ROTTWEIL (pm) – Ab 1. Janu­ar 2015 gilt der all­ge­mei­ne gesetz­li­che Min­dest­lohn von 8,50 Euro pro Stun­de. Laut DGB-Berech­nun­gen müs­sen zur­zeit im Land­kreis Rott­weil fast 2400 Voll­zeit­be­schäf­tig­te mit weni­ger als 8,50 Euro Stun­den­lohn aus­kom­men. Das heißt: 6,5 Pro­zent der ins­ge­samt 36.800 Voll­zeit­be­schäf­tig­ten in Rott­weil wer­den von der Ein­füh­rung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns pro­fi­tie­ren.

Der DGB geht davon aus, dass bei den über 10.700 sozi­al­ver­si­cher­ten Teil­zeit­be­schäf­tig­ten in Rott­weil und ins­be­son­de­re bei den fast 9600 Mini­jobs, der Anteil der­je­ni­gen, die vom Min­dest­lohn pro­fi­tie­ren wer­den, noch deut­lich höher liegt. Regio­na­le Anga­ben sind jedoch wegen man­geln­der sta­tis­ti­scher Grund­la­gen nicht mög­lich. Lan­des­weit wer­den etwa zwei Drit­tel der Mini­job­be­rin­nen und Mini­job­ber vom Min­dest­lohn pro­fi­tie­ren.

Bun­des­weit arbei­ten deut­lich mehr Frau­en im Nied­rig­lohn­be­reich als Män­ner. Die­ser Trend zeigt sich auch im Land­kreis Rott­weil. Wäh­rend 2,3 Pro­zent der voll­zeit­be­schäf­tig­ten Män­ner in Rott­weil brut­to weni­ger als 1500 Euro monat­lich ver­die­nen, liegt der Anteil der Frau­en bei 15,6 Pro­zent.

DGB-Kreis­ver­bands­vor­sit­zen­der Bernd Scheib­ke ist über­zeugt, dass der gesetz­li­che Min­dest­lohn zu mehr Gerech­tig­keit füh­ren wird: „Auch die Akzep­tanz bei den Unter­neh­men wird zuneh­men, wenn sie sicher sein kön­nen, dass der Min­dest­lohn auch von der Kon­kur­renz bezahlt wird“. Wich­tig sei aller­dings eine wirk­sa­me Über­wa­chung. „Eini­ge Arbeit­ge­ber ver­su­chen mit allen Tricks den Min­dest­lohn zu umge­hen.

Das ist kein Kava­liers­de­likt“, so der DGB-Ver­tre­ter. Wer gegen das Min­dest­lohn­ge­setz ver­sto­ße, müs­se mit Geld­bu­ßen bis zu 500.000 Euro rech­nen. Wem der Min­dest­lohn vor­ent­hal­ten wer­de, kön­ne bis zu drei Jah­re spä­ter Kla­ge ein­rei­chen. Bernd Scheib­ke weist dar­auf hin, dass tarif­lich aus­ge­han­del­te Bran­chen-Min­dest­löh­ne ihre Gül­tig­keit behal­ten und nicht mit Hin­weis auf den gesetz­li­chen Min­dest­lohn gekürzt wer­den kön­nen.

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Min­dest­lohn unter www.mindestlohn.de