Mauer mit Testturm: Blick vom Bockshof. Eine Hängebrücke soll beide verbinden. Foto: gg

Eigent­lich, das berich­ten Teil­neh­mer über­ein­stim­mend, ging es in der Dia­log­grup­pe zur Hän­ge­brü­cke trotz kon­trä­rer Mei­nun­gen aus­ge­spro­chen har­mo­nisch zu – mit einer Aus­nah­me.

Zwei Teil­neh­mer, dar­un­ter ein Anwoh­ner, gerie­ten in einen laut­star­ken Streit, nahe an per­sön­li­chen Belei­di­gun­gen. Stein des Ansto­ßes war der Tras­sen­ver­lauf. Kein Zufall: Das ist die Mut­ter aller Pro­ble­me, wie sich auch im Gemein­de­rat zeig­te, der sich zwar ein­hel­lig für einen Bür­ger­ent­scheid aus­sprach. Den­noch blei­ben Fra­gen, die auch zu Dis­kus­sio­nen in Knei­pen oder auf der Stra­ße füh­ren:

Welche Trassenführungen sind möglich?

Die Dia­log­grup­pe konn­te sich auch nicht auf eine Lösung eini­gen und gab drei Emp­feh­lun­gen, alle­samt mit Ein­stieg beim Domi­ni­ka­ner­mu­se­um: eine auf der Platt­form beim Tau­ben­turm, eine unter­halb der dar­an direkt anschlie­ßen­den Trep­pe und eine ober­halb, an der Bus­hal­te­stel­le am Kriegs­damm. Die Pro­tes­te der Anwoh­ner rich­ten sich je nach Nähe die­ser Ein­stiegs­punk­te.
Noch grö­ßer sind die Pro­ble­me auf der ande­ren Sei­te der poten­ti­el­len Brü­cke, auf dem Ber­ner Feld. Dort kom­men Grund­stü­cke von zwei Eigen­tü­mern in Fra­ge. Einer hat die Ver­hand­lun­gen mit Inves­tor Eber­hardt bereits für been­det erklärt, der damit nur noch beschränk­te Mög­lich­kei­ten hat und zudem gegen Wider­stän­de der Bewoh­ner im Neckar­tal kämp­fen muss.

Warum wurde die konkrete Trassenführung nicht in die Frage für den Bürgerentscheid aufgenommen?

Auf Antrag der CDU-Frak­ti­on sprach sich die gro­ße Mehr­heit dage­gen aus. Begrün­dung: Das Ver­fah­ren um den Bebau­ungs­plan kann erst nach dem Bür­ger­ent­scheid ein­ge­lei­tet wer­den. „Und wenn sich dann her­aus­stel­len wür­de“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß, „dass die in der Fra­ge benann­te Tras­se von den Behör­den nicht geneh­migt wird, wäre der Bürger­entscheidung ungül­tig.“ Das anschlie­ßen­de Plan­ver­fah­ren sehe eine brei­te Betei­li­gung der Öffent­lich­keit vor, so dass Betrof­fe­ne und Bür­ger genü­gend Mög­lich­kei­ten bekä­men, um Ein­fluss zu neh­men.

Warum findet der Bürgerentscheid erst am 19. März statt?

Wir müs­sen Fris­ten wah­ren, da wäre der 18. Dezem­ber der nächst­mög­li­che Ter­min gewe­sen“, sagt OB Broß. Aber dage­gen hät­ten alle prak­ti­schen Argu­men­te der hek­ti­schen Vor­weih­nachts­zeit gespro­chen, auch der Inves­tor habe Zeit­man­gel gel­tend gemacht. Nach den Weih­nachts­fe­ri­en folg­ten schnell der Nar­ren­tag, Haus­halts­be­ra­tun­gen und die Fas­net. Schließ­lich hät­ten alle Betei­lig­ten den 19. März als bes­ten Ter­min emp­fun­den.

Wie stehen die Chancen für eine Verwirklichung der Hängebrücke?

Es gibt noch viel zu tun, aber ich bin zuver­sicht­lich“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Broß. „Wir wol­len die posi­ti­ve Grund­stim­mung in der Bevöl­ke­rung mit­neh­men und dann eine mög­lichst hohe Wahl­be­tei­li­gung.“

Unter­des­sen hat der CDU-Stadt­ver­band in einer Pres­se­mit­tei­lung klar gemacht, dass er hin­ter der Hän­ge­brü­cke, dem Pro­jekt ins­ge­samt ste­he. Die CDU begrüßt nach anfäng­li­cher Ver­hal­ten­heit auch den Bür­ger­ent­scheid. Und sie erwar­tet dort eine brei­te Zustim­mung. Aber: Künf­tig soll es nach dem Wil­len der Par­tei nicht „bei jeder halb­wegs wich­ti­gen Ent­schei­dung einen Bür­ger­ent­scheid“ geben. Viel­mehr sei in ers­ter Linie der Gemein­de­rat dafür gewählt und demo­kra­tisch legi­ti­miert.