Für den thyssenkrupp-Test­turm für Auf­zü­ge, der der­zeit bei Rott­weil ent­steht und im Früh­jahr 2017 in Betrieb gehen soll, sind ein Besu­cher­zen­trum und ein Park für Ver­an­stal­tun­gen geplant. Es soll den Besu­chern den Auf­ent­halt im dor­ti­gen Indus­trie­ge­biet ermög­li­chen und dar­über hin­aus auch eine Tou­rist­infor­ma­ti­on beinhal­ten. Der Bau­aus­schuss wird sich am Mitt­woch erst­mals mit dem The­ma befas­sen. Hin­ter dem Pro­jekt ste­hen pri­va­te Inves­to­ren. Die Pla­nung selbst aber wird die Stadt Geld kos­ten.

Der Test­turm selbst bie­te für ein Besu­cher- und Ver­an­stal­tungs­zen­trum kei­ne aus­rei­chen­den Flä­chen, heißt es in einer Begrün­dung zu dem Vor­ha­ben, über das die Stadt­rä­te am Mitt­woch bera­ten sol­len. Bereits die Besu­cher­zah­len auf der Bau­stel­le hät­ten gezeigt, dass mit einem gro­ßen Andrang zu rech­nen sei, der im Ber­ner Feld bewäl­tigt wer­den müs­se, heißt es wei­ter.

Die aktu­el­len Pla­nun­gen, mit denen die Stadt­ver­wal­tung ein baye­ri­sches Fach­bü­ro beauf­tragt hat, sehen einen Turm­park enste­hen, „der den Auf­ent­halt sowohl in einem Besu­cher­zen­trum oder der Tou­rist­infor­ma­ti­on ermög­licht als auch den Auf­ent­halt im Frei­en in einem in die Land­schaft über­ge­hen­den Park”, wie es heißt. So sol­len auch Mög­lich­kei­ten für – tem­po­rä­re- Akti­ons­flä­chen geschaf­fen wer­den, um land­schafts­be­zo­ge­ne Frei­zeit­an­ge­bo­te zu schaf­fen oder auch um Ver­an­stal­tun­gen abhal­ten zu kön­nen. Das Besu­cher­zen­trum soll dage­gen aus „eher pavil­lon­ar­ti­gen Gebäu­den mit Innen– und Außen­gas­tro­no­mie und gege­be­nen­falls einer städ­ti­schen Tou­rist­infor­ma­ti­on” bestehen.

Soge­nann­te Schank- und Spei­se­wirt­schaf­ten sowie Betrie­be des Beher­ber­gungs­ge­wer­bes sind im Indus­trie­ge­biet Ber­ner Feld bis­lang nicht zuge­las­sen. Das soll eine Ände­rung des Bebau­ungs­plans nun ermög­li­chen, die den Stadt­rä­ten im Bau­aus­schuss am Mitt­woch zur Vor­be­ra­tung vor­ge­legt wer­den wird. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung soll dann der Gesamt-Gemein­de­rat kom­men­de Woche fäl­len. 

Außer­dem: Im rechts­wirk­sa­men Bebau­ungs­plan „Indus­trie­ge­biet Ber­ner Feld“ und im rechts­wirk­sa­men Bebau­ungs­plan Rw 314/13 „Indus­trie­ge­biet Ber­ner Feld – 2. Ände­rung – Test­turm“ wird die für das Besu­cher­zen­trum vor­ge­se­he­ne Flä­che als Natur­na­he Grün­flä­che bezie­hungs­wei­se als Pri­va­te Grün­flä­che mit grü­n­ord­ne­ri­schen Maß­nah­men fest­ge­setzt. Das muss der Gemein­de­rat ändern, damit das Besu­cher­zen­trum kom­men kann.

Die Fra­ge drängt sich auf – ste­cken hin­ter dem Pro­jekt die neu­en Geschäfts­part­ner Alex­an­der Kel­ler (Ex-thyssenkrupp) und Bern­hard Merz (Merz Immo­bi­li­en)? Von der NRWZ befragt ant­wor­tet Kel­ler, der ja auch als Unter­neh­mens- und Inves­to­ren­be­ra­ter tätig gewor­den ist: 

Es gibt eine Inves­to­ren­grup­pe, die ich in der Öffent­lich­keit ver­tre­te, wel­che sich mit die­sem Pro­jekt beschäf­tigt. Es lau­fen ers­te Gesprä­che mit der Stadt Rott­weil über eine mög­li­che Rea­li­sie­rung. 

Es geht dabei aus­schließ­lich um den Test­turm: So soll nicht das gesam­te Ber­ner Feld über­plant wer­den, son­dern die Flä­chen sol­len im Wesent­li­chen wei­ter­hin dem pro­du­zie­ren­den Gewer­be zur Ver­fü­gung ste­hen. Auch über die Erschlie­ßung des Besu­cher­zen­trums – der Test­turm liegt sozu­sa­gen in einem hin­te­ren Win­kel des Indus­trie­ge­biets – wird bera­ten wer­den. Der Schaf­wa­sen als beschränkt öffent­li­cher Weg soll als Anlie­fe­rungs­mög­lich­keit für das Besu­cher­zen­trum die­nen. Dar­über hin­aus ist eine Fuß­we­ge­ver­bin­dung vom Wen­de­ham­mer am Test­turm geplant. 

Die nun­mehr vier­te Anpas­sung des vor­han­de­nen Bebau­ungs­plans, die haupt­säch­lich das Besu­cher­zen­trum betref­fen, kos­ten die Stadt rich­tig Geld. Die Kos­ten für den Bebau­ungs­plan belau­fen sich aktu­ell auf etwa 60.500 Euro zuzüg­lich der Pro­jekt­ko­or­di­na­ti­on und der Ver­fah­rens­durch­füh­rung, die vom Pla­nungs­bü­ro nach Zeit­auf­wand abge­rech­net wer­den, Ver­kehrs- und Arten­schutz­gut­ach­ten sowie Pla­nung und Umset­zung der Aus­gleichs­maß­nah­men. Mit rund 100.000 sind die Mit­tel im Haus­halt ver­an­kert, erklärt die Stadt­ver­wal­tung: über den ein­ge­stell­ten Ansatz für den Bebau­ungs­plan „Ber­ner Feld” sowie durch Ein­spa­run­gen auf­grund zeit­li­cher Ver­schie­bung des Pro­jek­tes bezie­hungs­wei­se Bebau­ungs­plans „Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Rott­weil“.

Das Gebiet Ber­ner Feld ist der­zeit min­des­tens im Stun­den­takt an den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) ange­bun­den. Auch an den Wochen­en­den bestehen Bus­ver­bin­dun­gen, „jedoch mit einer gerin­ge­ren Ver­tak­tung als werk­tags, so dass die Erreich­bar­keit im Hin­blick auf eine künf­ti­ge tou­ris­ti­sche Nut­zung grund­sätz­lich gewähr­leis­tet ist”, urtei­len die Pla­ner. Inwie­weit der ÖPNV in Zukunft aus­ge­baut wer­den kön­ne, wer­de von der kon­kre­ten Nach­fra­ge der Besu­cher abhän­gig sein, sagen sie. Um her­aus­zu­fin­den, wel­che ver­kehr­li­chen Aus­wir­kun­gen ein Besu­cher- und Ver­an­stal­tungs­zetrum für den Test­turm auf dem Ber­ner Feld haben wer­de, soll ein Gut­ach­ten erstellt wer­den.

Die Pla­nun­gen für das Besu­cher­zen­trum sind bereits recht detail­liert. Sie sehen Ein­rich­tun­gen einer Tou­rist­infor­ma­ti­on mit Infor­ma­ti­ons- und Aus­stel­lungs­flä­chen sowie Ver­kaufs­stät­ten zum Ver­kauf von Sou­ve­nirs, Büchern und Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al vor. Dabei soll die Ver­kaufs­flä­che maxi­mal 100 Qua­drat­me­ter betra­gen. 

Außer­dem soll es soge­nann­te Anla­gen zur Frei­zeit­nut­zung und tem­po­rä­re bau­li­che Anla­gen geben. Es ist geplant, eine inten­si­ve Frei­zeit- und Erho­lungs­nut­zung auf den Park­flä­chen anzu­bie­ten, die auch etwa die Auf­stel­lung von Hüt­ten für markt­ähn­li­che, vor­über­ge­hen­de Ver­an­stal­tun­gen, gro­ße Spiel­ge­rä­te, Flä­chen mit Grill­mög­lich­kei­ten oder ande­re bau­li­che Anla­gen zum Bei­spiel zur Durch­füh­rung von Ver­an­stal­tun­gen beinhal­tet.

Eine Ein­rich­tung wie ein Besu­cher­zen­trum mit der Mög­lich­keit eine gas­tro­no­mi­schen Ange­bo­tes oder dem Ange­bot einer Tou­rist­infor­ma­ti­on mit Kar­ten­ver­kauf sei jeden­falls bis­lang im Bereich des Test­tur­mes nicht gege­ben, wes­halb im unmit­tel­ba­ren Umfeld die Errich­tung eines eigen­stän­di­gen Besu­cher­zen­trums durch pri­va­te Inves­to­ren geplant ist.