KREIS ROTTWEIL (pm) Mus­ta­fa Kes­kin­soy, in Rott­weil gebo­ren, in Her­ren­zim­mern und Bösin­gen zur Schu­le gegan­gen, ist  Vor­sit­zen­der der Tür­kisch-Isla­mi­schen Gemein­de in Rott­weil. In einer Zeit, in der viel Unsi­cher­heit und auch Unwis­sen­heit über den Islam bestehe, und wo der Isla­mis­mus Anlass zu Sor­ge gebe, lag es laut einer Pres­se­mit­tei­lung nahe, ihn zu einem Gespräch samt aus­gie­bi­ger Dis­kus­si­on in die CDU-Kreis­vor­stands­sit­zung ein­zu­la­den.

Dies unter der Über­schrift „Islam und mus­li­mi­sches Leben im Land­kreis Rott­weil“, also der ganz kon­kre­ten Fra­ge des CDU-Kreis­vor­sit­zen­den Ste­fan Teu­fel an den gelern­ten Kfz-Tech­ni­ker­meis­ter mit dem unüber­hör­bar schwä­bi­schen Akzent über den All­tag von Mus­li­men in der Regi­on.

An Hand sei­ner Bio­gra­fie beschrieb der heu­te 40-Jäh­ri­ge die Zeit in den 1980er Jah­ren als eine, in der Glau­be und Reli­gi­on kaum eine Rol­le spiel­ten, was sich in den 90er Jah­ren änder­te: „Im Jahr 2000 grün­de­ten wir die Tür­kisch-Isla­mi­sche Gemein­de in Rott­weil unter dem Dach­ver­band des DITIP. Vie­les hat sich seit der Zeit geän­dert, so Mus­taf Kes­kin­soy, begin­nend mit den Anschlä­gen in New York auf das World Tra­de Cen­ter.

Mit all den Aus­ein­an­der­set­zun­gen bis hin zur Islam­pho­bie auf der rech­ten Sei­te. Dem gegen­über hat Kes­kin­soy ledig­lich ein Anlie­gen, eines, dem bei dem Gespräch im Gast­haus „Zum Stamm­haus 1888“ alle unein­ge­schränkt zustim­men konn­ten: „Ich will mit­hel­fen an einem guten, fried­li­chen Zusam­men­le­ben aller. Egal wel­cher Kul­tur sie ange­hö­ren.“ Nicht zuletzt die Bedeu­tung von Glau­be und Reli­gi­on führt ihn bei der Betrach­tung des par­tei­po­li­ti­schen Spek­trums in Deutsch­land zur Nähe zur CDU. Weil gemein­sa­me Wer­te ver­bin­den.

Und auch er jeg­li­chen reli­gi­ös moti­vier­ten Extre­mis­mus ablehnt und das Abglei­ten in den Sala­fis­mus bedau­ert: „Wir müs­sen den Jugend­li­chen unse­re Wer­te und die Nor­men ver­mit­teln, dass sie gar nicht in Gefahr kom­men in die­se Rich­tung zu gehen.“

Kes­kin­soy, der viel unter­wegs ist im Kreis, auch in Schu­len, kann aus sei­ner Erfah­rung extre­mis­ti­sche Ten­den­zen nicht erken­nen. Den inter­re­li­giö­sen Dia­log suchen, das Gespräch mit­ein­an­der füh­ren, auf­ein­an­der zuge­hen, neu­gie­rig sein – es war nicht schwer, sich auf die­se Grund­sät­ze zu eini­gen, damit ein fried­li­ches Mit­ein­an­der auch in Zukunft mög­lich ist.

Bedau­er­li­cher­wei­se ist dies nicht über­all so, stell­te der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­fan Teu­fel mit dem Blick auf man­che Brenn­punk­te fest und dank­te dem Vor­sit­zen­den der Tür­kisch-Isla­mi­schen Gemein­de für sei­nen Vor­trag und sei­nen ste­ti­gen Ein­satz auf der Grund­la­ge gemein­sa­mer Wer­te.

The­men wie „Tole­ranz und Kri­tik“, mus­li­mi­scher Reli­gi­ons­un­ter­richt und das gegen­sei­ti­ge bes­se­re Ken­nen­ler­nen der Reli­gio­nen und der Kul­tu­ren präg­ten die sehr sen­si­ble Dis­kus­si­on, die von Respekt und Aner­ken­nung geprägt war, so die CDU-Pres­se­mit­tei­lung. Nicht nur des­we­gen äußer­te Ste­fan Teu­fel das Anlie­gen, den Dia­log nach die­sem „gelun­ge­nen Start“ bei­zu­be­hal­ten und fort­zu­füh­ren.