Mit einer eindrucksvollen ökumenischen Trauerfeier nahmen die Familie, viele Freunde, ja die ganze Stadt Abschied von Iris Steim, einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.

SCHRAMBERG (him) – In der katholischen Kirche St. Valentin in Waldmössingen hatten sich viele hundert Menschen zusammengefunden, um Iris Steim die letzte Ehre zu erweisen. Die Gattin von Schrambergs Ehrenbürger Dr. Hans-Jochem Steim war am 30. September nach sieben Jahren Leidenszeit einer Krebserkrankung erlegen.

Zur Eröffnung des Requiems hatte Pfarrer Christian Albrecht daran erinnert, das Iris Steim die Kirchenfenster in dieser Kirche gestaltet hatte, sie habe der Gemeinde Licht geschenkt.

Für die evangelischen Familienangehörigen dankte Pfarrer Dr. Michael Jonas für die Gastfreundschaft und würdigte die Verstorbene als ein „einmaliges, vielschichtiges und kostbares Kunstwerk.“ Das seien wir Menschen alle, aber Iris Steim sei eben selbst auch Künstlerin gewesen. Sie habe nicht nur ihre Glaskunst-Werke, sondern auch ihre Kinder geprägt und ihren Mann inspiriert. „Linien und Kreise ziehen sich durch dieses Leben“, so Pfarrer Jonas auf die Glasbilder der Kirche deutend, “helle und dunkle Felder, aber alles, alles hat System.“

Glasfenster von Iris Steim in der Waldmössinger Kirche.
Glasfenster von Iris Steim in der Waldmössinger Kirche.

Jonas schilderte den Lebensweg von Iris Steim und verwies insbesondere auf den Umzug der Familie auf den Birkenhof, ein Haus, das ihr Vater als Architekt für den Unternehmer Arthur Junghans in den 30er Jahren gebaut hatte und das sie sehr geschätzt habe. Er erinnerte an ihr vielfältiges Engagement in Vereinigungen, von der Frauen-Union, über den Kunstverein Wilhelm Kimmich, die städtische Kunstauswahlkommission bis zum Schwarzwald- und dem Tierschutzverein: „Gesellschaft, Kunst und Natur lagen ihr am Herzen.“

Mit ihrem 60. Lebensjahr habe ein dunkles Feld, die Krebserkrankung, „wie ein unpassender Strich begonnen ein Bild zu versudeln.“ Doch Iris Steim habe nicht aufgegeben und bis zum letzten Atemzug Kontakt zu ihrer Familie gehabt. Jonas schloss seine Ansprache mit Gedanken zur Bedeutung des Lichts, das auch erst ein Glasbild wirken lässt. Er verwies schließlich auf „das Licht, das erst aufgeht, wenn alle Lichter dieser Welt verloschen sind.“

In der Waldmössinger Aussegnungshalle nahm ein langer Trauerzug Abschied von einer großen Frau.

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