Franz Graf von Bissingen erhält das erste Buch von Gisela Roming und OB Thomas Herzog überreicht. Foto: pm

SCHRAMBERG (gl/him) –  Eine Aus­stel­lung über die Herr­schaft Schram­berg im Stadt­mu­se­um – dem ehe­ma­li­gen Schloss der Fami­lie von Bis­sin­gen und Nip­pen­burg – hat­te im Som­mer gro­ße Beach­tung gefun­den. Die Aus­stel­lung hat­te damals die His­to­ri­ke­rin Gise­la Rom­ing maß­geb­lich gestal­tet.

Sie hat nun ein Buch zur Aus­stel­lung ver­fasst, das Muse­ums­lei­te­rin Gise­la Lix­feld mit ihrem Team am Mon­tag­abend vor­ge­stellt hat. Gekom­men waren etwa 30 Gäs­te, neben Mit­glie­dern der gräf­li­chen Fami­lie auch der Schram­ber­ger Ehren­bür­ger und frü­he­re Ober­bür­ger­meis­ter Her­bert O. Zinell, sein Nach­fol­ger Tho­mas Her­zog, Kreis­ar­chi­var Bern­hard Rueth und der Vor­sit­zen­de des Muse­ums- und Geschichts­ver­eins Mar­tin Mau­rer. Das Buch „Ins Bild gesetzt –  Die Herr­schaft Schram­berg im Spie­gel ade­li­ger Por­träts”  wird in Ver­bin­dung mit dem Kreis­ar­chiv vom Stadt­mu­se­um Schram­berg her­aus­ge­ge­ben.

Interessante Familiengeschichten

Gise­la Rom­ing erläu­ter­te unter­halt­sam den Inhalt des Buches. Sie ging noch­mals auf die Sach­ver­hal­te ein, die sie beson­ders fas­zi­niert oder auch irri­tiert hat­ten, weil sie für sie  uner­war­tet waren.

Bei­spiels­wei­se ver­zich­te­te der Weih­bi­schof Ernst Graf von Bis­sin­gen auf sein Ruhe­ge­halt, damit die Ver­bind­lich­kei­ten sei­nes Bru­ders Fer­di­nand getilgt wur­den. Die­ser hat­te zwei­mal gehei­ra­tet und eine ent­spre­chend gro­ße Fami­lie zu unter­hal­ten. Ernst von Bis­sin­gen nahm immer­hin in Kauf, dass er in Ungarn als 60-Jäh­ri­ger neu anfan­gen muss­te.

Die­sen Fami­li­en­sinn, der sich unter ande­rem im Enga­ge­ment Ernst Graf von Bis­sin­gens für die Fami­lie sei­nes Bru­ders aus­drückt und der die eige­nen Inter­es­sen unter die der Fami­lie stell­te, ent­deck­te Gise­la Rom­ing immer wie­der in den unter­such­ten Quel­len.

Über­ra­schend waren für die His­to­ri­ke­rin auch die Frau­en der Fami­lie von Bis­sin­gen. Schon die Ahn­frau Kuni­gun­de von Nip­pen­burg hat­te sich als star­ke Frau erwie­sen, nicht erst als sie nach dem Tod ihres Man­nes die Herr­schaft lei­te­te.

Auch die gebo­re­ne Ama­lia Grä­fin von Spaur, Gat­tin des in Depres­si­on ver­fal­len­den Gra­fen Joseph Cajetan, führ­te die Geschäf­te und sorg­te für den Bau des Barock­schlos­ses im Tal. Das Erbe der Frei­in von Wars­berg, die Cajetan von Bis­sin­gen hei­ra­te­te, ermög­lich­te schließ­lich den Bau des heu­ti­gen Schlos­ses. Span­nen­de Fami­li­en­ge­schich­te erwies sich als ein Stück Stadt­ge­schich­te.

Weitere Ausstellung geplant

Nach der Prä­sen­ta­ti­on des Buches über­reich­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog das ers­te Exem­plar an Franz Graf von Bis­sin­gen. Die­ser war mit sei­ner Frau Rosa­lie und Toch­ter Leo­nie nach Schram­berg gekom­men. Von Bis­sin­gen hat­te schon vor­ab in dem Buch schmö­kern kön­nen. Er wür­dig­te Gise­la Rom­ings kom­pe­ten­te Arbeit. Er habe viel für ihn Neu­es über die Geschich­te sei­ner Fami­lie und das Leben in Schram­berg in frü­he­ren Zei­ten erfah­ren und wür­de sich sehr freu­en, wenn die His­to­ri­ke­rin auf die­sem Gebiet weit­erfor­schen wür­de.

 

Her­zog bedank­te sich bei der Autorin dafür, dass sie ein wich­ti­ges Stück Schram­ber­ger Stadt­ge­schich­te und Herr­schaft Schram­berg auf­ge­ar­bei­tet habe. Der Fami­lie Bis­sin­gen dank­te Her­zog für ihre Unter­stüt­zung des Pro­jekts und die Aus­sicht auf Leih­ga­ben für die künf­ti­ge Dau­er­aus­stel­lung, die das Stadt­mu­se­um 2017 im Rah­men der Aus­stel­lung „Rück­bli­cke”  zum 150-jäh­ri­gen Stadt­ju­bi­lä­um rea­li­sie­ren wird.