so der Polizeisprecher zur NRWZ. “Wir setzen alles daran, ihn zu fassen”, sagte er. 

UPDATE Samstag, 6 Uhr:

Der mutmaßliche Dreifachmörder bleibt nach wie vor verschwunden. In der Nacht ist die Suche nach ihm intensiv fortgesetzt worden.

UPDATE Freitag, 21.30 Uhr

… ist gar kein richtiges, nachrichtliches, wie die anderen bisher. Es erzählt eine Anekdote am Rande. Eine Gruppe der vielen Polizisten, die am Sucheinsatz nach dem mutmaßlichen Mörder beteiligt sind (und sich auch jetzt in der kalten Herbstnacht die Beine in den Bauch stehen müssen, schwer bewaffnet und vielleicht in der Gefahr, jenen Mörder plötzlich aufzuscheuchen), eine Gruppe jener Bereitschaftspolizisten also war am Rottweiler Hegneberg eingesetzt. Vielleicht einfach, um Präsenz zu zeigen. So gut sichtbar, wie sie da gestanden haben.

Ein Beobachter nahm sich ein Herz und holte an der nahe gelegenen Tankstelle in der Oberndorfer Straße Kaffee für die Herren. Oder wollte es – er merkte dort, dass sein Bargeld nicht reichen würde. “Ach, das ist kein Problem, das geht auf mich”, soll da die Tankstellenbetreiberin gesagt haben. Und: “Toll ist diese Solidarität mit den Jungs da draußen”, lautete wiederum das Urteil des Kaffee holenden Beobachters. Und die Polizisten? Sie sollen dankbar gewesen sein für das heiße Gebräu.

Apropos Zusammenhalt – den hat auch Villingendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Bucher am Mittag ausgemacht. Er war angefragt worden: Die Polizei suche ein Hauptquartier vor Ort. Irgendein Gebäude, das nicht zu zentral liege, aber gut erreichbar. Und belegbar. Bucher fiel die Stadiongaststätte in Villingendorf ein. Er fand die Nummer des Betreibers in seinem Handy. Er habe gar nicht lange bitten müssen, so Bucher zur NRWZ – der Wirt sperrte seine Türen gerne auf. Buchers Fazit lautet: “Die Solidarität, der Zusammenhalt sind angesichts der schrecklichen Tat wirklich toll.”

UPDATE Freitag, 19 Uhr:

Seit dem Nachmittag steht auch fest, warum es der Polizei so schwer fällt, den flüchtigen Mann einzuschätzen, mögliche Hinwendungsorte, wie das heißt, zu bestimmen. Der 40-Jährige (Details unten)  hatte zuletzt nur bei verschiedenen Freunden und Bekannten Unterschlupf gefunden, haben die Ermittler herausgefunden. Selbst für den von ihm genutzten Wagen mussten die Beamten auf unvollständige Zeugenaussagen zurückgreifen. Marke, Typ, Farbe und die Buchstaben KN. Mehr nicht. Auf ihn zugelassen war der Kleinwagen nicht. 

Ein Mann, der nichts mehr zu verlieren hat und der gestern Nacht, bei der kleinen und von der Zahl der Gäste her überschaubaren privaten Einschulungsfeier seines Sohnes allem Anschein nach zum mehrfachen Mörder geworden ist. Indem er durch den Garten, über die Terrasse ins Haus marschiert ist, so die Sachlage. Und dann geschossen hat. Auf sein eigenes Kind.

Die vielen Einsatzkräfte setzten, so wurde der NRWZ versichert, alles daran, ihn bald zu finden.

UPDATE Freitag, 18.30 Uhr:

Leider: Es gibt keine Neuigkeit. Das Waldgebiet zwischen Herrenzimmern – wo das Tatfahrzeug verlassen aufgefunden worden ist – und Dunningen wird durchkämmt. “Sektor für Sektor, das dauert leider”, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen gerade zur NRWZ. Und: Man könne ihm da glauben – wenn sie den Täter finden, dann würde die Polizei-Pressestelle das mit großem Tamtam verkünden. Inklusive Selbstlob für die erfolgreiche Arbeit (wenn diese am Ende nicht Kommissar Zufall erledige). Die Beamten erhofften sich nämlich allesamt nichts anderes, als dass sie diesen Mann endlich aufspürten. “Auch, wenn er nun irgendwo nur noch im Wald liegt”, wie der Tuttlinger Beamte, voller Emotionen nach einem langen und arbeitsintensiven Tag, etwas moralisch inkorrekt anfügte. Schließlich habe der Täter nichts mehr zu verlieren. Andererseits mache ihn genau das für andere weiterhin gefährlich, weshalb die Polizei besonnen und planvoll vorgehe. Und mit dem größtmöglichen Aufgebot an Einsatzkräften.

Die Polizei bleibt für die Presse als Ansprechpartner nun auch am Wochenende in Bereitschaft. Sollte es also zu einem Auffinden des Täters und / oder einer Festnahme kommen, werden die Journalisten umgehend informiert. Daran hätten die Beamten ein großes Interesse, hieß es.

UPDATE Freitag, 16.55 Uhr:

Das heute in der Krone in Villingendorf geplante “Wohldädigkeitsfäscht” zugunsten “Glücksmomente4Kids” ist abgesagt. Das teilen uns die Veranstalter mit. “Wir wünschen den Angehörigen viel Kraft und sprechen unser Mitgefühl aus”, schreiben sie auch. Die Veranstalter wollen das Fest neu planen.

Und: Für morgen war ein Kinderflohmarkt in Villingendorf geplant. Auch dieser wurde aus gegebenem Anlass abgesagt.

UPDATE Freitag, 16.35 Uhr:

Sie haben ihn noch nicht. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Weiter konzentriert sich die Suche auf das Waldgebiet bei Herrenzimmern. Dort sind Bereitschaftspolizisten in großer Stärke bereit. Sie rücken teils allerdings nicht vor, warten ab. Das, obwohl “die Nacht unser Feind ist”, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen der NRWZ sagt. Bei Dunkelheit seien eine Suche und ein möglicher Zugriff bedeutend schwieriger. Und gefährlicher. Die Beamten gehen davon aus, einen hochgefährlichen Täter zu suchen, der nichts mehr zu verlieren, der sein Kind schon getötet hat. Ein Ex-Soldat aus dem Kosovo Kroatien (Details unten).

Mehr als 250 Polizisten sollen ihm allein in Baden-Württemberg auf den Fersen sein, wie sie hoffen. Die Grenzübergänge in die Schweiz, nach Frankreich und Österreich werden nach Angaben des leitenden Ermittlers bei der Pressekonferenz am Mittag schärfer kontrolliert. In Bayern sind weitere hundert Beamte im Einsatz, um dem mutmaßlichen Täter (Details unten) den möglichen Fluchtweg abzuschneiden.

Der Suchhubschrauber, der am Nachmittag lange über dem Waldstück gestanden hat, in dem der Täter vermutet wird, war zwischenzeitlich auch über Teilen Rottweils geflogen. Das sei völlig normal, dass ein Suchgebiet je nach aktuellem Sachstand auch mal erweitert werde. Die Suche konzentriert sich nicht auf das Stadtgebiet. Der Hubschrauber ist zur Stunde auch abgerückt.

UPDATE Freitag, 15.05 Uhr:

Spezialeinheiten sind bei einem Waldgebiet bei Herrenzimmern stationiert – aus Sicherheitsgründen durchkämmen sie es offenbar nicht. Es soll vereinzelt zu Sprengungen kommen, wenn sich die Beamten irgendwo Zutritt verschaffen müssen, wurde der NRWZ bestätigt. Die vom Flüchtigen ausgehende Gefahr sei sehr hoch, hieß es. Ein Hubschrauber überfliegt das Gelände erneut.

UPDATE Freitag, 14.33 Uhr:

Der mutmaßliche Täter soll familiäre Beziehungen nach Rottweil haben. Ein Bruder lebt offenbar in der Stadt.

UPDATE Freitag, 14.15 Uhr:

Das Fluchtauto ist bei Herrenzimmern gefunden worden. Leer. Die Suche der Polizei konzentriert sich auf diesen Nachbarort Villingendorfs.

Der Täter hat eine Langwaffe genutzt. Ein Gewehr. Er war Soldat, ist zudem bereits wegen Körperverletzung vorbestraft.

Es gibt ein dreijähriges Kind, das Tatzeuge gewesen sein muss. Ein Geschwisterchen des getöteten Sechsjährigen.  Die Tochter der getöteten Cousine des Sechsjährigen.

UPDATE Freitag, 13.05 Uhr

(zusätzlich zu den Informationen in der Folge):

Mutter und Kind waren nach gesicherten Informationen der NRWZ auf der Flucht vor dem späteren Täter, dem Kindsvater. Erst vor 14 Tagen sind die Beiden demnach in Villingendorf angekommen. Sie hatten ihr Umfeld wie auch die Schule gebeten, ihre neue Adresse geheim zu halten. Offenbar hat der Vater diese dennoch heraus gefunden. Nach aktuellem Stand hat er dann am Donnerstag gegen 21.30 Uhr seinen Sohn und mutmaßlich den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Partnerin getötet. Und deren die Cousine des getöteten Jungen, die sich für die Einschulungsfeier bei der kleinen Familie aufgehalten hatte. Am Abend hat eine Party stattgefunden, für das Kind. Der Täter ist durch den Garten und über die Terrasse ins Haus eingedrungen und begann, zu schießen.

Weiter hat die NRWZ Erkenntnisse darüber, dass finanzielle Schwierigkeiten Auslöser für die Trennung gewesen sind. Der mutmaßliche Täter (Details weiter unten) wird seit 2014 als privatinsolvent geführt.

Die Polizei ist aktuell mit mehr als 100 Beamten, darunter viele Bereitschaftspolizisten, in Villingendorf und der Umgebung. Das Waldgebiet selbst ist bislang, wie ein Sprecher mitteilte, aus Sicherheitsgründen noch nicht durchsucht worden. Ganze Fahrzeugkolonnen der Bereitschaftspolizei werden aber derzeit an verschiedene Orte geschickt, um diese auf den mutmaßlichen Täter hin zu untersuchen.

Um 14 Uhr soll eine Pressekonferenz in der Turn- und Sporthalle im Ort stattfinden. Die große Räumlichkeit sei angesichts des großen Medienansturms gewählt worden, so ein Polizeisprecher zur NRWZ. In der Zwischenzeit vertreiben sich einzelne Medienvertreter die Zeit damit, Kinder zu interviewen, die an der selben Schule sind, an der der getötete Sechsjährige hätte sein sollen.

Der mutmaßliche Täter (Details unten) ist weiterhin auf der Flucht. Er könnte bewaffnet, also gefährlich sein. 

Die Nachbarländer und die Bundespolizei sind in die Fahndung eingebunden. Insgesamt sind mit dem Verbrechen 250 Beamte befasst, etwa auch im Präsidium Tuttlingen.

Bereitschaftspolizei im Großeinsatz. Foto: Peter Arnegger

Unsere bisherige Berichterstattung:

 

+++ Aktuell +++ Fahndungsaufruf der Polizei

Nach dem Tötungsdelikt ist der Täter immer noch auf der Flucht. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei Tuttlingen nach einem 40-jährigen, der Tat dringend verdächtigen Mann.

Dabei handelt es sich um den 40-jährigen Kroaten Drazen D. 

Zur Personenbeschreibung: Dunkle, kurze Haare, braune Augen und dünne Lippen. Er ist 1,77 Meter groß und wurde zuletzt mit einer schwarzen, längeren Jacke bekleidet gesehen. Unterwegs ist er eventuell mit einem grünen Seat-Ibiza, welcher möglicherweise mit einem Kurzzeit-Kennzeichen mit KN-Zulassung versehen ist.

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

ACHTUNG: Die Polizei geht davon aus, dass der Gesuchte weiterhin bewaffnet ist. Nach Informationen der NRWZ ist bisher keine Tatwaffe gefunden worden.

Die Kriminalpolizei Rottweil hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Spurensuche in dem Mehrfamilienhaus, in der Wohnung und im Bereich des Mehrfamilienhauses dauert derzeit an. Ein starkes Aufgebot an Einsatzkräften ist am Tatort und in der Umgebung präsent. Die Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen läuft auf Hochtouren.

Für den frühen Nachmittag hat die Polizei eine Pressekonferenz angekündigt, die sie entweder im Rathaus in Villingendorf oder im nahe gelegenen Sitz der Polizei in Rottweil abhalten will. “Wir hoffen, dass wir den mutmaßlichen Täter bis dahin geschnappt haben”, so ein Sprecher des Präsidiums Tuttlingen gerade zur NRWZ.

Einsatzkommando bei Herrenzimmern. Foto: Peter Arnegger

Nach einem Familiendrama in einer gut bürgerlichen Wohnstraße in Villingendorf mit drei Toten ist der Täter weiterhin (Stand: 9.45 Uhr) flüchtig. Die Polizei hat einen Verdacht, kennt seine mutmaßlichen Personalien, fahndet nach seinem Wagen. Sie suchte in der Nacht die Gegend mit Streifenbeamten, teils in Amok-Schutzausrüstung, und einem Hubschrauber ab. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen bestätigte diese Angaben gegen 1.30 Uhr vor Ort.

Am Morgen erklärte der Sprecher auf Nachfrage der NRWZ: Der mutmaßliche Täter sei der Vater des Jungen. Es werde mit Hochdruck nach dem 40-Jährigen gefahndet. Mehr als 50 Beamte sollen seit der Nacht im Einsatz sein.

Polizei in der Tatnacht in Villingendorf. Foto: SDMG/Friebe

+++ WEITERE WICHTIGE INFOS +++

1. Der mutmaßliche Täter ist laut Polizei bekannt. Es soll sich um den 40-jährigen Vater des sechsjährigen Jungen handeln. Das erfuhr die NRWZ exklusiv. Siehe jetzt auch obigen Fahndungsaufruf.

2. Es bestehe kein Grund, vom Tagesablauf wie Schulbesuch, Einkäufen oder dergleichen abzuweichen. Der Schulweg zur Villingendorfer GWRS sei gesichert, sagt uns die Polizei. Eine besorgte Mutter berichtet der NRWZ gerade dennoch: Ihr Kind bleibt heute zuhause, wird erst Montag wieder zur Schule in Villingendorf gehen. Ein Erstklässler. Gerade eingeschult.

3. Die Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet: Tel. 07461 941-117.

4. Für Hinweise, welche die Tat betreffen, ist bei der Kriminalpolizeidirektion Rottweil ein Hinweistelefon unter der Telefonnummer 0741 477-107 eingerichtet.

5. Es sind weiterhin Kräfte der Polizei vor Ort. Sie sollen auch der Beruhigung und zum Schutz der Bevölkerung dienen.

6. Der Täter ist weiter flüchtig.

7. Es könnte sein, dass die getötete Familie auf Besuch gewesen ist. Die Polizei wird später weitere Einzelheiten bekannt geben.

 

Der Tatort: die Klippeneckstraße in  Villingendorf. Foto: SDMG/Maurer

 

Unsere Erstmeldung aus der Tatnacht finden Sie hier.